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Bürgermeisterwahl: Wer wirft als erster seinen Hut in den Ring?

Bürgermeisterwahl: Wer wirft als erster seinen Hut in den Ring?

Mit der Entscheidung, ihr Bürgermeisteramt zum 1. November niederzulegen und um die Versetzung in den Ruhestand zu bitten, hat Barbara Golder (CDU) für geschäftiges Treiben bei den politischen Parteien und Gruppierungen in Meuselwitz gesorgt.

Wird dem Antrag auf Versetzung in den Ruhestand entsprochen, sind vorgezogene Neuwahlen angesagt. Denn Golders Amtszeit endet regulär erst Ende Oktober 2016 (die OVZ berichtete).

 

Einen Wahltermin, auf den alle händeringend warten, hat das Landratsamt bis jetzt jedoch noch nicht festgelegt. "Wir sind noch dabei, den Antrag zu prüfen", sagte Landrätin Michaele Sojka (Linke), die keine weitere Aussage treffen wollte. Nach OVZ-Informationen soll es zu Beginn der Woche ein Gespräch mit Golder gegeben haben.

 

Ungeachtet dessen gilt es nun, die Bewerber für den Chefposten im Meuselwitzer Rathaus so schnell wie möglich in Position zu bringen. Wird dem Wunsch von Golder, sie ein Jahr vor dem Ende ihrer Amtszeit in den Ruhestand zu versetzten, nachgekommen, ist die Zeit für den Wahlkampf sehr überschaubar.

 

Gespräche fanden inzwischen in allen politischen Parteien und Gruppierung statt, die im Stadtrat vertreten sind.Bei konkreten Aussagen oder Namen halten sich derzeit aber alle noch bedeckt. Einzig und allein Thomas Reimann (UWW), dem so mancher eine erneute Kandidatur nachsagt, hat sich auf Nachfrage klar und deutlich geäußert: "Ich habe den Meuselwitzern 2010 angeboten, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Das war damals nicht gewollt. Ein zweites Mal trete ich nicht an, denn ich kenne mein Alter und weiß, welche Kraft das Amt kostet."

 

In der Meuselwitzer CDU, die seit der Wende das Rathaus in der Schnauderstadt regiert, wollte sich hingegen zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand auf einen Kandidaten festlegen. "Wir stellen uns auf jeden Fall den Gegebenheiten. Doch in einer politischen Partei ist bei Bürgermeisterwahlen ein vorgeschriebenes Prozedere einzuhalten", so Fred Reichel, seit März Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. "Ich gehe aber davon aus, dass die CDU einen Kandidaten stellt. Denn es gab immer einen." Hinter vorgehaltener Hand werden sowohl Fred Reichel selbst als auch der umstrittene CDU-Fraktionschef Matthias Wittig als mögliche Bewerber für das Bürgermeisteramt gehandelt. Anfang dieser Woche soll es laut Reichel eine Vorstandssitzung gegeben haben, auf der die weitere Vorgehensweise beraten wurde.

 

Von der Linkspartei war zu erfahren, dass sie sich erst Anfang September konkret positionieren wird. "In der Urlaubszeit ist es schwer, die Leute zusammenzubringen", sagte Stadträtin Angela Pechmann. "Wir stellen auf jeden Fall einen Kandidaten", betonte sie. Ob der aus den eigenen Reihen kommen wird, bleibt abzuwarten. Der junge Genosse, den die Linke bis zum Wahltermin 2016 aufbauen wollte, ist womöglich noch nicht so weit.

 

"Die SPD Meuselwitz und die UWW arbeiten im Stadtrat gemeinsam für Meuselwitz zusammen. Gemäß dem Motto gemeinsame Arbeit - gemeinsamer Kandidat haben sich auch beide Fraktionspartner für einen Politikwechsel mit einem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten verständigt", teilte SPD-Ortsvereinschef Thomas Eckardt mit. Konkreter wollte aber auch er sich noch nicht äußern. Doch in der Stadt machen inzwischen zwei Namen die Runde: Antje Ulich, die ehemalige CDU-Ortsvorsitzende, die die CDU-Fraktion in Richtung UWW/SPD-Fraktion verlassen hat, und Klaus-Peter Liefländer, der Vorsitzender dieser Fraktion.

 

Die Bürger für Meuselwitz (BfM) wollen sich in dieser Woche erneut zusammenfinden, teilte Fraktionschef Lutz Hempel mit. In dieser Fraktion sitzen vier Stadträte, die vor der Bürgermeisterwahl 2010 die CDU-Fraktion wegen Diskrepanzen mit Fraktionschef Matthias Wittig verlassen hatten. "Wir konnten uns bisher noch nicht auf eine einheitliche Meinung verständigen", so Hempel. Eine Entscheidung zu einem möglichen Kandidaten soll aber möglichst von allen mitgetragen werden. Es sei darüber zu reden, was für die Stadt das beste wäre, meint Hempel.

 

Ambitionen, sich um den Bürgermeiterposten zu bewerben, werden gleich von mehreren Seiten auch Udo Pick nachgesagt. Er saß früher für die Linken im Stadtrat. Derzeit gehört er der Fraktion der BfM an und ist seit 2014 einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister.

 

© Kommentar

Marlies Neumann

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