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Altenburg Bürgerservice auf Altenburger Markt frühestens 2021 fertig
Region Altenburg Bürgerservice auf Altenburger Markt frühestens 2021 fertig
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15:06 16.09.2018
Auf den seit Jahren geplanten Bürgerservice in der ehemaligen Sparkassen-Filiale auf dem Markt müssen die Altenburger noch länger warten. Vor 2021 wird hier kein neues Leben einziehen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die Stadt Altenburg hat nun auch eine Dauerbaustelle. Im Gegensatz zum Berliner Großflughafen BER oder dem Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 ist es beim Bürgerservice am Markt aber noch nicht einmal losgegangen. Nachdem sich der Umbau der früheren Sparkassen-Räume am Markt 2 zu einer zentralen und behindertengerechten Anlaufstelle der Verwaltung bereits drei Mal verzögert hat, verschob Oberbürgermeister André Neumann (CDU) nun den Baustart erneut – und zwar mindestens auf das Jahr 2020. Als Grund nannte der 40-Jährige Personalmangel im Rathaus.

Auch neuer Zeitplan nicht verbindlich

„Den neuerlichen Zeitverzug beim Bürgerservice gibt es aufgrund von Personalwegfall im Referat Hoch- und Tiefbau“, erklärte Neumann. Deswegen könne der Umbau nun frühestens Mitte 2020 beginnen und wäre ergo erst 2021 abgeschlossen. „Aber auch das ist nicht verbindlich.“ Jedoch machte der Rathauschef deutlich, dass ihn der weitere Verzug nicht stört. Im Gegenteil. Schließlich habe er – wie bereits mehrfach angekündigt – ohnehin vor, mit Landrat Uwe Melzer (CDU) Möglichkeiten einer Zusammenarbeit beider Behörden in Sachen Bürgerservice auszuloten, sagte der OB, der dadurch zugleich die Chance sieht, das Konzept der Anlaufstelle noch einmal zu prüfen. „Lieber gut als schnell.“ Erst wenn ein konkretes Konzept stehe, welche Serviceangebote künftig am Markt zu finden sein sollen, solle der Bau beginnen.

Baugenehmigung für bisherigen Plan liegt schon vor

Allerdings ist der bisher für rund 600 000 Euro geplante Umbau der Räume am Markt 2 bereits durchfinanziert. Dass das Geld vorhanden sei, hatte Neumanns Amtsvorgänger Michael Wolf (SPD) noch Anfang des Jahres verkündet und einen Baustart für diesen Monat angekündigt. Nach Angaben aus dem Rathaus gibt es zudem eine Baugenehmigung. Plant man nun aber um, hieße das auch, dass die bisherige Arbeit im Rathaus vergebens gewesen und neu anfallen würde. Das kostet neben weiterer Zeit auch zusätzliches Geld. Denn die Leistungen für Grundlagenermittlung, Vorplanung sowie Entwurfs- und Genehmigungsplanung hat die Verwaltung selbst erbracht. Dafür kommt schnell ein mittlerer fünfstelliger Betrag zusammen.

Was mit den 600 000 Euro wird, ist noch unklar

Abgesehen davon fragt man sich, was mit den im aktuellen Haushalt verplanten und vorhandenen knapp 600 000 Euro passiert, wenn vorerst nicht gebaut wird. „Sie können sowohl eingefroren als auch – in eng definierten Grenzen – für andere investive Maßnahmen in dem Gebäudekomplex Rathaus und Moritzstraße 21 und 22 ausgegeben werden“, teilte Rathaussprecher Christian Bettels dazu mit. „Eine Entscheidung über die Verwendung ist noch nicht gefallen.“

Jahrelanges Thema mit Problemen – und Verzug

Das Vorhaben eines zentralen und behindertengerechten Bürgerservices ist in Altenburg bereits seit Jahren ein Thema. Anfang 2014 beschloss der Stadtrat, dass der damalige OB Wolf das Projekt bis Ende 2016 umsetzen soll. Das war nicht zu halten, weswegen sich die Eröffnung zunächst auf Februar 2017 verschob. Allerdings entdeckte man in den Räumen Baumängel beim Brandschutz und stritt sich anschließend mit der Sparkasse Altenburger Land über die Verantwortlichkeit und die Kosten dafür. Diesen Konflikt legte man zwar in einem Vergleich bei, dadurch verzögerte sich die geplante Realisierung aber weiter – erst auf Mai 2017 und dann auf Juni 2019. Nun kommen wegen des Personalmangels mindestens zwei weitere Jahre hinzu.

Projekt wird weit über ein Viertel teurer

Mit Mängeln und Verzug stiegen auch die Kosten: zunächst auf rund 470 000 Euro und dann auf knapp 600 000 Euro. Dafür plante man bisher im Keller des denkmalgeschützten Gebäudes Markt 2, das bis Ende 2015 von der Sparkasse genutzt worden war, das Verwaltungsarchiv sowie Technik- und Toilettenräume. Im barrierefreien Erdgeschoss sollte es neben dem Infopunkt/Empfang einen großzügigen Wartebereich plus Kassenautomat geben. In den sieben Büros und an den drei Beratungsplätzen sollten alle bürgernahen Aufgaben der Altenburger Verwaltung konzentriert werden. Neun Mitarbeiter aus dem Ordnungs- und Meldewesen, aber auch aus anderen Bereichen sollten dorthin ziehen.

Von Thomas Haegeler

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