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Bulldog-, Schlepper- und Dampfmaschinenfreunde in Bocka

Mekka für Technik-Nostalgiker Bulldog-, Schlepper- und Dampfmaschinenfreunde in Bocka

Ein Hauch von Nostalgie lag am Wochenende über dem Altenburger Land. Der Dampf von rund 600 Verbrennungsmotoren hielt dabei Einzug in der kleinen Gemeinde Bocka. Zum 21. Mal trafen sich Bulldog-, Schlepper- und Dampfmaschinenfreunde sowie unzählige Schaulustige und Interessierte.

Gut besucht und farbenfroh: das Schleppertreffen lockte viele Technik-Interessierte nach Bocka.

Quelle: Eva Anna-Lena Zorn

Bocka. Ein Hauch von Nostalgie lag am Wochenende über dem Altenburger Land. Der Dampf von rund 600 Verbrennungsmotoren hielt dabei Einzug in der kleinen Gemeinde Bocka. Zum 21. Mal trafen sich Bulldog-, Schlepper- und Dampfmaschinenfreunde sowie unzählige Schaulustige und Interessierte.

Bereits ein Jahr im voraus fangen Wolfgang Berger und sein Sohn an zu planen, wer im folgenden Jahr die Besucher unterhalten darf. Denn neben Traktor, Dampfmaschine und Co. spielt das Rahmenprogramm eine wichtige Rolle, so der Organisator des Treffens. In diesem Jahr rockte die Kultband „Karussell“. „Ich habe eines Nachts davon geträumt und dann sofort dort angerufen. Die Jungs meinten gleich: Zu dir kommen wir“, erzählte Wolfgang Berger. Froh war er zudem, dass das Treffen vom Unwetter am Freitagabend weitgehend verschont blieb.

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Auch in diesem Jahr war das Bulldog-, Dampf- und Schleppertreffen auf dem Bergerhof im Windischleubaer Ortsteil Bocka ein Besuchermagnet. Etliche Aussteller und Teilnehmer zeigten ihre historischen Fahrzeuge oder führten vor Ort ihre betagten und teils kuriosen Maschinen vor.

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Über den Trödelmarkt am Anfang der Festmeile geht es einen kleinen Hügel hinauf. Rechterhand liegt der Innenhof mit Verpflegung für jedermann, daneben ein Garten mit Birnen- und Mirabellenbäumen. Linkerhand und gerade aus befindet sich der nächste Hügel zum Erklimmen. Dicht an dicht stehen – bunt durcheinandergewürfelt – zumeist restaurierte Land- und Arbeitsmaschinen.

Neulinge auf dem riesigen Gelände waren in diesem Jahr die Exponate des hessischen Dampfmuseums von Hanau. Unter den Ausstellungsstücken befanden sich eine Drechselbank von 1906, ein 4,5 Tonnen schwerer Holzspalter und eine Drehanlage, welche mit zwölf PS angetrieben wird. „Wir haben eigentlich unsere kleinsten Ausstellungsstücke mitgebracht“, sagte Hans-Werner Dörich vom Förderverein Dampfmaschinenmuseum Hanau-Großaue. Diese Gerätschaften kommen trotzdem auf eine stattliche Höhe von sechs Metern, denn früher habe man immer hoch und massiv gebaut.

Die Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert veränderte den menschlichen Arbeitsrhythmus gewaltig. Zugtiere verschwanden mit der Zeit gänzlich von den landwirtschaftlichen Flächen, wurden abgelöst von mechanischen Arbeitstieren – den Traktoren. Das Wort Traktor stammt vom lateinischen Begriff „trahere“, was so viel wie ziehen bedeutet. Und so zog es auch einige Austeller auf den extra vorbereiteten Probeacker des Geländes. Dort konnten die Fahrzeuge ihre Arbeitskraft beweisen.

Einer, dessen Ausstellungsstück fast jede Woche etwas zu tun hat, ist Armin Geithel. Er besitzt einen in schweinchenrosa gefärbten Lastenkran mit einer Zugkraft von 750 Kilogramm. Diesen hatte er vor 25 Jahren dem Rat der Stadt Borna abgekauft. Er sagt: „Im Gegensatz zu vielen anderen hier ist er noch in Betrieb. Ich brauche ihn öfter auf meinem Bauernhof.“

Vier khakifarbene Fahrzeuge standen am Anfang der dritten Ausstellungsreihe. Der NVA-Tankwagen und ein alter Stabskoffer gehören dem gelernten Stahlschlosser und Schweißer Lothar Schwind. Er ist nicht der Einzige mit Schmuckstücken aus der DDR-Zeit. „Gerade das zeichnet die Bulldog- und Schleppertreffen hier aus“, meint Hans-Werner Dörich vom hessischen Dampfmaschinenmuseum. „Bei uns sieht man immer dieselben Modelle.“ Hier sei von jedem etwas dabei, und man lerne dadurch noch etwas dazu.

Kinder gingen ebenfalls in Bocka am Wochenende auf Entdeckungsreise. Zur Freude der Eltern erlaubten viele Besitzer der Technik-Veteranen, dass die Kleinen sich auch mal ans Steuer setzen durften. So wurde für manchen Besucher ein Stück Geschichte lebendig.

Von Eva Anna-Lena Zorn

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