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Altenburg Sicherer und leiser: Großstöbnitzer Berg bekommt Überholspur
Region Altenburg Sicherer und leiser: Großstöbnitzer Berg bekommt Überholspur
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12:17 08.09.2016
Der längste und steilste Anstieg einer Bundesstraße im Kreis, der Großstöbnitzer Berg, soll eine Überholspur bekommen.   Quelle: Foto: Mario Jahn
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Großstöbnitz/Altenburg

 Es ist der Abschnitt im Landkreis, der den Autofahrern die meisten Nerven raubt: der Großstöbnitzer Berg. Entweder verzweifeln sie daran, die rund 1000 Meter lange Rampe mit 7,5 Prozent Steigung hinter einem Laster hochzuschleichen. Oder sie riskieren auf der kurvigen B 7 ein Überholmanöver mit ungewissem Ausgang und begleitet von heftigen Brüllattacken des verängstigten Beifahrers.

Diese Zeiten könnten in absehbarer Zeit vorbei sein. Das Straßenbauamt Ostthüringen treibt Baupläne voran, die eine dritte Spur zum Überholen bergan in Richtung Gleina vorsehen, wodurch sich die Straße auf 15 Meter verbreitert. Diese sogenannte Planfeststellung war vor einigen Jahren begonnen und danach geändert worden. Die neuen Pläne liegen nun aus, damit sich zum Beispiel betroffene Gemeinden, Anwohner oder Behörden dazu äußern können.

Riskante Überholmanöver

Nicht geändert hat sich das Problem, dass es entlang der B 7 zwischen der Autobahnanschlussstelle bei Ronneburg und Altenburg viel zu wenige, eigentlich gar keine sicheren Überholmöglichkeiten gibt. Mit einer dritten Fahrbahn am Großstöbnitzer Berg soll wenigstens dort „der Überholdruck infolge langsamer fahrender LKW genommen werden“, heißt es im Plan wörtlich. Die Fachleute verweisen auch auf die steigende Verkehrgefährdung wegen der riskanten Überholmanöver.

Diese Gefahr kann nur durch eine Überholspur minimiert werden. Eine solche hätte noch mehr Vorteile. Durch die Trennung langsam fahrender Fahrzeuge vom übrigen Verkehr würde sich die Lärm- und Abgassituation im betroffenen Territorium entscheidend verbessern, meinen die Planer. Für weniger Krach sollen Lärmschutzvorrichtungen sorgen, nach denen sich etliche Bewohner, vor allem der Bergsiedlung in Großstöbnitz, sehnen, die unmittelbar an der Bundesstraße wohnen. Durch Messungen steht bereits jetzt fest, dass die Grenzwerte bei Lärm weit überschritten werden. Entlang der Bergsiedlung ist nun der Bau einer 144 Meter langen und zwischen 2,50 und vier Meter hohen Schallschutzwand vorgesehen. Eine weitere Lärmreduzierung könnte sich dadurch ergeben, dass die neue Straße bis zu vier Meter ins Erdreich hineinreicht. Die Planer sind sich aber sicher, dass der Straßenlärm, vor allem nachts, nicht verschwinden wird.

Baubeginn nicht vor 2019

Bei einem Vor-Ort-Termin im August, an dem Vertreter des Straßenbauamtes, der Stadtverwaltung sowie Bürger teilnahmen, wurde als frühester Beginn das Jahr 2019 genannt. Die Bauzeit beträgt zwei Jahre. Währenddessen, so sehen es die Pläne vor, soll die Bundesstraße komplett gesperrt werden. Große Sorgen macht sich deswegen bereits der Besitzer des Gasthofes, dessen Kunden zum großen Teil Insassen von Fahrzeugen im Durchgangsverkehr sind.

Was die Stadt Schmölln von den Plänen hält, steht noch nicht fest. Eine Meinung soll sich in den zuständige Fachausschüssen erst noch gebildet werden, erfuhr die OVZ im Rathaus. Auch Nobitz muss sich noch äußern.

Neben der Überholspur wird die gesamte, etwa 2,6 Kilometer lange Strecke zwischen Großstöbnitz und Gleina ausgebaut, einschließlich des Knotenpunktes, der den Nobitzer Ortsteil, den gegenüberliegenden Bundeswehrstandort sowie jene Ackerfläche an die Bundesstraße anbindet, auf der eine Hühnermastanlage für 207 000 Tiere geplant ist.

Projekt wiegt 7,4 Millionen Euro

Zum Projekt zählt ebenso ein 1,8 Kilometer langer Rad- und Wirtschaftsweg zwischen beiden Orten. Die Gesamtkosten betragen 7,4 Millionen Euro, wovon der Bund den größten Teil übernimmt. Schmölln ist mit 130 000, Nobitz mit 245 000 Euro dabei, die Bundeswehr zahlt für ihre Anbindung rund eine Million Euro.

Eigentlich sieht der gültige Regionalplan für Großstöbnitz eine Ortsumfahrung vor, die mit der Überholspur in sehr weite Ferne gerückt wäre. Der dritte Fahrstreifen gilt für die Planer als effektive Alternative zur Umfahrung, auch weil sie zeitnah und kostengünstiger umzusetzen sei. Die Chancen der Umfahrung werden als nicht kalkulierbar bezeichnet. Für die Großstöbnitzer bedeutet dies, dass ihr nervenraubender Berg zwar entschärft wird, der Verkehr entlang der Bundesstraße sich aber weiter durch das Dorf wälzen wird.

Von Jens Rosenkranz

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