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Bunte Faschingsparty in Kosma lockt Prominenz in Scharen an

Bunte Faschingsparty in Kosma lockt Prominenz in Scharen an

Eine knallbunte Faschings-Party in Kosma des spendablen Faschingsvereins Motor Altenburg hat am Rosenmontag für einen Höhepunkt im Karnevals-Trubel gesorgt.

Kosma.

 

 

 

 

Von jens Rosenkranz

Was ist, wenn ein Fleischermeister als Polizist mit Handschellen daherkommt, und ein Dachdecker urplötzlich hochschwanger ist? Warum macht ein Schuldirektor auf einäugigen Piraten und zwängt sich ein Rechtsanwalt in Sträflingskluft? Wieso singen ernsthafte Erwachsene aus vollen Kehlen "Biene Maja" und ein "Männlein steht im Walde" und feiern anschließend ein Männer-Ballett, das völlig aus der Puste ist und Schwierigkeiten hat, im Rhythmus zu bleiben? Auf all dies kann es nur eine Antwort geben: Weil Fasching ist.

Am Rosenmontag in einem beinahe bis auf den letzten Platz gefüllten Saal war dies vergleichsweise einfach zu beantworten. Angesichts des langsam heiß laufenden Wahlkampfes taten sich bei einigen Kostümen noch am Abend dafür viel grundsätzlichere Fragen auf, die sofort nach tiefgründigen Antworten verlangten.

Relativ sicher lagen gewiefte Narren-Analysten bei SPD-Landratsbewerberin Bettina Feller, die als Teufelin dem Amtsinhaber wohl Feuer unterm Hintern machen will. Leider bekam der Adressat die Drohgebärde nicht mit, weil er gar nicht da war und woanders seinen Geburtstag feierte.

Aber warum, bitteschön, muss sich ein Oberbürgermeister als Feuerlöscher betätigen? Schafft es seine Wehr nicht mehr alleine? Brennt es wegen der vielen Haushaltslöcher an allen Ecken und Enden? 0der hat sein Wahlkampfteam Muffensausen, weil nun auch an der Linken-Front ein OB-Kandidat seine Munition scharfmachen will?

Welche Botschaft verbarg OB-Kandidat André Neumann hinter Panama-Hut und Poncho? Drohen uns mit dem Unions-Mann gar südamerikanische Verhältnisse?

Noch komplizierter wurde es mit dem als besonnen bekannten SPD-Stadtratsfraktionschef Nikolaus Dorsch, der als Gangster aus den 50ern mit dunkler Sonnenbrille und böser Pistole am Gürtel auflief. Stinkt den Sozialdemokraten der Skatstadt ihr Image als harmlose Hilfstruppe des Rathauschefs oder wollen sie gar zu unlauteren Mitteln greifen? Schwierig, schwierig.

Vor ebenso kniffligen, dafür aber ernsthaften Fragen stehen die Party-Macher von Motor Altenburg. Noch am Abend wurde über die Veranstaltung vom Sonnabend im Goldenen Pflug (OVZ berichtete) diskutiert, die seit Jahren als der eigentliche Höhepunkt der Motor-Karnevalisten zählt. Glaubt man einigen Vereinsmitgliedern, ist er das nicht mehr. "Es tut weh, richtig weh", ärgerte sich ein seit Jahren aktives Mitglied. Darüber, dass aus der traditionsreichen Faschings-Fete eine Disko mit kostümierten U-30-Gästen zu werden droht, die das Programm langweilt und erst kurz vor Mitternacht auf Touren kommen. Dabei sei es doch sehr mühevoll und aufwendig, den Pflug einzuräumen und auszugestalten. Und man gebe außerdem reichlich Geld für das Programm aus, zeigte sich ein anderer Motor-Mann ebenso zerknirscht.

Daher wird nun sogar erwogen, die Sonnabends-Fete vom Pflug in den Saal nach Kosma zu verlegen. Als würde dies nicht reichen, zieht auch der langjährige Vereins-Präsident Werner Strasser aus gesundheitlichen Gründen und auch wegen seines Alters seinen Rücktritt in Erwägung, wie er der OVZ sagte. Das würde keine Lücke, sondern einen Krater hinterlassen, wollte Vereinsmitglied Roland Mielisch an solche Pläne nicht einmal denken. Ohne Werner Strasser und dessen grenzenlosen Einsatz gäbe es keinen Motor-Fasching, hob Mielisch hervor.

Noch während diese Worte nachhallten, zeigte sich sein Verein von der gewohnt hilfsbereiten Seite. Denn ein guter Teil der Party-Einnahmen wird seit Jahren gespendet. 500 Euro gehen in diesem Jahr jeweils an den Verein Lebenshilfe, den Verein Altenburger Bauernhöfe für ihr Projekt zum Deutschen Trachtenfest und an die Jugendabteilung des Sportvereins Motor Altenburg. 300 Euro kommen einer in Not geratenen Familie in Wildenbörten zugute, die ihr Haus wegen eines kranken Familienmitglieds umbauen muss.

Dafür gab es den verdienten Applaus, ehe sich über 400 Gäste an einem Programm mit Funkengarde, Humor, Tanz und Artistik erfreuten und gar nicht merkten, dass dieser Unterhaltungsteil fast eine Stunde länger dauerte, als vorgesehen war.

-Kommentar

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