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Burgberg Posterstein: Ausbau schreitet voran

„Gemeinsam nicht einsam“ Burgberg Posterstein: Ausbau schreitet voran

Lebendiges Dorf: Die Bauarbeiten am Herrenhaus auf dem Burgberg in Posterstein schreiten zügig voran. Wenn alles nach Zeitplan läuft ist das Großprojekt Ende 2018 fertig für Bewohner, Gewerbetreibende und Touristen.

Von außen ist fast schon alles neu: Fenster, Dach, die ehemalige Schnapsbrennerei. In diesem Jahr liegt der Fokus auf dem Innenausbau.

Quelle: Mario Jahn

Posterstein. Von außen scheint das Herrenhaus der Burg Posterstein, als würde nicht viel passieren bei diesem ehrgeizigen Bauprojekt, das die Gemeinde und der Förderverein Burgberg Posterstein gemeinsam stemmen. Hinter der Fassade wird allerdings fleißig gearbeitet und der Baufortschritt kann sich sehen lassen. Wände werden verputzt, Stuckdecken wieder hergestellt oder der historische Außenbalkon wieder aufgebaut. „Die Baufirmen, die uns hier unterstützen, leisten wirklich tolle Arbeit“, sagt Stefan Jakubek, parteiloser Bürgermeister der kleinen Gemeinde mit ihren knapp 400 Einwohnern.

Im vergangenen Winter wurden der Dachstuhl und das Dach des Hauses komplett saniert. In diesem Jahr steht der Innenausbau des Gebäudes im Fokus. Die Idee „Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Land“ nimmt in hoher Geschwindigkeit Gestalt an. „2015 hat die Gemeinde das Gebäude, den alten Pferdestall und eine Halle vom Investor zurückgekauft“, erklärt Jakubek beim Rundgang über die Baustelle. „Für uns hieß es dann schnell handeln. Entweder renovieren oder abreißen.“ So entstand die Idee des Projekts „Gemeinsam nicht einsam“.

Rund 3,4 Millionen sind für das Bauvorhaben veranschlagt. Diese setzen sich zusammen aus verschiedenen Förderprogrammen und einem Eigenanteil der Gemeinde. „Für uns als Gemeinde mit 400 Einwohnern ist das eine Mammutaufgabe und wir sind sehr stolz, dass wir das alles so stemmen können.“

In dem rund 600 Quadratmeter großen Gebäude entstehen im ersten und zweiten Obergeschoss acht Wohnungen mit bis zu 160 Quadratmetern sowie zwei Ferienwohnungen. Im Erdgeschoss wird es Räume für verschiedene Therapieangebote, einen Fitnessraum und ein behindertengerechtes Bad geben. „Diese Räumlichkeiten können dann entsprechend von Physiotherapeuten oder Ärzten angemietet werden“, erklärt der Bürgermeister.

In weiteren Teilen entsteht ein Raum für eine Begegnungsstätte für Senioren, ein Café, eine kleine Brauerei und einen Hofladen. „Wir wollen hier eine Küche einrichten, die nur mit regionalen Produkten kocht und so auch ein Angebot für die Touristen der Burg schaffen. Sie können dann hier gemütlich sitzen, den Blick auf die Burg genießen und noch ein kleines Souvenir kaufen“, beschreibt Jakubek die vielfältigen Ideen und Nutzungsmöglichkeiten.

Für die acht Wohnungen können sich Interessierte Bürger bei der Gemeinde in schriftlicher Form bewerben. „Einige Bewerbungen sind bereits eingegangen. grundsätzlich ist jeder willkommen.“

Zu bedenken gibt das Ortsoberhaupt allerdings: „Es handelt sich hierbei um ein großes Gemeinschaftsprojekt, man sollte diesem Gedanken also durchaus aufgeschlossen gegenüber stehen.“ Damit dennoch die Privatwohnungen und die öffentlich zugänglichen Räume getrennt sind, hat jeder Teil seinen eigenen Eingang. Die Balkone für die Wohnungen liegen an er Rückseite des Hauses. das Café und die Terrasse auf der anderen Seite. Es soll nicht nur ein lebendiger Ort geschaffen werden, die Vorstellung ist auch, dass sich die Bewohner des Hauses gegenseitig unterstützen.

Dass die Wohnungen leer stehen könnten, darüber muss man sich in Posterstein wohl keine Gedanken machen. „Wir sind die jüngste Gemeinde im Altenburger Land, seit der Wende sind hier 60 Eigenheime entstanden. Alle Bauplätze sind belegt.“ Verkehrsgünstig gelegen an der Autobahn 4, erreicht man Jena oder Chemnitz in einer halben Stunde.

Wenn alles nach Plan läuft, dann können die ersten Bewohner Ende des kommenden Jahres einziehen.

„Zum Tag des offenen Denkmals am 10. September werden wir wieder unsere Türen öffnen“, so Jakubek. Dann wird der Ausbau noch weiter fortgeschritten sein und die Besucher können sich noch besser vorstellen, wie alles einmal aussehen soll.

Von Tatjana Kulpa

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