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Busfahrer sollen Flüchtlingsfamilien Fahrpreise falsch berechnen

Vorwürfe gegen Thüsac-Mitarbeiter Busfahrer sollen Flüchtlingsfamilien Fahrpreise falsch berechnen

Thüsac-Busfahrer sollen falsche Fahrpreise bei Flüchtlingen abgerechnet haben. So habe ein Busfahrer Müttern, die ihre Kinder in die Kita nach Lohma Leina bringen wollten, die Fahrtkosten bis Altenburg berechnet. Das ist bereits der zweite Vorfall dieser Art, der bei der Integrationsbeauftragten der Gemeinde Kritik auslöste.

Schwere Vorwürfe: Thüsac-Busfahrer berechnen falsche Fahrpreise für Flüchtlinge.

Quelle: Andreas Döring

Langenleuba-Niederhain. Thüsac-Busfahrer sollen falsche Fahrpreise für Flüchtlinge berechnet haben. Diesen Vorwurf erhob Petra Keller (UWGW) während der jüngsten Gemeinderatssitzung in Niederhain. Weil die Kita in Niederhain voll ist, müssen die Flüchtlingskinder die Einrichtung in Lohma an der Leina besuchen. Ein Busfahrer habe aber den Müttern die Fahrtkosten bis Altenburg berechnet, erzählte die Integrationsbeauftragte empört im Gemeinderat. Gegenüber der OVZ sagte sie: Das Unternehmen habe ihr gegenüber erklärt, es handele sich lediglich um einen Einzelfall und ein Missverständnis auf Grund der Sprachbarriere. Jedoch sei eine Rückerstattung des zu viel gezahlten Fahrgeldes nicht möglich.

Viel Verständnis hat Keller dafür nicht, weil es offensichtlich gewesen ist, dass die Mütter nach Lohma wollten und dort auch ausgestiegen sind. Auf OVZ-Nachfrage lässt Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog ausrichten: „Aus unserer Sicht gibt es dazu nichts zu sagen.“ Und auch Keller möchte die Sache an sich nicht an die große Glocke hängen: Die Gemeinderätin muss aber einräumen, dass dies bereits der zweite Vorfall gewesen sei, bei dem sich Busfahrer der Thüsac als besonders unfair gezeigt hätten.

Bereits vor einigen Wochen, kurz nachdem die Leute in Niederhain eingezogen waren, musste Keller beobachten, wie ein Bus an der Haltestelle wartende Flüchtlinge eiskalt stehen ließ. Auch das Eingreifen ihres Mannes Manfred, der sich mit dem Auto vor den Bus stellte und so zum Anhalten zwang, brachte nichts, erzählt die pensionierte Ärztin. Auf ihre Beschwerde bei der Thüsac wurde den Kellers zugesagt, der verantwortliche Mitarbeiter werde zur Rechenschaft gezogen.

Diese negativen Erlebnisse sind Begleiterscheinungen einer ansonsten positiven Entwicklung in Niederhain, über die Keller viel lieber spricht: Seitdem in Langenleuba-Niederhain Asylbewerber in drei kommunalen Wohnungen durch das Landratsamt untergebracht sind, ist sie die ehrenamtliche Integrationsbeauftragte. Sie und ihr Gatte unterstützen die derzeit 20 Frauen, Männer und Kinder nach Kräften. Damit sind sie aber nicht allein, betonte Keller auch gegenüber ihren Kollegen im Gemeinderat.

„Alle Ängste, die es gab, bevor die Familien kamen, haben sich als unbegründet erwiesen“, so Keller. Immerhin gab es im Vorfeld große Widerstände und Sorgen in der Bevölkerung, die auch während verschiedener Gemeinderatssitzungen geäußert wurden (die OVZ berichtete). Doch davon scheint nun, nachdem die Flüchtlinge einige Zeit im Dorf leben, fast nichts mehr übrig. „Am Anfang habe ich den Flüchtlingen erklärt, dass es auch Ressentiments gegen sie gibt. Ich habe ihnen geraten, sie sollen nicht provozieren und sich nicht provozieren lassen.“

Solche Ratschläge und die Aufklärungsarbeit des Landratsamtes im Vorfeld, gepaart mit der Nettigkeit der Flüchtlinge selbst und dem Charme ihrer Kinder, habe dann recht schnell zum Umdenken bis in die unmittelbare Nachbarschaft der Familien geführt. Auch die Bereitschaft der Bürger zu helfen und zu spenden, sei enorm. „Beispielsweise konnten wir alle drei Familien toll einrichten.“ Keller findet viele lobende Worte. Ein wenig komme es ihr sogar so vor, als ob die Asylbewerber dem Ort und seinen Menschen gut tun und dass sie das Gemeinschaftsgefühl aller fördern.

„Können die Asylbewerber vielleicht Fahrräder gebrauchen?“ Diese Frage hat Petra Keller gerade erst wieder gehört, erzählt sie der OVZ. Selbst die Nachbarn der Flüchtlinge, die mit ihnen in einem Haus leben und anfangs noch gegen deren Unterbringung demonstriert haben, reden heute ganz anders, freut sich Keller. Inzwischen würden einige von ihnen sogar wünschen, dass die Familien in Niederhain bleiben, auch nachdem ihr Status geklärt ist.

Von Jörg Reuter

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