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Altenburg CDU bekommt überraschend zehnten Sitz
Region Altenburg CDU bekommt überraschend zehnten Sitz
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21:10 12.06.2014

Der gerade wiedergewählte Altenburger Stadtrat wechselt erneut die Fraktion. Er geht von Pro Altenburg zurück zur CDU, die er erst 2011 im Zuge der Abspaltung und Neugründung der Bürgerbewegung verlassen hatte. Wie fünf weitere Abgeordnete unter Federführung von Peter Müller mit ihm. Auch aus der Partei war er damals ausgetreten.

Auslöser für die Kehrtwende sind nach Aussagen des 43-Jährigen die Begleiterscheinungen der Auseinandersetzungen um den Doppel-Haushalt. Denn Götze war es, der völlig überraschend einen Kompromiss-Vorschlag eingereicht hatte, über die beiden Jahrespläne getrennt abzustimmen. "Mir ging es dabei nur um das Wohl der Stadt", begründet er sein Vorpreschen. Doch am Ende habe er sich der Mehrheitsmeinung gebeugt und sich der Stimme enthalten.

"Mit dieser Auseinandersetzung in der Sache hätte ich kein Problem gehabt. Meinungsverschiedenheiten sind normal. Völlig inakzeptabel aber ist der Umgang mit mir aus diesem Grund", so Götze. Man habe ihn in der Öffentlichkeit verunglimpft, "Verräter" sei noch das geringste gewesen. Sogar an den Wahlkampf-Ständen sei über ihn hergezogen worden, von den eigenen Leuten. Es sei, so Götze, geradezu erbärmlich, ihm zu unterstellen, er habe sich von einem Unternehmer kaufen lassen. "Von alldem habe ich aber erst nach der Wahl erfahren. Das hat einen Vertrauensverlust bewirkt, der eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich macht."

Christian Götze räumt allerdings ein, dass er sich schon vor der Wahl mit dem Wechsel-Gedanken getragen habe. OVZ-Informationen zufolge soll er schon im Herbst 2013 bei den Christdemokraten angefragt haben, ob er auf ihre Liste könne. Doch dann hat er es sich im April kurz vor Ultimo doch wieder anders überlegt. "Es gab mehrere Gründe dafür", sagt er vorgestern.

Einer davon dürfte zweifellos gewesen sein, dass Pro Altenburg ihn unbedingt halten wollte und deshalb den roten Teppich ausrollte. "Beispielsweise wurde er auf Listenplatz zwei gesetzt, obwohl er ihm nach dem Stimmenergebnis von 2009 nicht zugestanden hätte", sagt sein bisheriger Fraktionschef Peter Müller der OVZ. "Doch jetzt ist es genug, das Thema ist erledigt. Pro Altenburg ist nicht erpressbar", so Müller und spielt damit auf den Wunsch Götzes an, Aufsichtsrat bei der Städtischen Wohnungsgesellschaft werden zu wollen. Ein Amt, das er bei Pro Altenburg diesmal vermutlich nicht bekommen hätte.

Götze bestreitet allerdings vehement, dass es ihm beim Wechsel um Posten gegangen sei. "Mir geht es um die Sacharbeit im Stadtrat. Man sollte endlich aufhören, sich zu überlegen, wie man den politischen Gegner am besten ans Schienbein tritt. Ich bin überzeugt, dass Pro Altenburg weiter seinen Weg gehen wird, aber eben ohne mich."

Der CDU kann der Dissens zwischen den Bürgerbewegten und Götze ziemlich egal sein. Mit dessen Übertritt erhöht sich die Zahl ihrer Abgeordneten nämlich auf zehn. "Ich freue mich sehr, denn wir sind damit nicht nur von der Gesamtzahl der Wählerstimmen her, sondern nun auch in der Zahl der Sitze die stärkste Fraktion. Die Chance, Wahlziele umzusetzen, wird damit noch größer", so ihr Chef André Neumann. Und von der Sacharbeit her seien die Christdemokraten mit Christian Götze trotz unterschiedlicher Fraktion sehr verwandt gewesen."

© Kommentar

Ellen Paul

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