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Altenburg Catrin Schumann schießt den Vogel ab
Region Altenburg Catrin Schumann schießt den Vogel ab
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00:35 02.07.2015
Der siebenjährige Imanuel Förster ist der erste Kinderschützenkönig von Garbisdorf. Quelle: Klaus Peschel
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Garbisdorf

Über 1000 Menschen tummelten sich an den zwei Tagen auf der Wiese um den Quellenhof. Ein Volksfest ohne Volkstümelei, wieder perfekt organisiert vom Heimatverein Göpfersdorf.

Punkt 17 Uhr stand am Sonntag fest, wer der diesjährige Schützenkönig ist. "Catrin hat den Vogel abgeschossen", tönte es durch die Lautsprecher. Auch in diesem Jahr saß Ariane Petzold am Mikrofon und rief die Schützen auf, viereinhalb Stunden lang. An die 300 Mal wurde der Kronenbolzen mit der Armbrust auf den bunten hölzernen Vogel geschossen. "Das ist eine Präzisionswaffe", sagte Ralf Quellmalz. Er ist Vorsitzender des Göpfersdorfer Heimatvereins und scharf darauf, Schützenkönig zu werden. Zweimal war das schon Jörg Schumann vergönnt. Der Garbisdorfer, Ex-Chef des Vereins, war zum Schießen in der Tracht des Malchers und mit der Schärpe des Schützenkönigs erschienen. Stolz zeigte er die Jahreszahlen 1991 und 2002. "Jetzt bin ich mal wieder dran", lachte er. Sein Schuss traf, brachte aber den Rumpf des Vogels in luftiger Höhe nicht zu Fall. Das schaffte dann seine Frau Catrin, und ist damit die diesjährige Schützenkönigin.

"Ich glaube, ich war 13 oder 14 Mal beim Schießen dran", erzählte sie. Zehn Lose hatte Catrin Schumann gekauft. Insgesamt gibt es 200, und die Zahl auf der Rückseite ist der Platz in der Reihe der Schützen. Ist nach 200 Schuss der Vogel nicht erlegt, geht es rückwärts bis zur Eins. Catrin Schumann erschoss sich die Trophäe mit dem Los 116. "Wenn man dran ist, dann will man auch treffen", sagte die Schützenkönigin. Auch wenn das eine teure Sache ist. So gab sie ein Fass Freibier aus.

Unter den Klängen der jungen Trommler von Como Vento aus Altenburg überreichte Ralf Quellmalz der Schützenkönigin die Schärpe und eine Keramik der Göpfersdorfer Künstlerin Karin Gentsch-Geist. "Das ist ja ein schöner Vogel, sicher kein Pechvogel", freute sich Catrin Schumann.

Unter den Schützen befanden sich Gäste vom Heimatverein Niederlauterstein, einem kleinen Ort im Erzgebirge. Auch dort gibt es ein Vogelschießen. Und 2011 half die Schützengilde den Garbisdorfern, ihr traditionelles Vogelschießen fortzusetzen. "Unser langjähriger Vogelbauer und Schießstandleiter Werner Leibner konnte damals nicht mehr", erinnerte sich Ariane Petzold, die Frau am Mikrofon. Im Internet fand sie den Heimatverein im Sächsischen. Und eine Tradition war gerettet.

Zehn Freilose spendierten die Garbisdorfer den Erzgebirglern, die zu sechst angereist waren. Unter ihnen Holger Hiemann. "Ich habe zum 30. Vogelschießen nicht nur eine Flasche Lauterbacher Tropfen mitgebracht, sondern auch ein Gedicht geschrieben", tat er kund: "Im Dorf gibt es einen tüchtigen Mann, der euch den Vogel bauen kann." Dieser tüchtige Mann heißt Jürgen Speck. Es ist das dritte Mal, dass ein in Göpfersdorf hergestellter Vogel nach Leibners Rezept, bestehend aus 48 Teilen, zum Abschuss freigegeben wurde.

Zum ersten Mal wurde dieses Mal ein Kinderschützenkönig gekürt. An die 30 Mädchen und Jungen legten die Spielzeugarmbrust auf einen hölzernen Piepmatz an und hatten viel Spaß dabei. Nero Scholz war mit drei Jahren der jüngste. Er wohnt mit seinen Eltern im Quellenhof. Die Schärpe des Königs aber wurde Imanuel Förster umgehängt. Der Siebenjährige stammt aus Garbisdorf und lebt jetzt in Altenburg. "Am Montag nehme ich die Schleife mit in die Schule", sprudelte es stolz aus ihm heraus.

Stolz waren auch die Wierataler Tanzmäuse. 24 Mädchen und Jungen sorgten für ein volles Festzelt. Eine Stunde lang schwebten sie über das Parkett. "Im September feiern die Tanzmäuse ihren 40. Geburtstag", wunderte sich Roswitha Hofmann darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Sie ist langjährige Trainerin der Kindergruppe, die zum Heimatverein Göpfersdorf gehört. Zu Gast am Wochenende waren auch die Folkloreensembles aus Ponitz und Altenburg, die Fahnenschwinger aus Schönburg und die Band "four drives".

Klaus Peschel

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