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Chefarzt-Fehlschlag bekommt Nachspiel - Michaele Sojka sieht politischen Handlungsbedarf

Chefarzt-Fehlschlag bekommt Nachspiel - Michaele Sojka sieht politischen Handlungsbedarf

Altenburg (jr/G.N.). Die vorerst fehlgeschlagene Besetzung der Chefarztstelle der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie am Klinikum Altenburger Land bekommt ein politisches Nachspiel.

Eigentlich sollte diese Stelle Prof. Dr. Dirk Uhlmann zum 1. Januar antreten, der dafür sogar bereits seinen Vertrag unterzeichnet hatte, am Montag aber überraschend absagte (OVZ berichtete). Die Landrats-Kandidatin und Landtagsabgeordnete Michaele Sojka (Linkspartei) sieht für diesen Fehlschlag auch die Klinik-Geschäftsführung und ebenso Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) mit in der Verantwortung.

Es könne bei Stellenbesetzungen natürlich vorkommen, dass Kandidaten aussteigen, erklärte Michaele Sojka gegenüber OVZ. Im Fall von Prof. Uhlmann sieht sie jedoch tiefergehende Gründe: "Ein kompetenter und zunächst überzeugter Mediziner wie er sagt nicht grundlos ab."

Als die eigentlichen Ursachen sieht die Linken-Politikerin eher fehlende Konzepte und Perspektiven für die Profilierung des Klinikums. Die Geschäftsführung sollte sich daher fragen, was man im Bewerbungsverfahren hätte besser machen können. Für unangebracht hält sie die Frage, welche Schuld der Bewerber trage. "Das ist der Einstieg in den Misserfolgskreislauf." Auch der Aufsichtsrat sollte die Frage nach seiner Verantwortung aufwerfen.

Zumal die Uhlmann-Pleite nach Sojkas Ansicht kein Zufall, sondern Folge der kritikwürdigen konzeptionellen Arbeit der Klinik-Geschäftsführung ist. Als weiteres Beispiel dafür führt sie den Weggang des bisherigen Chefanästhesisten und international anerkannten Schmerztherapeuten Dozent Dr. Michael Kretzschmar an. Er habe das Klinikum auf eigenen Wunsch verlassen. Sojka spricht in diesem Zusammenhang von "nicht zielorientierten Vorgaben der Geschäftsführung", die dazu geführt hätten, dass Kretzschmar nun in verantwortlicher Position bei der Konkurrenz in Gera tätig sei. Es habe sich kein Konzept finden lassen, eine notwendige Schmerztherapie mit der alltäglichen Anästhesie in Einklang zu bringen, so ihr Vorwurf.

Ein weiteres Beispiel fragwürdiger Personalpolitik sieht die Landratskandidatin im Weggang von Chefärztin Dr. Karin Brachmann "ins wettbewerbsgeprägte Klinikum Borna". Die gefäßchirurgische Klinik sei momentan der Visceralchirurgie unterstellt und werde kommissarisch geleitet, ebenso wie die Anästhesie. Letztlich habe man auch den Chef der Visceralchirurgie, Dr. Arndt Petzold, nicht halten können, der in eine eigene Niederlassung nach Leipzig ging.

In genau dieser Situation habe Prof. Uhlmann die Gesamtleitung als Chefarzt übernehmen sollen. Die Absage in "letzter Sekunde" bekomme damit eine völlig neue Dimension. Michaele Sojka sprach gegenüber OVZ von "Konzeptlosigkeit der Verantwortlichen in Geschäftsführung und Aufsichtsrat".

Die Landtagsabgeordnete sieht deswegen dringenden politischen Handlungsbedarf. "Das kommunale Krankenhaus als größter Arbeitgeber der Region muss endlich Chefsache werden", fordert Sojka. Im Falle ihres Wahlerfolges werde sie als Landrätin dafür sorgen. Auch im Aufsichtsrat des Klinikums sollten mehr Fachleute vertreten sein.

Sie erneuerte ihre Kritik an Landrat Rydzewski, tatenlos zuzusehen, wie auswärtige Kliniken in Altenburg eigene Medizinische Versorgungszentren errichteten. Die Politik müsse mehr dafür tun, die Wirtschaftlichkeit des Klinikums und die Qualität gegenüber den Patienten zu erhalten, forderte sie und warnte: "Die Kliniken Gera, Borna und Glauchau sind nicht weit entfernt."

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