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Altenburg Chlorgas-Alarm in Schmöllner Wurstfabrik – Feuerwehr mit Gefahrgutzug im Einsatz
Region Altenburg Chlorgas-Alarm in Schmöllner Wurstfabrik – Feuerwehr mit Gefahrgutzug im Einsatz
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16:43 29.02.2016
Ein Mitarbeiter musste vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Schmölln

Gegen 7 Uhr ereignete sich am Montag auf dem Schmöllner Betriebsgelände der Firma Wolf Wurstspezialitäten ein Unfall mit Reinigungs-Chemikalien, wodurch sich das gefährliche, stechend riechende Chlorgas entwickelte. Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz im bayerischen Schwandorf entstand das Gas in einem leeren Kühlhaus, bei den Chemikalien handelte es sich um Flächenreinigungs- und Desinfektionsmittel.

Vermutlich seien die Chemikalien bei Reinigungsarbeiten falsch gemischt worden, teilte der Sprecher der Landespolizeiinspektion Gera, Sebastian Hecker, mit. Das bestätigte der Schmöllner Stadtbrandinspektor Volker Stubbe, der den Einsatz des Gefahrgutzuges der Feuerwehr leitete. Ein Mitarbeiter der Reinigungsfirma habe offenbar „etwas zusammengeschüttet, was nicht zusammengehört“. Der betroffene Mann wurde leicht verletzt und zur vorsorglichen Untersuchung in die Klinik nach Altenburg gebracht, weil Chlorgas die Atemwege reizt. Eine Gefahr für Anwohner habe nicht bestanden, teilte das Unternehmen in Schwandorf mit.

Gefahrgutzug kommt zum Einsatz

„Durch die Entwicklung des Gases wurde Alarm ausgelöst“, informierte Kreisbrandinspektor Uwe Engert. Zum Einsatz kam der Gefahrgutzug des Altenburger Landes mit 41 Feuerwehrleuten aus Schmölln, Großstöbnitz, Meuselwitz und Altenburg, die in Chemikalien-Schutzanzügen vordrangen. Bei der Evakuierung mussten sie nicht helfen, die wurde Stubbe zufolge von der Firma organisiert. „In den umliegenden Produktions- und Verpackungsräumen waren zum Zeitpunkt des Unfalls etwa 100 Personen tätig, die in Sicherheit gebracht wurden“, sagte Matthias Weger, Marketingleiter bei Wolf in Schwandorf.

Nach dem Vorfall wurde die Produktion gestoppt. Die Feuerwehrleute belüfteten die vom Chlorgas durchdrungenen Räume und gaben sie nach mehreren Messungen gegen 9.30 Uhr wieder frei, so Kreisbrandinspektor Engert, der ebenfalls vor Ort war. Laut Stubbe wurde auch Vorsorge getroffen, damit keine entsprechenden Stoffe in die Kanalisation gelangen.

Firma entsorgt betroffene Produkte

Nach Angaben des Unternehmens wurden die umliegenden Produktionsräume, darunter die Herstellung von Aufschnitt und die Verpackung von Kochwurst, nach der Freigabe gründlich gereinigt und die möglicherweise betroffenen Produkte vorsorglich entsorgt. Zur Spätschicht sei die Produktion in diesem Bereich wieder gestartet. Durch den Zwischenfall sei es zu Verzögerungen im Produktionsablauf gekommen.

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Arbeitsunfall aufgenommen.

Von Frank Prenzel

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