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Altenburg Chortreffen sorgt für Frühlingsgefühle in Altenburg
Region Altenburg Chortreffen sorgt für Frühlingsgefühle in Altenburg
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18:00 24.04.2017
Skatstadt-Sänger: Der Gemischte Chor Altenburg sorgte beim Chortreffen für gute Stimmung in der Brüderkirche. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Gesanglicher Wohlklang erfüllte am vergangenen Sonnabendnachmittag die Altenburger Brüderkirche und hob sich angenehm ab vom etwas rustikalen Lärm des nahen Bauernmarktes. Wer wollte, konnte beides erleben – zuerst das eine, dann das andere. Bleiben wir in der Brüderkirche.

Das Landratsamt hatte die Chöre des Altenburger Landes nach zwei Jahren wiederum zum Kreistreffen eingeladen und alle, die konnten, kamen. „Es singt in Wald und Flur...“ war das Motto, das der augenblicklichen Jahreszeit angepasst war. Auch wenn Wetter und Temperaturen ein anderes Gefühl suggerierten, in der Brüderkirche herrschte Frühlingsstimmung und jeder Chor hatte Lieder in seinem Programm, die diese erzeugten. So etwa der Gemischte Chor Altenburg unter Leitung von Wolfgang Langner das Operettenlied „Schau nur, die Schwalben sind da“, der Stadtchor Meuselwitz unter Leitung von Helga Albrecht „Vöglein im hohen Baum“ oder der Volkschor Schmölln, der mit seiner Leiterin Antje Hermann Medleys von fröhlichen Jagd- und Wanderliedern präsentierte. „Süß Liebe liebt den Mai“ steuerten die Sängerinnen des Frauenchors Kosma mit Leiterin Pia Pröhl bei, der Liederkranz Rositz, für dessen erkrankte Leiterin Edda Andersch Rolf Gerbsch einsprang, gab„Unsere Wiesen grünen wieder“ zum Besten. Als Gastchor aus Michelwitz gleich hinter der Grenze zu Sachsen hatte sich der dortige Männerchor unter Leitung von Hans Zimmermann auf die kleine Reise in die Altenburger Brüderkirche gemacht und brachte mit „Nun will der Lenz uns grüßen“ eine kräftige männliche Note ins Programm.

Hier nun sind die oft schon jahrelang wirkenden Chorleiterinnen und Chorleiter einmal namentlich benannt, denn nur durch deren stetes Engagement ist das Chorwesen im Kreis so stark entwickelt und wirkt besonders außerhalb der Kreisstadt als wichtiger Kultur- und Gemeinschaftsfaktor. Ihre Liebe zur Musik und die damit verbundene Einsatzbereitschaft mündet darin, ihren Chor immer besser zu machen. Das ist ihnen gelungen. Alle Chöre eint ein schöner Wohlklang und technisch reines Singen. Abhängig von der Chorstärke gibt es Unterschiede: Im Klangvolumen und in der Dynamik der Lieder.

Wido Hertzsch als Hauptorganisator, Programmgestalter und Moderator dieses vielgestaltigen Treffens bemerkte in seiner Begrüßung: „Singen ist gesund.“ Da diese Aussage richtig ist, müssten die Krankenkassen als Sponsoren diese prophylaktische Maßnahme unterstützen. Da dies nicht geschieht, sprangen dafür Landratsamt, Brüderkirche, die Fleischerei Schellenberg und die Feuerwehr Haselbach in die Bresche. Ihnen allen ist zu danken. Singen macht auch glücklich. Beim Singen, zumal beim gemeinschaftlichen, werden Glückshormone ausgeschüttet, die Menschen erleben ein starkes Gefühl der Geborgenheit und Zusammengehörigkeit und möchten gleich losträllern. Das geht aber nicht, denn nur die Leiter geben dafür das Kommando und beurteilen, ob ein Lied chortauglich ist.

Das sei undemokratisch, meint eine Diskussion im Internet. „Chorsingen ist demokratiefeindlich“ findet sich dort und man liefert gleich einen dafür passenden Kanon mit dem Text: „Chorsingen ist Diktatur. Da ist von Demokratie keine Spur. Die Leute singen, singen, singen immer nur, was der Chorleiter will – ganz stur“.

Da sind wir aber froh, dass alle genannten Chorleiter diesen „Herrschaftsanspruch“ zeitlich, räumlich und sachlich begrenzen und ihn durch ihren Wissens- und Könnensvorsprung untermauern. Ihre Begeisterungsfähigkeit und oft ansteckende Ergriffenheit von der Musik, geben ihnen Ausstrahlung und Charisma, die für diese Aufgabe erforderlich sind.

Das alles wurde in dieser Großveranstaltung deutlich, die so abwechslungsreich war, dass sie zwei volle Stunden ohne Pause trug. Dazu gehörte gemeinsames Singen, auch mit dem 20-strophigen Lied „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“, von Wido Hertzsch textlich eingerichtet, von Wolfgang Langner geleitet und von Torsten Kahle am Klavier begleitet. Dessen Improvisationen in den Chorpausen über die Lieder „Wenn ich ein Vöglein wär...“ und „Kein schöner Land...“ waren von hohem pianistischem Können.

Von Manfred Hainich

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