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Christdemokraten haben mit Meuselwitz eine weitere Hochburg verloren

Nach der Bürgermeisterwahl Christdemokraten haben mit Meuselwitz eine weitere Hochburg verloren

Die Probleme der Christlich Demokratischen Union wollen kein Ende nehmen. Der freie Fall aus dem vergangenen Jahr setzte sich am Sonntag mit dem schlechten Abschneiden des CDU-Kandidaten Fred Reichel bei der ersten Runde der Bürgermeisterwahl in Meuselwitz fort.

Fred Reichel holte nur 14,1 Prozent der Stimmen.
 

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz.  Damit verliert die Volkspartei nach Schmölln nun auch noch den Bürgermeisterstuhl in ihrer letzten Stadt im Landkreis. Hier hatte seit der Wende die Mehrheit schwarz gewählt. Nach dem Willen der Wähler steht nun ein Politikwechsel an.

Mit den 14,1 Prozent der Stimmen, die Reichel erreichte, ist nicht nur er, sondern auch seine Partei abgewatscht worden. Dass Reichel, der waschechter Meuselwitzer ist, in nicht einem der 16 Stimmbezirke die Nase vorn hatte, schreit förmlich nach Ursachenforschung.

Der Kreisvorsitzende der CDU, Uwe Melzer, zeigte sich am Montag sehr enttäuscht von Reichels Wahlergebnis. Die Niederlage auf den Bundestrend zurückzuführen, wäre seiner Meinung nach jedoch zu einfach. Sicherlich hätten die Menschen zum Beispiel Probleme mit der Asylpolitik, doch nicht die in Meuselwitz. Hier gebe es kaum Asylbewerber. „Eine Rolle im Wahlverhalten haben aber die zwischenmenschlichen Probleme in der Meuselwitzer CDU gespielt, die öffentlich ausgetragen wurden“, so sein Fazit. Er könne trotzdem nicht nachvollziehen, warum das Ergebnis für Reichel so schlecht ausgefallen sei.

Als Wahlempfehlung der CDU für die nun am 24. Januar anstehende Stichwahl zwischen Udo Pick und Einzelbewerber Klaus-Peter Liefländer könne er sich vorstellen, dass die in Richtung von Udo Pick, dem Kandidaten der Bürger für Meuselwitz, geht, sagte Melzer.

Die Frage nach persönlichen Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden von Reichel verneinte Melzer vehement. „Wir werden aber über das Wahlergebnis Ende Januar auch im Kreisvorstand sprechen. Sollte es dort eine andere Auffassung geben, muss darüber geredet werden“, meinte der Kreisvorsitzende, der sich einen Seitenhieb in Richtung der anderen Parteien, die im Stadtrat der Schnauderstadt sitzen, nicht verkneifen konnte. „Wir haben in einer schwierigen Situation einen Kandidaten gestellt. Die SPD und die Linke hatten keine eigenen Bewerber“, so Melzer in seinem Frust.

Den konnte auch am Montag Fred Reichel nicht verbergen. „Ich bin enttäuscht, denn ich hatte ein besseres Ergebnis erwartet. Aber die Wähler haben nun mal so entschieden. Das akzeptiere ich.“ Mit der Ursachensuche seines schlechten Abschneidens habe er sich noch nicht beschäftigt. Die Auswertung des Wahlergebnisses sollte seinen Worten zufolge Montag-Abend in der Vorstandssitzung der Meuselwitzer CDU erfolgen.

Einen Schritt weiter ist da Martin Kühn, der zu den prominenten CDU-Mitgliedern gehört, die nach Reichels Nominierung aus der Partei austraten. „Mir tut Fred Reichel leid, denn er musste die vielen Probleme der Vergangenheit ausbaden“, sagte er. „Die Watsche, die er hinnehmen musste, ist aber auch die Folge der Politik von Ex-Bürgermeisterin Barbara Golder.“ Überrascht von dem sehr schlechten Abscheiden des CDU-Kandidaten zeigte sich das ehemalige CDU-Urgestein Thomas Wyraz. „Es gab in den letzten Monaten viele Dinge, die Reichel nicht zuträglich waren. Das reicht von den Parteiaustritten bis zur Wahlwerbung durch Golder“, sagte er. „Das Wahlergebnis zeigt aber auch, die Meuselwitzer wollen Veränderungen. Sie haben ihr Kreuz bewusst gemacht.“

Von Marlies Neumann

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