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Altenburg Christian Baumgart aus Kotteritz absolviert seine hundertste Blutspende
Region Altenburg Christian Baumgart aus Kotteritz absolviert seine hundertste Blutspende
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16:00 16.07.2016
Ehrung für 100 Blutspenden: Christian Baumgart aus Kotteritz lässt sich den Spendentermin in Nobitz nicht entgehen. Quelle: Mario Jahn
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Nobitz

Wenn der Blutspendedienst vom Deutschen Roten Kreuz in der Nobitzer Grundschule zum Aderlass bittet, dann ist Christian Baumgart fast immer unter den Ersten. Auch am Donnerstag gab der 71-jährige Kotteritzer freiwillig einen halben Liter seines Lebenssaftes, der anderen Menschen das Leben retten kann. Die jüngste Spende des Rentners war allerdings eine ganz Besondere: Christian Baumgart hing zum hundertsten Mal an der Nadel. Und natürlich erhielt er dafür von der DRK-Betreuerin vor Ort, Christa Ulm, eine besondere Ehrung: Jene Ehrennadel mit der „100“, mit der treue Spender beim DRK ausgezeichnet werden.

„Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut“, meinte der 71-Jährige gegenüber der OVZ. Früher seien Blutspenden nur bis zu einem Lebensalter von 65 Jahren möglich gewesen. „Heute entscheidet der untersuchende Arzt, wann Schluss sein muss. Und ich will noch so lange spenden, wie es geht“, sagt der Kotteritzer voller Überzeugung.

Angefangen habe dies vor ungefähr 50 Jahren. „Damals absolvierte ich meinen Wehrdienst. Und 1967 gab es dort einen Aufruf, Blut zu spenden. Na ja, damals haben wir das Angebot auch genutzt, um unseren Wehrsold aufzubessern. Immerhin gab es da für jede Spende 48 Mark“, plaudert Baumgart.

Geld gibt es beim DRK schon lange nicht mehr. Aber Christian Baumgart spendet sein Blut mit der äußerst seltenen Blutgruppe Null auch weiterhin. „Es geht letztendlich doch auch nicht ums Geld, sondern darum, dass man damit anderen Menschen helfen kann. Und einen Nutzen habe ich dadurch auch“, meint er. Denn so sei er gesundheitlich regelmäßig unter ärztlicher Kontrolle. „Ich weiß immer genau, wie es um mich bestellt ist.“

Nun geht Baumgart jedoch nicht mehr wie früher aller acht Wochen zur Spende. „Drei- bis viermal im Jahr, immer wenn das DRK in Nobitz den Termin hat, bin ich aber dabei. Und nach der Abnahme geht es mir richtig gut. Wie frisch geduscht“, plaudert der Dauerspender. In seiner Familie ist der gelernte Möbeltischler damit übrigens Vorbild. „Beispielsweise mein Schwiegersohn ist auch Spender.“

Hundert Spenden, das macht in Summe 50 Liter Blut. Ob und wie viele Menschenleben mit Baumgarts Blut in den fast fünf Jahrzehnten gerettet werden konnten, weiß er beileibe nicht. „Auch selber habe ich noch nie eine Transfusion gebraucht, weiß aber, wie schnell man so was benötigen kann“, klopft er dreimal auf Holz.

Übrigens: Wegen seiner so seltenen Blutgruppe Null war Baumgart auch schon Helfer in akutester Not. „Das war noch zu DDR-Zeiten, als ich bei einem Notfall von der Arbeit zu einer Direktspende abgeholt wurde. Da lag ich im wahrsten Sinne des Wortes direkt neben dem Empfänger. So was vergisst man auch nicht“, sagt er.

Auf jeden Fall wird Christian Baumgart auch beim nächsten Nobitzer Termin wieder in der örtlichen Grundschule an die Nadel gehen. „Zwar geht das heutzutage nicht mehr so schnell, wie früher, aber das ist mir einfach ein Bedürfnis“, sagt der 71-Jährige, der sich mit Radfahren und seinem Garten fit hält. „Meinen aktuellen Spenderausweis will ich auf jeden Fall noch komplett voll gestempelt bekommen“, lacht er.

Von Jörg Wolf

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