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Christian Späte gestaltet das Altenburger Spalatin-Denkmal

Steuermann der Reformation Christian Späte gestaltet das Altenburger Spalatin-Denkmal

Wenn zum 31. Oktober das große Reformationsjubiläum gefeiert wird, ist auch Altenburg ganz vorne mit dabei. Das besondere Highlight des Tages dürfte dann die Einweihung des Spalatin-Denkmals vor der Brüderkirche sein. Gestaltet hat es der Zeitzer Bildhauer Christian Späte – und während der Arbeit einige Köpfe rollen lassen.

Zig Entwürfe in verschiedenen Maßstäben schuf Christian Späte bis zum fertigen Denkmal in seiner Zeitzer Werkstatt.

Quelle: Bastian Fischer

Zeitz. „Mein wichtigstes Arbeitswerkzeug der vergangenen Wochen war die Axt“, schmunzelt Christian Späte beim Besuch in seiner Werkstatt im Herzen von Zeitz. Womit gleich klar ist, dass es bei der Tätigkeit des Bildhauers mitunter ein wenig rabiater zugeht – auch und besonders bei der Gestaltung des Spalatin-Denkmals.

Denn bis der rund zwei Meter hohe, ganz aus Bronze gegossene Reformator ab Ende Oktober seinen Platz vor der Südfassade der Altenburger Bartholomäikirche einnehmen wird, war für den 58-Jährigen einiges zu tun. Als Knackpunkt der Statue erwies sich dabei immer wieder der Kopf. „Es gibt viele Darstellungen von Spalatin, die meisten davon aus der Feder der Cranachs“, erläutert Späte. Allerdings wollte er den Weggefährten Luthers nicht mit der für die Zeit typischen Kopfbedeckung darstellen. „Es brauchte einen Spalatin, der besonders ist.“ Nachdem zig Gipskopf-Entwürfe der Axt zum Opfer gefallen waren, entschied sich Späte schließlich für die gerade in Altenburg verbreitete Darstellung des jungen Spalatin. „Der rote Haarschopf ist das, was ihn für mich ausmacht, das macht ihn auch ein bisschen wild.“

Auch sonst habe sich im Vergleich zu den ersten Entwürfen so einiges geändert. Nicht nur ist die Figur nun deutlich weniger abstrakt angelegt als noch ursprünglich geplant – Späte: „Spalatin sollte stets erkennbar bleiben, die Statue ist daher nun geschlossener und deutlicher geworden“ – auch die Idee, den Steuermann der Reformation auf einem Sockel zu postieren, wurde wieder verworfen. „Letztlich war es wichtig, Spalatin auf Augenhöhe mit dem Publikum zu präsentieren“, erläutert der Bildhauer. „Er steht zwar an seiner Kirche, ist aber nicht gesondert herausgehoben, sondern inmitten der Betrachter gehalten.“ Durch die leichte Hanglage entsteht zudem der Eindruck, als würde Spalatin zielstrebig entlangschreiten – dadurch könnten Besucher direkt in die Fußstapfen des Reformators treten.

Mit der Errichtung von Statue und einer begleitenden Gedenktafel an der Kirchenmauer endet für Späte nicht nur das Sanierungsprojekt der Bartholomäikirche, an dem er mit seinen Mitarbeitern insbesondere bei der Fassadenrestaurierung nahezu über die gesamte Projektdauer eingebunden war. Auch werde nun endlich eine Lücke geschlossen: Zwar wird nicht nur in seiner Geburtsstadt Spalt mit einem Bildnis an den Reformator erinnert, „selbst auf dem Berliner Alexanderplatz stand er in einer Figurengruppe, die jedoch im Krieg größtenteils eingeschmolzen wurde“, berichtet der Künstler.

In Altenburg jedoch fehlte ein entsprechendes Denkmal bislang. „Wenn Spalatin schon nicht mehr in Berlin steht, dann muss er doch zumindest in Altenburg seinen Platz finden.“ Und den wird er pünktlich zum Reformationstag dann auch endlich einnehmen.

Von Bastian Fischer

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