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Christliches Spalatin-Gymnasium feiert heute zehnten Geburtstag

Christliches Spalatin-Gymnasium feiert heute zehnten Geburtstag

Mit einem Schulfest begeht das Christliche Spalatin-Gymnasium heute seinen zehnten Geburtstag. Was einst als ostthüringenweit einzigartiges Projekt begann, ist aus der Schullandschaft der Region nicht mehr wegzudenken.

Altenburg.

 

 

 

 

 

 

 

"Schule müsste anders sein." Wenn Birgit Kriesche ganz an den Anfang des damals ziemlich kühnen Projekts zur Neugründung einer christlichen Schule zurückdenkt, fällt ihr immer wieder dieser Satz ein. Er fiel in der Weihnachtszeit 1998 in einem Gespräch am Friedrichgymnasium. Beteiligt waren die Englischlehrerin Kriesche und der Religionslehrer, Pfarrer Michael Wohlfarth. Gemeint war: mehr christliche Werte, mehr Miteinander und weniger Ellenbogengesellschaft, Teamarbeit von Eltern, Lehrern und Schülern. "Aber ich wollte doch nicht gleich eine Schule gründen", erinnert sich die heutige Schulleiterin.

Doch das Projekt war in Gang gesetzt, zumal es in der Kirchgemeinde und ihrer Altenburger Akademie dazu schon früher Ideen gab. Wenig später packte Pfarrer Wohlfarth der Handvoll Gleichgesinnter Telefonlisten, Bankkontakte und das Konzept des evangelischen Schulzentrums Leipzig auf den Tisch: "So, jetzt seid ihr dran."

Schon 1999 wurde das Schulprojekt offiziell an die Altenburger Akademie angebunden, Stadträte und Landtagsabgeordnete wurden ins Boot geholt, Kontakte ins Kultusministerium geknüpft. Die Schulstiftung der evangelischen Kirche übernahm die Trägerschaft, ein rühriger Förderverein entstand. Ein passender Namenspatron wurde mit Georg Spalatin gefunden, Luthers Altenburger Mitkämpfer aus Reformationszeiten. "Ein günstiges Zeitfenster stand offen, und wir haben es genutzt", bilanziert Birgit Kriesche heute.

Mit gerade mal 21 Schülern - einer einzigen fünften Klasse - begann im Schuljahr 2001/2002 der Unterricht. In drei Räumen, mehr stand Schülern und Lehrern im Gebäude der damaligen Grund- und Regelschule Schulstraße nicht zur Verfügung. Inzwischen gehört das ganze Gebäude dank Erbpacht-Vertrag den Spalatinern. Und schrittweise wurden rund 2,5 Millionen Euro investiert - in Aula und Turnhalle, für Brandschutz, Treppenhäuser, Klassenzimmer und Toiletten, neue Türen und Fenster, Schulhof samt Sportplatz. Und natürlich für eine Glocke

Parallel ging's auch bei den Schülerzahlen aufwärts. Schon im zweiten Jahrgang konnten zwei neue fünfte Klassen aufgemacht werden, ab dem fünften Jahrgang müssen die jeweils 52 Plätze unter 60 bis 70 Bewerbern aufgeteilt werden. Sie kommen nicht nur aus dem Altenburger Land, sondern auch aus Waldenburg oder Borna. Obwohl von Anfang an Schulgeld bezahlt werden muss, aktuell 50 Euro pro Monat fürs erste Kind, 30 fürs zweite. 358 Schüler und 37 Lehrer zählt das Spalatin-Gymnasium heute.

"Ja, wir sind in der Schullandschaft der Region etabliert", freut sich die Schulleiterin, die sich noch genau an die Skepsis gerade unter den Altenburger Lehrerkollegen erinnern kann. Und die waren umso dankbarer für das Vertrauen, das die Eltern der ersten Schüler-Generationen in die neue Bildungseinrichtung setzten. Das Konzept der Gründerväter und -mütter ist aufgegangen, ist sie überzeugt:

"Wir orientieren uns an den Grundwerten der Bibel, aber wir machen keine Zwangsmissionierung und wir beten nicht jeden Tag. Die Basis unseres Unterrichts ist gelebter Glaube, aber auf dieser Grundlage sind wir offen. Zu uns kommen viele Kinder aus dem Bildungsbürgertum, aber wir wollen keinen elitären Ansatz. Wir wollen die jungen Leute so ausbilden, damit sie aus christlicher Überzeugung Verantwortung übernehmen, um die Gesellschaft mitzugestalten." Und obwohl bereits drei Jahrgänge die Schule verlassen haben - die Durchschnitte der Abiturnoten lagen zwischen 2,0 und 2,1 - hat auch noch kein Absolvent ein Theologiestudium begonnen.

"Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt, es ist einfach ein ziemlich gutes Klima zwischen Schülern und Lehrern", bestätigt Josefine Diersch die Einschätzung ihrer Schulleiterin. Die 16-Jährige geht in die 10. Klasse und engagiert sich ebenso wie Micha Englisch aus der 11. in der Schülermitverwaltung. Der meint: "Durch das christliche Leitbild gibt es auch einen stärkeren gegenseitigen Respekt." Doch im Grunde sind sich beide einig: Es ist eigentlich nichts Besonderes, auf das Spalatin-Gymnasium zu gehen.

Mit einem Schulfest feiern Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde heute den zehnten Geburtstag ihres Gymnasiums. Und übers ganze Schuljahr verteilt erinnern zehn Projekte daran, dass mit der Gründung des Christlichen Gymnasiums doch schon etwas Besonderes geschafft wurde.

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