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Altenburg Coup: Drei Schülerinnen ergattern Interview mit Weltstar Angelika Milster
Region Altenburg Coup: Drei Schülerinnen ergattern Interview mit Weltstar Angelika Milster
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08:00 28.10.2017
Freuen sich sehr über ihr Interview mit dem Musical-Star Angelika Milster – Jasmin, Karin und Lisa (v.l.) von der Schülerzeitung des Spalantin-Gymnasiums. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Ich bin so müde.“ Das sind die ersten Worte von Angelika Milster, als die Sängerin am Donnerstagabend den Roten Salon im Altenburger Theater betritt – noch bevor es Zeit für ein erstes „Hallo“ ist. Kein Wunder nach einem solch anstrengenden Tag, der bereits um 9 Uhr mit einer Umbesetzungsprobe begann und erst nach einer weiteren umjubelten Aufführung des Musicals „Sunset Boulevard“ mit Milster in der Hauptrolle auf der Bühne des Landestheaters gegen 17.30 Uhr endete. Obwohl die Künstlerin eigentlich lieber schnurstracks ins Hotel oder mit ihrem Hund, der seit Stunden geduldig auf sie wartet, spazieren ginge, investiert sie noch Zeit und Kraft in ein Interview – für die Schülerzeitung des Christlichen Spalatin-Gymnasiums Altenburg.

Angelika Milster, im bequemen Freizeitlook und trotz ihrer Müdigkeit wie immer blendend aussehend, sitzen im Roten Salon also nicht namhafte Vertreter großer Medien aus Funk, Fernsehen und Presse gegenüber, sondern drei Altenburger Gymnasiastinnen: Jasmin Bauch (16), Lisa Lewicki (15), beide 10. Klasse, und Karin Volchetskiy (11) aus der Sechsten. Allesamt Mitglieder der Redaktion der Schülerzeitung „Der Prediger“, die dreimal jährlich in einer Auflage von etwa 130 Exemplaren herausgegeben wird. Die nächste Ausgabe mit dem Milster-Interview soll zum Nikolaustag erscheinen.

Die Idee zu diesem, in der nunmehr achtjährigen Geschichte der Schülerzeitung ganz und gar ungewöhnlichen Beitrag kam Jasmin nach dem Besuch von „Sunset Boulevard“. Gemeinsam mit Lisa und weiteren rund 40 Spalatinern aus der 9b und 10a hatte sie die Vorstellung am Freitag vor den Herbstferien besucht – und war begeistert und ergriffen zugleich. „Frau Milster hat mich sehr beeindruckt, wie emotional sie die Rolle der Norma Desmond rübergebracht hat. Das ging mir richtig durch den Körper“, erzählt Jasmin. „Und ich dachte, man müsste mal probieren, mit ihr ein Interview zu bekommen.“

Gesagt, getan. Sie stellte eine entsprechende Anfrage in der Pressestelle des Theaters – und bekam zu ihrem eigenen Erstaunen schnell eine positive Antwort. Schon nach der nächsten Vorstellung von „Sunset Boulevard“ am 26. Oktober sei Gelegenheit, hieß es. Zur Vorbereitung. recherchierten die Mädchen als erstes im Internet. Und je länger sie das taten, um so mulmiger wurde ihnen. Erst jetzt war ihnen so richtig klar geworden, dass sie ein Interview mit einem Weltstar an Land gezogen hatten. Entsprechend aufgeregt sind Jasmin, Lisa und Karin am Donnerstag, vor allem die Jüngste des Trios bringt anfangs kaum ein Wort heraus.

Doch die Sorge, nicht bestehen zu können, erweist sich als völlig unbegründet. Und die Aufregung legt sich schon in den ersten Minuten. Denn die drei Mädchen erleben einen Star völlig ohne Allüren. Angelika Milster nimmt sie gleich in den Arm, erklärt ihnen, wie sie sich auf dem Sofa setzen sollen, damit sie auf dem Foto für die OVZ gut rüberkommen und plaudert einfach drauflos, um den Schülerinnen die Scheu zu nehmen.

So erfahren sie durchaus Privates aus dem Leben der 66-Jährigen, die auf den Bühnen der Welt zu Hause und sich dennoch nicht zu schade ist, eine Rolle am Altenburg-Geraer Theater anzunehmen. „Ich singe und spiele für Menschen und benutze den Namen einer Bühne nicht als Aushängeschild.“ Sie erzählt von ihrem großen Herzen für Tiere und Umwelt, von ihren Söhnen, ihrer Liebe zu Kindern.

Die Reaktion von Angelika Milster auf die Frage: Welchen Stellenwert hat Ihr Beruf für Sie? Quelle: Lisa Lewicki

So dauert es nicht lange und die akribisch vorbereiteten Fragen werden gestellt. Milster antwortet bereitwillig, ausführlich, frei von der Leber weg, gibt den jungen Mädchen ganz nebenbei noch so manchen Tipp mit auf den Lebensweg. Und sie wird als im Umgang mit Journalisten erfahrener Profi zum Schluss des Interviews sogar noch völlig überrascht. Die Schülerinnen bitten darum, Fragen zu stellen, auf die

Ihre Reaktion auf die Frage: Wie haben Sie auf diese Interview-Anfrage reagiert? Quelle: Lisa Lewicki

Angelika Milster nur mit Mimik und/oder Gestik antworten darf. „Toll, so etwas hatte ich noch nie. Na dann mal los“, ist ihre Reaktion. Jasmin fragt, Lisa fotografiert. Zwei der Schnappschüsse sind hier bereits zu sehen. Alle anderen und das Interview kann man dann in der Schülerzeitung nachlesen.

Wer Angelika Milster wiedersehen will, kann dies unter anderem am 24. Dezember in der Carmen-Nebel-Show. Vorab wird sie auch in „Leute heute“ im ZDF und bei „Brisant“ im MDR zu sehen sein. Die Sendetermine stehen noch nicht fest. Anlass ist jedes Mal ihre Rolle in „Sunset Boulevard“ in Altenburg und Gera.

Frage und Antwort

Jasmin, Lisa und Karin hatten sich akribisch auf das Interview vorbereitet und sich interessante Fragen ausgedacht. Hier eine kleine Kostprobe.

Hatten Sie schon Zeit, sich Altenburg anzuschauen?

Ich habe die Stadt in den vergangenen Jahren schon bei zwei Kirchenkonzerten kennengelernt. Bei der aktuellen Produktion von „Sunset Boulevard“ bleibt dafür allerdings nur wenig Zeit. Manchmal bin ich aber doch mit meinem Hund unterwegs und finde, dass es eine schöne Stadt ist. Es gibt viele nette Geschäfte. Aber das Kopfsteinpflaster! High Heels kann man hier nicht tragen.

Was war Ihr Kindheitstraum?

Sängerin sein, einen Bauernhof besitzen, Kinder haben. Und ich wollte ganz viel Geld, um für arme Menschen etwas zu machen.

Haben Sie schon immer gern gesungen und geschauspielert?

Ich war schon immer ein Kobold. Bin gern ins Bett gegangen und habe mich selbst in den Schlaf gesungen. Ich kannte schon in jungen Jahren ganze Operetten-Partien auswendig.

Was war Ihr unvergesslichster Moment auf der Bühne?

Bei meinem allerersten Auftritt in der „Schönen Helena“ bin ich beim Cancan in den Orchestergraben gefallen. Bis auf eine dicke Nase ist das zum Glück glimpflich ausgegangen.

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Menschen, die Menschen lieben, sind die glücklichsten Menschen auf der Welt. Und: Lebe den Moment.

Von Ellen Paul

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