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Altenburg Dach, Aufzug, Toiletten und Logistik: Theater Altenburg braucht mehr als neue Bühnentechnik
Region Altenburg Dach, Aufzug, Toiletten und Logistik: Theater Altenburg braucht mehr als neue Bühnentechnik
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16:29 16.03.2018
Der graue Vorbau zum Bühneneingang am Theater soll abgerissen werden. Hier soll die Entladestelle für Bühnenbilder entstehen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Drehbühne und Maschinenzüge – das Herzstück der Technik im Landestheater Altenburg könnte jederzeit ausfallen. Das ist seit Jahren bekannt. Jetzt stellt sich heraus, dass diese Investition nicht ausreicht und noch mehr nötig sein wird. Das erklärte Volker Arnold, Kaufmännischer Geschäftsführer der Theater und Philharmonie Thüringen (TPT), der OVZ.

Geplant ist eine sogenannte logistische Erschließung, so wie in Gera. Dadurch ist es möglich, dass die von Gera nach Altenburg transportierten Bühnenbilder schneller und mit weniger Aufwand auf die Bühne bewegt werden können. Bislang werden sie von Mitarbeitern vom Brühl durch lange Gänge geschleppt. Fortan soll es ein Containerverladegerüst geben, das direkt am Verwaltungsgebäude in Bühnennähe andockt.

„Das muss in Altenburg endlich realisiert werden“, fordert auch Thomas Stolze, der Technische Direktor beim TPT, denn im fusionierten Theater werden die Stücke auf zwei Bühnen gespielt, das Equipment muss zwischen Gera und Altenburg ständig hin- und hertransportiert werden. Die Container-Station wird dort errichtet, wo sich jetzt der graue Vorbau zum Bühneneingang befindet, der deswegen abgerissen wird.

Auch um das defekte Dach des Verwaltungsgebäudes wird man sich kümmern müssen. Hier hat es schon zu Wasserschäden im Inneren geführt. Außerdem ist ein Behinderten-Aufzug geplant. Dieser soll die zwei Treppenlifter ablösen, die Personen nur bis in Parkett-Höhe transportieren können und auch sehr störanfällig sind, vor allem im Winter. Außerdem sollen die alten, noch aus DDR-Zeiten stammenden und nur über die Bühne zugänglichen Toiletten für das Heizhaus abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet werden.

Damit erklärt sich auch, warum sich der anfängliche Sanierungsbetrag von rund sieben Millionen Euro auf nunmehr zehn Millionen erhöht hat. Diese Summe nannte Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor einigen Tagen im Kreistag. Dass dafür nicht nur die Bühnenmaschinerie, sondern noch ganz andere Investitionen getätigt werden sollen, war bislang nicht bekannt. Auch Sojka hatte darüber nie öffentlich gesprochen. Eine Diskussion darüber fand daher ebenso wenig statt.

Die zehn Millionen sollen im Doppelhaushalt 2018/2019 des Landes bereitgestellt werde, der vom Landtag allerdings erst noch beschlossen werden muss. Den ersten Schritt für die Sanierung der Bühnentechnik hatte der Kreistag bereits erledigt. Der Kreisausschuss vergab vor einigen Tagen den ersten Auftrag. Eine Geraer Firma wird die Ausschreibung der Planungsleistungen für die Technik deichseln, um die sich dann Ingenieure in ganz Europa bewerben können. Schon allein die Umsetzung dieser einen Ausschreibung kostet den Steuerzahler 74 640 Euro.

Arnold und sein Technischer Leiter gehen angesichts dieser hohen Kosten nur allein schon für die Ausschreibung, aber auch für die bekanntermaßen immer teurer werdenden Leistungen im Baubereich dennoch davon aus, dass die zehn Millionen Euro ausreichen. Beide verteidigten ebenso die enormen Ausgaben für die Bühnentechnik, die zwar in die Jahre gekommen ist, aber noch funktioniert. Allein die veraltete störanfällige Steuerung auszuwechseln, würde nicht genügen, behauptet Stolze. Die Qualität der gesamten Anlage reiche nicht mehr aus, es gebe zu wenig Maschinen-, dafür zu viele Handzüge, die die Kulissen oder die Beleuchtung bewegen. Deshalb benötige man in Altenburg auch mehr Personal als in Gera.

„Wir brauchen moderne technische Möglichkeiten und vor allem die gleichen wie in Gera. Das Publikum erwartet Perfektion“, entgegnet Stolze auf den OVZ-Hinweis, dass trotz und mit der alten Technik seit sehr vielen Jahren sehr gute Stück auf die Bühne gebracht werden. Das Risiko, dass das bald nicht mehr gelingt, meint Stolze, sei zu groß.

Von Jens Rosenkranz

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