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Altenburg Dach von Gedenkbaracke in der Poststraße weggerissen
Region Altenburg Dach von Gedenkbaracke in der Poststraße weggerissen
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19:11 04.07.2018
Eine Windhose hat das Dach einer historischen Baracke in der Poststraße weggerissen, in der an die einst hier festgehaltenen Zwangsarbeiter erinnert wird. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Nicht nur Wolfgang Böhm war der Schreck noch am Mittwoch deutlich anzumerken: Vermutlich eine aus heiterem Himmel kommende Windböe hat am Dienstag gegen 15.30 Uhr das halbe Dach einer betagten Baracke an der Poststraße weggerissen, die als Gedenkstätte an die dort zu Nazizeiten bei der Hasag inhaftierten Zwangsarbeiter erinnert. Maßgeblichen Anteil an der Entstehung dieser Erinnerungsstätte hat der Altenburger Geschichtsverein (AGV), der das Objekt auch betreut und dem Wolfgang Böhm vorsteht.

Selber gesehen hat er die Windhose allerdings nicht. „Aber diverse Zeugen aus der benachbarten Kleingartenanlage bestätigen, dass sich eine Art Mini-Tornado aus dem Nichts heraus gebildet hat, zielgerichtet über die Baracke hinweggefegt ist und das halbe Dach mit einem Riesenknall förmlich zusammen geschoben hat. Zehn Meter rechts und links neben der Bahn der Böe blieb auch alles unversehrt“, schildert Böhm weiter.

Expertenrunde untersucht Schäden

Umgehend informierte der AGV-Chef die zuständigen Behörden im Altenburger Rathaus, denn die Gedenkstätte gehört der Stadt Altenburg. „Ich wollte einfach, dass dort sehr schnell reagiert und der Schaden abgeschätzt und behoben wird. Und das hat man mir auch zugesagt und sich daran gehalten.“ Schon Mittwochfrüh nahm eine Expertenrunde aus dem zuständigen Liegenschaftsamt das ramponierte Barackenstück genau unter die Lupe. „Als Stadt ist es natürlich unser festes Ziel, die Schäden schnellstmöglich zu reparieren“, so Rathaussprecher Christian Bettels auf OVZ-Anfrage. Eine genaue Schadenshöhe konnte Bettels vorerst noch nicht mitteilen. „Wir haben umgehend einen Dachdecker beauftragt, der sich die Schäden ansieht eine erste Kostenschätzung vornimmt. Die Schäden sind schon recht massiv. Aus der Portokasse lässt sich das sicher nicht bezahlen“, ahnte Bettels.

Vor allem schnell soll die Reparatur erfolgen, damit sich die Schäden nicht noch weiter verschlimmern und Nässe in das Bauwerk eindringt, fordert Wolfgang Böhm. Nebenher hat er sich auch noch eine meteorologische Expertenmeinung zur möglichen Ursache der Windhose eingeholt. „Das klingt ja schon ein wenig abenteuerlich. Auch weil Dienstag ja andernorts keinerlei Wind zu spüren war“, so Böhm. Aber vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erfuhr er, dass es ein solches Wetterphänomen bei der derzeit herrschenden Hitze durchaus geben kann. „Obwohl das sehr selten ist und wirklich nur auf einen minimalen Raum begrenzt vorkommt“, hat er vom DWD erfahren.

Von Jörg Wolf

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