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?Dann müssen sie auch mal Nein sagen?

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Immer dünner werdende Personaldecken in den Freiwilligen Feuerwehren machen es schwieriger, rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Mancherorts ist die zu bestimmten Zeiten schon nicht mehr gegeben.

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Uwe Engert

Quelle: Mario Jahn

Die OVZ sprach über das Problem mit Kreisbrandinspektor Uwe Engert (52) und fragte nach Lösungsmöglichkeiten.

 

OVZ: Wie ist es derzeit um die Einsatzbereitschaft bestellt?

 

Uwe Engert: Da klopfe ich dreimal auf Holz. Bislang war immer Hilfe da, wenn sie gebraucht wurde. Auch in der vorgeschriebenen Zeit. Letztendlich interessiert den betroffenen Bürger ja nicht, ob zwei Kameraden zur Hilfe da sind, oder 20. Wichtig ist nur, dass schnell geholfen wird. Aber die Anzahl aktiver Kameraden ist im Vorjahr erneut um 30 gesunken. Dies ist zwar weniger als in den Jahren zuvor. Doch 30 Personen entsprechen dem kompletten Personalstamm einer mittleren freiwilligen Wehr.

 

Irgendwann dürfte der Ernstfall eintreten und niemand hilft?

 

Das ist uns auch völlig klar. Es wird der Punkt kommen, an dem Feuerwehren mangels Personal im Ernstfall nicht mehr aus dem Depot ausrücken können. Das passiert ja heute auch schon. Vor allem wochentags. Bislang aber konnten diese Ausfälle durch andere Wehren kompensiert werden. Aber so ehrlich muss man auch sein, dass dies morgen schon anders aussehen kann.

 

Was kann man dagegen tun?

 

Über neue Strukturen nachdenken. Vielerorts passiert auf dem Gebiet schon viel, schließen mehrere Wehren Kooperationsverträge und werden die Sirenen benachbarter Orte parallel geschaltet. Und kleine Wehren, die dauerhaft nicht mehr die erforderliche Personalstärke haben, lösen sich auf und schließen sich größeren, leistungsfähigeren an.

 

Sie haben aber auch massive Kritik daran geübt, dass Feuerwehrleute zu immer mehr Einsätzen gerufen werden, für die sie vordergründig gar nicht zuständig wären.

 

Das ist richtig. Die Feuerwehr ist hierzulande nun einmal die erste und schnellste Hilfstruppe und über den Notruf 112 immer erreichbar. Die Frauen und Männer rücken auch immer an, um zu helfen, weil dies ihre Berufung ist. Aber seien wir mal ehrlich: Braucht es bei jedem Schadensereignis immer gleich die Feuerwehr, die laut Gesetz zur schnellen Hilfe in Notfällen vorgesehen ist?

 

Geht das ein wenig genauer?

 

Selbstverständlich: Wenn beispielsweise kilometerlange Ölspuren zu beseitigen sind. Oder wenn durch Sturm und Regen zahlreiche Bäume umfallen. Oder Dächer von Schneelasten zu befreien sind. Da würde es in bestimmten Fällen auch ausreichen, die betroffenen Gebäude oder Straßen abzusperren und die Behebung beispielsweise durch Angestellte der Kommune erledigen zu lassen. Aber demgegenüber ist die Feuerwehr eben der preiswerteste und schnellste Weg. Da sind auch die jeweiligen Bürgermeister gefordert. Es darf nicht passieren, dass die Feuerwehr für Jedes und Alles missbraucht wird. Übernehmen die Feuerwehrleute zusätzliche Aufgaben freiwillig, dann gerne.

 

Müssen da auch die Chefs der einzelnen Feuerwehren lernen, in bestimmten Fällen Nein zu sagen?

 

Wenn die Rettungsleitstelle alarmiert, muss die Wehr ausrücken. Das steht außer Zweifel. Aber bei Ereignissen, wie oben angesprochen, wo die Feuerwehr durch andere angefordert wird, sollten die Wehrführer schon genau hinschauen, ob dieser Einsatz einer für die Feuerwehr ist oder nicht. Und dann müssen sie auch mal Nein sagen. Ansonsten besteht schnell die Gefahr, dass sich die Kameraden als sprichwörtliche Allesmacher ausgenutzt sehen und hinwerfen.Interview: Jörg Wolf

 

© Kommentar

Jörg Wolf

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