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Das Altenburger Land im Glutkasten: Alles lechzt nach erfrischendem Nass

Das Altenburger Land im Glutkasten: Alles lechzt nach erfrischendem Nass

Wie das besonders gut funktioniert, wissen die Knirpse im Volkssolidaritäts-Kindergarten Mischka ganz genau. Mit Gießkanne oder Wasserpistole in der Hand toben die Kleinen im Garten umher, besonders die aufgestellten Wasserspiele sind heiß begehrt bei den Kleinen.

"Und wir gehen meist nur am Vormittag raus", sagt Leiterin Ilona Obigt, danach sei es einfach zu heiß.

 

Affenhitze im Inselzoo

 

Eine Affenhitze herrscht auch im Inselzoo, wenngleich die Tierpfleger nicht nur bei den Affen für Abkühlung sorgen. Während diese hin und wieder ein tiefgefrorenes Eis aus Quark und Früchten bekommen, regnet es bei Vogel-Volieren regelmäßig eine Wasserladung aus dem Schlauch. "Das Wasser wird natürlich schön verteilt. Ansonsten suchen sich die Tiere ein schattiges Plätzchen", sagt Tierpflegerin Birgit Hermenau. Auch mehrfaches Nachfüllen der Wasservorräte sei bei diesen Temperaturen selbstverständlich - übrigens auch bei den Fischen. Damit die Becken nicht überhitzen, werden regelmäßig sogenannte Eisbomben hinzugegeben.

 

Schwer zu ertragen ist die Situation auch für die Pflanzen in den Kleingärten. "Natürlich setzt diese Hitzewelle auch den Kleingärtnern zu. Teilweise sind die Wiesen schon regelrecht verbrannt und der Boden ausgemergelt", sagt Jörg Seifert, Vizechef des Regionalverbandes der Kleingärtner Altenburger Land. Er hat sich davon in einigen Anlagen persönlich ein Bild und überall dieselben Feststellungen gemacht. "Sämtliche Wasserspeicher und Zisternen sind nach diesen 14 Tagen fast komplett erschöpft, so dass die Kleingärtner leider zum Gießen auf Leitungswasser zurückgreifen müssen." Ähnlich dramatisch sei die Situation im Botanischen Erlebnisgarten.

 

Auf den Feldern hingegen gibt es nur vereinzelt verdorrte Pflanzen. Denn das Getreide ist laut Berndt Apel - bis auf Ausnahmen - bereits abgeerntet. "Aber die nachfolgenden Kulturen wie Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln haben natürlich Durst und möchten - wie wir Menschen auch - Wasser sehen", erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Altenburger Land, der auf den angesagten Wetterumschwung hofft. Bisher sei man im Kreis ohne größere Einbußen davongekommen. "Bleibt es aber bei der Trockenheit, kann sich das ändern."

 

Kein Hitzefrei in der Brauerei

 

Die Altenburger Brauerei arbeitet in diesen heißen Tagen an der Kapazitätsgrenze. "Pro Tag werden 880 Hektoliter Bier gebraut und in 176 000 Flaschen abgefüllt. Und die Tagesproduktionen werden derzeit umgehend abgesetzt", sagt Katja Sperling, Controllerin im Unternehmen. Die Lagerbestände seien derzeit auf ein Minimum zusammengeschmolzen. Nun ist das Bierbrauen ein in der Regel ohnehin sehr heißes Geschäft. "Die Arbeitszeiten für unsere Beschäftigten können wir leider nicht verlegen. Aber wir halten für sie reichlich Getränke vor, alkoholfreie, versteht sich", betont Katja Sperling.

 

Einen regelrechten Run auf Alkoholfreies hat Getränkegroßhändler Uwe Patzelt beobachtet. "Der Absatz ist durchschnittlich um 50 Prozent angestiegen", sagt er. Engpässe befürchtet der Unternehmer, der insgesamt drei Märkte betreibt, allerdings nicht. "Sicher kann der eine oder andere Mineralwasserlieferant mal in Lieferschwierigkeiten kommen, weil der Leergutrücklauf stockt. Aber richtig Probleme gibt es nicht." Übrigens: Patzelts Fahrer bekommen kostenlose Marschverpflegung in Form von alkoholfreien Getränken.

 

Kostenlos Wasser ist auch im Modehaus Fischer in Altenburg stets für die Mitarbeiter verfügbar. "Und unser Chef spendiert uns bei der Wärme auch mal ein Eis", sagt Angestellte Sandra Schneider. Ansonsten laufe der Betrieb aber wie gewohnt. "Wir merken, dass die Kunden eher vormittags unterwegs sind, und dann geht es kurz vor Feierabend wieder los." Auswirkungen auf den Sommerschlussverkauf habe die anhaltende Hitze aber nicht. "Er läuft gut."

 

Operationsräume werden gekühlt

 

Gut und vor allem viel läuft die Klimaanlage im Klinikum Altenburger Land zurzeit. Damit die Ärzte und Pfleger konzentriert arbeiten können, werden die Operations- und einige Untersuchungsräume im Krankenhaus gut gekühlt, auch auf der Intensivstation herrschen angenehme Temperaturen. Doch auch im Klinikum ist die Hitze zu spüren: "Während wir sonst alle zwei Tage 80 Kästen Mineralwasser benötigen, brauchen wir derzeit diese Menge nahezu täglich", sagt Peter Sturm, Küchenchef des Krankenhauses. Aber: "Glücklicherweise haben wir aufgrund der Hitze nicht mehr Patienten als sonst auch in der Notfallaufnahme", sagt Dr. Uwe Faifer.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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