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Das Altenburger Tierheim am Poschwitzer Park besteht seit 15 Jahren

Das Altenburger Tierheim am Poschwitzer Park besteht seit 15 Jahren

Am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, bestand das Altenburger Tierheim am Poschwitzer Park exakt 15 Jahre. Auf eine Jubiläums-Party vorgestern wurde aber verzichtet.

Auf 4000 Quadratmetern erstreckt sich das Altenburger Tierheim. Derzeit sind hier sechs Hunde und 30 Katzen untergebracht.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Jörg Wolf

"Ehrlich gesagt, fehlt einem die Zeit", sagt die Chefin vom Tierschutzverein Altenburg, Sibylle Börngen. Dem Verein stand die Tierärztin im Jahr 1997 zwar noch nicht vor. Sie erinnert sich aber recht gut an die damaligen Bedingungen. Zwar hatten die Tierschützer schon damals ein festes Domizil, in dem sie vor allem gefundene Katzen und Hunde aufnehmen konnten. Den einstigen Hundeplatz der Polizei bekam der Verein zur Nutzung überlassen. "Aber in unmittelbarer Nähe wurde dann das Klinikum errichtet, sodass es für die Unterbringung der Tiere ein neues Domizil brauchte", so Börngen.

Leicht gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten Fläche damals nicht. Es musste akribisch darauf geachtet werden, dass auf dem vorgesehenen Areal keine Rückübertragungsansprüche Dritter liegen. Die 4000 Quadratmeter im Poschwitzer Park waren geeignet. Der Tierschutzverein schloss mit der Stadt einen Erbbaupachtvertrag über 30 Jahre ab und machte sich ans Werk.

Es war ein mühsamer Weg, der in dem knappen Jahr Bauzeit bis Oktober 1997 gegangen werden musste. Erst verzögerten Minusgrade den Baustart. Und finanziell auf Rosen gebettet war der Verein ohnehin nie. Das war auch der Grund dafür, dass das Tierheim bis heute zum Großteil aus Containern besteht. "Das war der einzige Weg, der realisierbar war", erfuhr Börngen von Vereinsmitgliedern. Dennoch kostete das Tierheim, nach damaligen Maßstäben mit zu den modernsten in Thüringen zählend, rund 120 000 Euro. Davon kamen circa 75 000 Euro als Fördermittel vom Freistaat - 45 000 Euro warben die rührigen Mitglieder über Spenden ein. Aus dem Bauen sind die Tierschützer seither nicht mehr herausgekommen: "Erst war das Heim nicht ans Abwassernetz angeschlossen, was zeitweise durch eine eigene Sammelgrube und 2008 durch einen festen Anschluss behoben wurde", erzählt die Vereinschefin. In diesem Jahr wurde eine neue Krankenstation für Katzen und Kleintiere in Betrieb genommen.

Sibylle Börngen sieht noch etliche Herausforderungen auf den Verein zukommen, für die sich die etwa 90 Mitglieder auch finanziell mächtig strecken müssen. Einerseits soll das Areal von der Stadt käuflich erworben werden. "Nur als Eigentümer macht es Sinn, weiter zu investieren", sagt die Chefin. Denn mittelfristig müssen die Container durch feste Bauten abgelöst werden. Zwei Festangestellte, ab Dezember drei, kümmern sich im Moment um die untergebrachten Tiere - derzeit sechs Hunde und 30 Katzen. Hinzu kommen etwa zwölf ehrenamtliche Helfer, die sich der Vierbeiner annehmen. "Ohne dieses freiwillige Engagement wäre die Betreuung der Fundtiere, die eine Pflichtaufgabe von Stadt und Kommunen ist, viel kostspieliger", hebt die Chefin hervor.

Obwohl die Kommunen für die Dienstleistung zahlen, kann der Verein seine Arbeit ohne weitere Spenden nicht schultern. "Aber bei der Bevölkerung haben wir einen guten Stand", meint Börngen. Das zeigen auch die vielen Besucher sowie die Vermittlungszahlen von Tieren, die beinahe alle neue Besitzer finden.

-Kommentar

 

Der Arbeit der Altenburger Tierschützer seit der Wende widmet die OVZ eine Beitragsserie auf der Heimatseite, die in der Dienstags-Ausgabe beginnt.

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