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Das Geld ist da: Alte Altenburger Bahnpost weicht neuem P + R-Platz

Das Geld ist da: Alte Altenburger Bahnpost weicht neuem P + R-Platz

Es ist d i e Maßnahme der Skatstadt in Vorbereitung auf die für Ende 2013 angekündigte S-Bahn-Anbindung von und nach Leipzig: der neue Park-and-ride-Platz (P+R) gleich neben dem Bahnhof.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Ellen Paul

"Bitte folgen Sie mir, ich will Ihnen den aktuellen Kraut-und-Rüben-Zustand mal zeigen", sagt Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gestern auf einer Pressekonferenz vor Ort. Je näher der Journalisten-Tross dem Gelände kommt, desto mehr wird klar: Wolf hat mit seiner Kraut-und-Rüben-Beschreibung arg untertrieben. Die alte Bahnpost und das angrenzende Gebäude bieten einen verwahrlosten Eindruck, aus eingeschlagenen Fensterscheiben dringt Modergeruch. Wer einen Blick hinein wagt, sieht morsches Deckengebälk, das mittlerweile auf der Erde liegt, sieht Dreck und Unrat. Überall wuchert Unkraut, selbst aus der Dachrinne.

Hier ist nichts mehr zu retten. Darin weiß sich der OB mit der Denkmalschutzbehörde einig. Sie hat ihre Zustimmung zum Abriss des 1911 errichteten Gebäudes bereits erteilt. Für das Stadtoberhaupt ist dies trotz der interessanten neuen Nutzung des Areals gar keine so leichte Sache: "Denn die Bahnpost hat schon etwas mit Altenburger Tradition zu tun, bei manch einem hängt sicher auch Herzblut dran."

Wenn der Bauausschuss des Stadtrates auf seiner Sitzung am 14. August die Planungen genehmigt, ist Wolf überzeugt, alsbald mit dem Abriss beginnen zu können. Denn das Land hat die beantragten Fördermittel bewilligt, und Ende August/Anfang September sollen mit der Bahn die Formalitäten des Grundstückskaufs abgewickelt werden.

Dann werden außer den alten Bahngebäuden auch die Garagen neben der ehemaligen Post abgerissen. Die Deutsche Bahn hat die Pachtverträge bereits gekündigt. Denn der neue Park-and-ride-Platz erstreckt sich auf einer Länge von etwa 110 Metern entlang der Bahnstrecke bis hin zu den ehemaligen Gärten von Bahnmitarbeitern, die ebenfalls schon lange nicht mehr genutzt werden und verwildern.

Auf einer Fläche von 2900 Quadratmetern sollen insgesamt 51 Parkplätze entstehen, zwei davon für Behinderte, sowie sechs Motorradstellplätze. Der Zugang zum Bahnsteig 1 soll barrierefrei über eine Rampe mit Zwischenpodest ermöglicht werden. "Zurzeit muss man als Rollstuhlfahrer fast Hochleistungssportler sein, um die Rampe hinauffahren zu können", weiß Michael Wolf.

Der neue Parkplatz wird so gestaltet, dass er bei Bedarf und dem nötigen Geld erweitert werden kann. Gegenwärtig waren mehr als 51 Plätze nicht finanzierbar. Seine Nutzung ist voraussichtlich gebührenfrei. "Wir haben hier noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Das werden wir testen", erläutert der Oberbürgermeister und zählt auf die Vernunft der künftigen Nutzer. Die Stellplätze sollen ja vor allem Berufspendlern und Touristen zur Verfügung stehen und nicht etwa Leuten, die im unmittelbaren Umfeld arbeiten.

Im Zuge der Bauarbeiten soll auch die Treppe zur Fußgängerbrücke saniert und das Erscheinungsbild des Aufzuges verbessert werden. Dafür reicht das Geld, für einen komplett neuen Fahrstuhl nicht.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 440 000 Euro, davon sind 320 000 Euro Fördermittel. Sie stammen aus der sogenannten Wachstumsinitiative. Die restlichen 120 000 Euro investiert die Stadt. Der Kaufpreis für das Grundstück beträgt 23 000 Euro.

"Wenn alles fertig ist, wird das gesamte Umfeld deutlich aufgewertet, denn es verschwindet ein städtebaulicher Missstand", so der OB, der sich schon seit Langem für einen P+R-Parkplatz am Bahnhof stark gemacht hat.

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