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"Das Matterhorn des kleinen Mannes"

"Das Matterhorn des kleinen Mannes"

Spätestens bei der Verabredung einiger Läufer zum Frühstück mit Weizenbrötchen und Marmelade war klar: Herbert Steffnys Tipps haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

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"Marathonläufer schwitzen glücklich", sagt Lauf-Guru Herbert Steffny bei seinem unterhaltsamen Vortrag. "Aber nur mit der richtigen Vorbereitung."

Quelle: Mario Jahn

Denn exakt das empfahl die 61-jährige Marathonlegende dem am Freitagabend zahlreich in den Goldenen Pflug geeilten Laufvolk als Mahlzeit etwa zwei Stunden vor dem Start.

 

Die Anziehungskraft Steffnys, der mit über 150 Besuchern noch mehr zum Eröffnungsvortrag des Skatstadt-Marathons zog als Skispringer Jens Weißflog im Vorjahr, speist sich vor allem aus drei Dingen: Erfahrung, Wissen und Humor. Wann immer er von Machos höre, sie könnten nicht mit ihrer Frau laufen, weil die ihr Tempo nicht schaffen, frage er: "Wie, du kannst nur ein Tempo?" Denn das A und O beim Langstreckentraining seien langsamere Läufe im grünen, aeroben Bereich und die Variation von Tempi. Auch Letzteres rät er sparsam zu dosieren. Wenn jemand sage: Steigerungsläufe seien doch das Salz in der Suppe, entgegne er: "Und wie viel Salz ist in der Suppe? - Nur eine Prise!"

 

Das bescherte dem Schwarzwälder genauso Lacher und Sympathien wie sein Kommentar zum Inder Fanja Singh, der im Alter von 92 Jahren mit 5:40 Stunden einen Ü 90-Marathon-Weltrekord aufstellte. "Das zeigt: Es ist nie zu spät und macht mir Hoffnung, auch noch einen Weltrekord zu laufen", so der Ex-Trainer Joschka Fischers, der zwei Weltrekorde von Haile Gebrselassie kommentierte. "Ich muss nur übrigbleiben."

 

 

 

Mit einem Augenzwinkern empfahl er den Männern zudem, auf Walking umzusteigen. "Dort herrscht Frauenüberschuss", kommentierte Steffny den Fakt, dass dort bis zu 85 Prozent der Teilnehmer weiblich sind. Wegen des anhaltenden Lauf-Booms bezeichnet er den Marathon auch gern als "das Matterhorn des kleinen Mannes".

 

Überzeugend untermauerte er seine Meinung, dass die Dominanz der Kenianer über 42,195 km nichts mit Veranlagung zu tun hat, durch Fakten. Schließlich wussten diese bislang nichts davon und die ersten lernten das Marathon-Laufen im Ausland. Vielmehr sieht er den sozialen Faktor als Ursache. "Hier studieren die Jugendlichen", sagt er. "In Kenia gibt es die Möglichkeit kaum, weshalb viele nach dem Strohhalm Laufen greifen."

 

 

 

Apropos sozialer Faktor: Den gab es auch mit einem 1000-Euro-Scheck für die Altenburger Berufsschule Wirtschaft und Soziales, die unter Leitung von Lehrerin Iljana Jacob jährlich ein Sportfest für Behinderte organisieren.

Thomas Haegeler

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