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Altenburg Das Publikum in Kosma ist hingerissen
Region Altenburg Das Publikum in Kosma ist hingerissen
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18:00 24.10.2016
Mit viel Spaß und Können bei der Sache – Peter Grimberg als Oberkellner Peter und Horst Freckmann als Kellner Heinz. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kosma

Heuer wäre er 90 Jahre alt geworden, der Peter. Ihm zu Ehren gibt es schon das ganze Jahr eine sehr erfolgreiche Musical-Tournee durch Deutschland. Peter Alexander hätte wohl seine Freud’ gehabt, sich als Protagonist der heilen Schlagerwelt der 50er- und 60er-Wirtschaftswunderjahre in einer Show des Jahres 2016 wiederzufinden.

Angelehnt an Ralph Benatzky’s Singspiel „Im weißen Rössl“ und dessen überaus erfolgreiche Verfilmung mit Peter Alexander hat der österreichische Schauspieler, Sänger, Autor und Regisseur Peter Grimberg (Rudi-Carrell-Show) die musikalische Bühnenkomödie „Hallo Peter“ zu entwickeln angefangen. Das Jubiläumsjahr 2016 ist so gnadenlos mit Auftritten vollgestopft, dass Grimberg gezwungen war (und ist) die Rollen mit sehr talentierten und routinierten Darstellern dreifach zu besetzen. Wohl dem Tourneetheater, welches sich dieses leisten muss.

Die Story ist schnell erzählt und hat sich im Verlauf der Jahre kaum geändert. Wozu auch? Oberkellner Peter (Grimberg) ist in Wirtin Mariandl (Rela Williams) verliebt, die allerdings hat es auf Hotelgast Dr. Schiefer (Mario Claßen) abgesehen. Heinz (grandios Horst Freckmann), das drollige Kellnerfaktotum, versucht zu vermitteln, weil auch das Zimmermädchen Anna (Roxanne Rapp) ein Auge auf Peter geworfen hat. Dazwischen agiert auch noch das Kölner Geschwisterpaar Schmitz (Dirk Hinsberg und Alex Rosenrot). Inmitten der Verwirrungen huscht das lispelnde Zimmermädchen Vera (Alex Rosenrot), das den großen Schmitz-Kerl erobern möchte. Die Kölsche Marina Schmitz krallt sich den Doktor, und zum Schluss bekommt Herr Peter seine Wirtin Mariandl.

Das alles braucht über zwei Stunden mit Pause, weil die tollen Darsteller mit unglaublich viel Wiener Schmäh, trockenem Humor, großartiger Situationskomik und mit überschäumender Spielfreude agieren. Und doch war alles nur die Basis für eine schier unendliche Zahl von Schlagern, Hits und Ohrwürmern, die von Peter Grimberg und den anderen überzeugend und stilsicher interpretiert wurden. Inmitten der wunderschön-kitschigen Gartenkulisse erklang alles, was in dieser Zeit Rang und Namen hatt – die Hits Peter Alexanders zu allererst bis zu Bill Ramsey und Trude Herr. Bei „Ich weiß was Dir fehlt...“ wurde angefangen heftig zu klatschen und bei der „Kleinen Kneipe“, der ersten Zugabe, noch lange nicht aufgehört.

Dazwischen reihten sich, wie an der Perlenschnur aufgefädelt, all die Lieder, mit denen das durchaus reife Publikum, ergänzt durch die begleitenden Töchter, Schwiegertöchter und ihre männlichen Pendants, aufwuchs und alle, aber auch alle sangen freiwillig von der ersten bis zur letzten Minute fröhlich mit. Einige betagte Damen riss es bei „Marina, Marina“, „Im weißen Rössl“ oder bei „Seemann, Deine Heimat ist das Meer“ völlig exaltiert von den Sitzen. Bei „Mille, Mille, Baci“, „Tippi, tippi top, Calypso“, der „Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“, Frank Sinatras „Summerwind“, dem „kleinen Italiener“ von Conny Froboess und Hans Mosers/Peter Alexanders „Sag beim Abschied leise Servus“ schien der Höhepunkt erreicht. Als jedoch Horst Freckmann seine Text-Adaptionen zu Heinz Erhardt förmlich zelebrierte, ließ sich das Publikum zu Beifallsstürmen hinreißen.

Die Zutaten der „Heile-Welt“-Show wurden durch die Akteure also selbst herrlich persifliert. Das tat gut. Sich selbst und die Show nicht ganz ernst nehmend, ließen es Peter Grimberg und alle anderen Akteure ordentlich krachen. Bei „Ich will keine Schokolade“ verschlang Dirk Hinsberg (Schmitz) tatsächlich den Inhalt einer ganzen Tube Schlagsahne samt Apfelstrudel und sodann mindestens noch sechs (6!) Wiener Würste – offensichtlich kalt – und spielte fröhlich weiter. Alles wurde live gesungen, die Orchester-Begleitung lief vom Band. Die Technik hatte gut zu tun, alles in einen ansprechenden Sound zu bringen.

Wer es nicht erlebt hat, glaubt es kaum; das Peter-Alexander-Prinzip geht noch immer auf. Erstaunlich und sehr erfolgreich.

Von Stefan Müller

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