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Altenburg Das Skatspiel wird Montag zum Kulturerbe
Region Altenburg Das Skatspiel wird Montag zum Kulturerbe
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04:35 27.05.2017
Wird Kulturerbe: das Skatspiel. Quelle: dpa
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Altenburg

Am Montag übergibt Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin die Urkunden für 31 Traditionen und Bräuche in ganz Deutschland, die dann zum immateriellen Kulturerbe der Bundesrepublik zählen. Auch die Skatstadt Altenburg ist mit von der Partie: Das gut 200-jährige Skatspiel, nachweislich 1813 in Altenburg erfunden, erhält diesen begehrten Titel. Der ist eine Würdigung der Arbeit der Engagierten und verweist zugleich auf die Notwendigkeit des Schutzes der vergänglichen Kulturformen. Über viele Generationen hinweg haben sie zur Identität der Menschen beigetragen.

Wenn der Vizepräsident des ebenfalls in Altenburg beheimateten Deutschen Skatverbandes (DSkV), Jan Ehlers, in der Bundeshauptstadt die Urkunde am Montag entgegen nimmt, dann bedeutet dies auch für den derzeit rund 22 000 Mitglieder starken Skatverband so etwas wie ein Meilenstein.

„Immerhin kämpfen wir um diesen Titel schon seit etlichen Jahren“, so DSkV-Präsident Peter Tripmaker

„Zwar ist es jetzt noch nicht Weltkulturerbe, aber die Entscheidung für die deutsche Liste ist bereits ein Meilenstein“, so Tripmaker weiter. Jetzt warte man als Verband ab, welche Anforderungen es für die Anerkennung als Weltkulturerbe geben wird, um die ebenso zu erfüllen. „Auch jeden Fall bedeutet schon die jetzige Anerkennung für unseren Verband und das Skatspiel eine gewaltige Aufwertung, weil so für uns die Werbetrommel gerührt wird“, fügt der Präsident hinzu.

Das Skatspiel wurde 1813 in Altenburg erstmals erwähnt und ist heute weltweit populär. Es entstand aus Elementen der Kartenspiele Tarock, Schafkopf, L’Hombre und Solo. Zum Skat braucht es drei aktive Spieler. Allein in Deutschland spielen nach Angaben des Internationalen Skatverbandes Millionen Menschen in ihrer Freizeit Skat.

Außerdem werden der Eisenacher Sommergewinn sowie die Heiligenstädter Palmsonntagsprozession als Thüringer Bräuche in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. So zieht der Sommergewinn – eines der ältesten und größten Frühlingsfeste Deutschlands – jedes Jahr Zehntausende Besucher an. Das Volksfest wird vermutlich seit dem 13. Jahrhundert gefeiert. Höhepunkt ist das jährliche Streitgespräch zwischen Frau Sunna und dem greisen Herrn Winter, der nach seiner Niederlage symbolisch als Strohpuppe verbrannt wird. Bei der Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt wird mit lebensgroßen Figuren in sechs Szenen an den Leidensweg von Jesus Christus erinnert. Die Prozession gilt als eine der größten am Palmsonntag in Deutschland.

Das Verzeichnis umfasst derzeit insgesamt 68 Kulturformen sowie vier „Gute Praxis-Beispiele“. Es soll jährlich wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen. Mit dabei sind etwa Märchenerzählen, die Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland, die Tölzer Leonhardifahrt, die ostfriesische Teekultur, das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald und der Blaudruck. Deutschland kann aus der Liste jedes Jahr eine Nominierung für die Unesco-Liste einreichen.

Von Jörg Wolf

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