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Das "Who is who" der Kunstszene - Sonderausstellung "Kunst im Werden" im Lindenau-Museum bis Ende August verlängert

Das "Who is who" der Kunstszene - Sonderausstellung "Kunst im Werden" im Lindenau-Museum bis Ende August verlängert

Wie vollzieht sich der Weg von der Idee zum vollendeten Werk eines bildenden Künstlers? Auf äußerst unterschiedliche Weise.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Frank Engelmann

"Kunst im Werden", so ist die Exposition überschrieben, die Skizzen, Arbeitsbücher, Projektbestandteile vereint. Maler, Grafiker, Fotografen und Konzeptkünstler gewähren Einblicke in ihre Werkstätten und offerieren Momentaufnahmen aus ihrem Schaffensprozess. Nahezu alle dieser Damen und Herren, insgesamt 22 an der Zahl, haben sich in der deutschen Kunstszene und teilweise weit darüber hinaus längst einen klangvollen Namen erarbeitet. Die Personage, die sich hier mit markanten Kostproben vereint, erscheint dem Betrachter wie das "Who is who?" der mitteldeutschen Kunstszene. Kein Wunder. Diejenigen, die sich derzeit im Haus an der Gabelentzstraße per Steckbrief und Arbeitsproben ein Stelldichein geben, gehören zu den führenden Köpfen der bildenden Künstler hierzulande, sie setzen Richtungen weisende Maßstäbe. Vereint sind sie in der Klasse Bildende Kunst der Sächsischen Akademie der Künste, in die sie aufgrund ihrer herausragenden Stellung und der Bedeutung ihres Lebenswerks berufen wurden.

Erstmals in der 15-jährigen Geschichte dieser Akademie begaben sich die (Meister-)"Schüler" besagter Klasse im Juni 2011 mit einer eigenen Gemeinschaftsausstellung ins Licht der Öffentlichkeit. Im Buchmuseum der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek in Dresden fanden die Akteure die ihnen geeignet erscheinenden Räumlichkeiten, ihre Projektskizzen, Arbeitsbücher und etliches mehr vorzustellen. Gerade weil die Bibliothek keineswegs nur als Mekka für Studierende gilt, sondern aufgrund ihrer umfassenden und kostbaren Bestände zugleich ein Eldorado für Liebhaber der Kunst- und Kulturgeschichte darstellt.

Dass die an der Elbe konzipierte Präsentation sächsischer Akademiemitglieder nun in einer zweiten Station ihren Weg ins Thüringische gefunden hat, ist kein Zufall. Kunsthistorikerin Jutta Penndorf, von 1981 an Direktorin des hiesigen Lindenau-Museums und als solche soeben erst in den Ruhestand verabschiedet, ist ordentliches Mitglied eben jener Akademie und der Klasse Bildende Kunst - als eine von nur zwei "Theoretikern" überhaupt in der Runde der aktiv und gegenständlich schaffenden Künstler. Eine Berufung, die ihre langjährigen Verdienste um die Entdeckung und Förderung vornehmlich sächsischer Künstler würdigt. Vorwiegend in Leipzig und Dresden - neben Berlin die ausgewiesenen Zentren wegweisenden Schöpfertums in der bildenden Kunst nach 1945 - wuchsen jene Talente heran, die heute die Spitze markieren. Vielen von ihnen bot das Lindenau-Museum unter Jutta Penndorfs Leitung ein Podium.

Und so begegnet der Besucher in der Schau "Kunst im Werden" jetzt ein weiteres Mal Einblicken in das Werk von Lutz Dammbeck, Hartwig Ebersbach, Gerda Lepke, Walter Libuda, Michael Morgner, Osmar Osten oder Strawalde, um an dieser Stelle nur einige herauszugreifen. Gegenüber der Erstfassung der Ausstellung, wie sie in Dresden zu sehen war, hat Jutta Penndorf für die Altenburg-Präsentation einige Veränderungen vorgenommen. Erweiterungen vor allem. So sind im Lindenau-Museum vier Künstler zusätzlich vertreten, unter anderem die korrespondierenden Mitglieder der Akademie Dóra Maurer, eine Ungarin, und der tschechische Konzeptkünstler Jiri Valoch. Zudem reichten viele der beteiligten Künstler andere Arbeiten ein oder wurden um Materialien gebeten, die exemplarisch für ihre Arbeitstechniken oder ideellen Ansätze stehen.

In der Zusammenstellung entstanden ist ein sehr weitgreifender Über- und Einblick in künstlerische Schaffensprozesse. Vom traditionellen Skizzenbuch bis zum experimentellen Eintauchen in Farben, Vlies und Schwämme ist ebenso alles vertreten wie von Videos, die von Entwicklungen erzählen, bis hin zu beinahe vollendet erscheinenden Blättern oder grafischen Zyklen, denen das Arbeitsstadium nicht anzusehen ist.

Die Sonderschau ist bis zum 26. August verlängert worden.

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