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Altenburg Das wird spannend: Eine Intrige im Goldsaal lässt Spalatin verschwinden
Region Altenburg Das wird spannend: Eine Intrige im Goldsaal lässt Spalatin verschwinden
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17:35 12.01.2017
Michael Wolf, Susanne Stützner und Christian Horn (v.l.) gestern bei der Präsentation der Programmplanung. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Das hat der Altenburger Schloss- und Kulturbetrieb in seiner jüngeren Geschichte noch nicht vorweisen können – eine vier Jahre umfassende Programmplanung. Am Donnerstag wurden die Pläne für 2017 bis 2020 von dessen neuem Direktor Christian Horn und Mitarbeiterin Susanne Stützner im Beisein von OB Michael Wolf (SPD) der Öffentlichkeit präsentiert. Mit sogenannten Leuchtturmveranstaltungen und Neuerungen im Ausstellungsbereich soll eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit erzielt werden. „Mir ist keine Stadt in Mitteldeutschland bekannt, die aus über zehn Jahrhunderten authentische Bauzeugen in solcher Breite vorweisen kann. Mit einer besseren Vermittlung dieses Schatzes und der Steigerung des Erlebniswertes unserer Angebote will der Schloss- und Kulturbetrieb stärker punkten“, so Horn. Angesichts klammer kommunaler Kassen sei es dabei aber auch zwingend notwendig, Drittmittel zu akquirieren.

Mit der bereits seit 2014 eingerichteten Spalatin-Ausstellung ist man im Schlossmuseum für das Jubiläumsjahr der Reformation bestens vorbereitet, so Christian Horn. Das Prestige-Objekt, das bislang vor allem in den Besucherzahlen deutlich unter den Erwartungen blieb und deshalb umstritten ist, soll nun allerdings doch im nächsten Jahr abgebaut werden. Damit steht der Goldsaal wieder als Ausstellungsraum zur Verfügung. Für das Jahr 2018 ist eine Sonderausstellung unter dem Titel „Intrige im Goldsaal“ geplant, die sich in die Thüringer Schlössertage einreihen werden – landesweite Vermarktung garantiert.

Bereits für den September dieses Jahres soll die Dauerausstellung der herzoglichen Gemächer in der zweiten Schlossetage erheblich erweitert werden. Erstmals werden die dortigen Repräsentationsräume dann durchgängig und auch außerhalb der Führungen offen stehen (die OVZ berichtete).

Im Jahr 2019 wird das herausragende Ausstellungsvorhaben die Sammlung Fotoatelier Kersten sein. Der Bildschatz des ehemaligen Altenburger Fotostudios wurde über drei Besitzergenerationen zusammengetragen und ist einschließlich historischer Studioausstattungen erhalten. In diesem Umfang gibt es in ganz Deutschland lediglich eine Hand voll vergleichbarer Sammlungen. Die Sonderausstellung wird regional von Interesse sein, soll aber auch überregionales Fachpublikum ansprechen, hofft Horn.

Für das Jahr 2020 ist schließlich eine Ausstellung zum Thema Sepulkralkultur in Vorbereitung. Sie ist der fürstlichen Trauer- und Erinnerungskultur gewidmet und in ihr werden wertvolle Stücke aus den Sammlungen des Schlosses präsentiert werden. Die Fürstengruft in der Schlosskirche und die Restaurierung ihrer Särge ist Teil dieser Ausstellungsplanung.

Mit Blick auf klamme Kassen heißt es aber auch, Verzicht zu üben. Für das Ausstellungsangebot im Schlossmuseum bedeutet dies beispielsweise die Konzentration auf große, auch über die Grenzen des Altenburger Landes hinaus gut vermarktbare Expositionen. Kleinere Formate hingegen sollen ab 2018 reduziert werden, um die Kräfte für die großen Sonderausstellungsvorhaben zu bündeln. So wird es die Osterausstellung in diesem Jahr vom 2. bis 30. April zum letzten Mal geben. Weitere temporäre Ausstellungen 2017 sind „Die Loge in der Karikatur“ ab 4. Februar und ab 14. Mai die 10. Thüringer Landesfotoschau.

Im Veranstaltungsbereich arbeitet der Schloss- und Kulturbetrieb in den kommenden Jahren vor allem an der weiteren Profilierung bestehender Formate. So will man für das Klassik-Open-Air, das im Umkreis seinesgleichen sucht, die Besucherzahlen steigern und das Event in Sachsen, hier vor allem im Leipziger Land, sowie in Sachsen-Anhalt vermarkten, erklärte Susanne Stützner. Auch die Museumsnacht will man aufwerten. „Wir müssen das Rad hier nicht neu erfinden, wir möchten aber verstärkt mit unseren Partnern wie dem Lindenau-Museum, dem Mauritianum und dem Theater über weitere überregionale Bewerbungsmöglichkeiten nachdenken“, sagt Stützner und freut sich schon auf das Jubiläum 2019. Dann steigt die 20. Museumsnacht, zu der eine große Lichtinstallation im Schlosspark vorgesehen ist.

Schließlich plant der Schloss- und Kulturbetrieb für den Sommer 2018 eine „künstlerische Intervention“ in der Schlossfassade. Mit einem international gefragten Künstler sei eine Konzeption erarbeitet. Nun hofft man, die notwendigen Fördermittel zur rechtzeitigen Verpflichtung dieses noch nicht genannten Künstlers einwerben zu können.

Die Thüringische Orgelakademie unter der langjährigen erfolgreichen Leitung des Altenburger Schlossorganisten Felix Friedrich soll noch mehr als bislang für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Weiter betreut wird außerdem die Mitspielerakademie, aber auch Workshops und Akademien sowie Veranstaltungen im Schloss gehören zum Portfolio.

„Die Stadt wird alles dafür tun, dass dieses anspruchsvolle Programm umgesetzt werden kann“, verspricht der OB.

Von Ellen Paul

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