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Deich in Windischleuba wird ab Herbst 2017 erhöht

Hochwasserschutz Deich in Windischleuba wird ab Herbst 2017 erhöht

Mancher Bewohner des Unterdorfes von Windischleuba hat schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass der Hochwasserschutz doch noch verbessert wird. Doch während einer Einwohnerversammlung erläuterte ihnen kürzlich Thomas Kleinert von Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) den geplanten Ablauf des Projekts.

Das Regenrückhaltebecken in Windischleuba am Gewerbegebiet wird saniert.

Quelle: Mario Jahn

Windischleuba. Mancher Bewohner des Unterdorfes von Windischleuba hat schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass der Hochwasserschutz doch noch verbessert wird. Doch während einer Einwohnerversammlung erläuterte ihnen kürzlich Thomas Kleinert von Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) den geplanten Ablauf des Projekts. Im Beisein von 40 Bürgern nannte Kleinert zunächst den Grund für die neuerliche Verzögerung: Die Gestaltung der Pleißebrücke auf der B7n, für deren Planung die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) länger gebraucht hatte, als angenommen.

Da die inzwischen vorliege, ist vorgesehen, die Planungsunterlagen für die Hochwasserschutzmaßnahme in Windischleuba noch Ende dieses Monats einzureichen. Laut Kleinert sei inzwischen auch Einigkeit mit allen Anwohnern zu Grundstücksfragen hergestellt, das sei allerdings noch vertraglich festzuhalten. Die Genehmigung des Vorhabens erwarte die TLUG im März 2017. Die Ausschreibung könnte dann im Mai erfolgen und wenn alles reibungslos laufe, stehe einem Baubeginn im September nichts im Weg. „Der Schutz vor einem HQ 100 könnte dann bereits im Dezember 2017 gegeben sei“, erklärte Kleinert, der in der TLUG für Ostthüringen zuständig ist, den Bürgern. Im April 2018 soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

„Gebaut wird der komplette Abschnitt von der sogenannten Stiege im Schlosspark bis hin zur Pleißebrücke. Das sind rund 800 Meter“, so Windischleubas Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU). Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 800 000 Euro, die der Freistaat trägt. Darauf habe man sich bereits vor zwei Jahren geeinigt, denn die Pleiße, die für die Hochwasserereignisse verantwortlich sei, ist ein Gewässer erster Ordnung. Und für die sei der Freistaat zuständig. Reinboth ist zwar froh, dass der Zeitplan jetzt steht, doch der sei ganz schön eng gestrickt, schätzt er ein.

„Um, wie geplant September 2017 mit den Bauarbeiten beginnen zu können, sind im Winter Vorarbeiten zu erledigen. Denn um Baufreiheit zu schaffen, müssen im Schlosspark 48 Bäume, darunter 13 Starkbäume, beseitigt werden. Vier junge Gehölze setzt man um. Die Fällgenehmigung ist bereits beantragt“, meint Kleinert. Um den Schutz vor dem nächsten großen Hochwasser zu sichern, muss der im Park vorhandenen Deich um einen Meter erhöht werden (OVZ berichtete). Weil für einen größeren Damm kein Platz ist, wird der vorhandene Deich durch den Einsatz von Spundwänden erhöht.

Zur Hochwasserschutzmaßnahme gehört außerdem das Anlegen eines Deichverteidigungsweges. Im Park wird dieser auf der Krone des Deiches entstehen. Außerhalb des Park wird der Schotterweg neben dem Deich verlaufen.

„Wir bauen bei Schutz für Windischleuba auch auf das fast fertige Hochwasserschutzkonzept für die ganze Pleiße“, so der Fachmann von der TLUG. Darin sei auch die technische Lösung, die die neue Brücke auf der B7 bringe, enthalten. Seine Behörde habe die Pläne der Deges auf dem Tisch gehabt. Die Deges müsse allerdings noch Hausaufgaben machen.

Für den Hochwasserschutz auf der anderen Seite der B7 ist der Freistaat Sachsen zuständig, da die dortigen Deiche zu Talsperre Windischleuba gehörten. Die wiederum gehört den Sachsen. Doch dort hätten die Schutzbauten keine so hohe Priorität wie der Deich auf der Thüringer Seite, so Kleinert, dessen Behörde mit den Sachsen in regelmäßigem Kontakt stehe.

Von Marlies Neumann

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