Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Den gordischen Knoten zerschlagen: Theater-Zukunft vor der Entscheidung
Region Altenburg Den gordischen Knoten zerschlagen: Theater-Zukunft vor der Entscheidung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 17.09.2012

Seit Jahren üben sich die knapp 300 Mitarbeiter des Theaters in Lohnverzicht, um Thüringens einziges Fünf-Sparten-Theater am Leben zu halten. Geht es nach dem Willen von Land und Gesellschaftern sollen zu den bisher etwa 10 bis 13 Prozent weitere Einbußen hinzukommen. Ohne einen neuen Haustarif-Abschluss würde das Theater 2013 zum Flächentarif zurückkehren und eine Lücke von 2,6 Millionen Euro jährlich im Etat klaffen. Für diesen Fall wird schon mit einem radikalen Jobabbau und der Streichung ganzer Sparten gedroht (OVZ berichtete).

Die Mitarbeiter seien zu Lohnverzicht bereit, der dürfe aber nicht höher ausfallen als bisher, betont der Verhandlungsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Andreas Masopust. Wichtig sei auch, dass dem Theater und seinen Mitarbeitern endlich eine Perspektive für die Zukunft aufgezeigt werde. Doch statt dessen sind bisher eher Drohungen zu hören. So hat der Theater-Aufsichtsrat bereits für den Fall, dass es zu keiner Einigung beim Haustarif kommt, eine Art Vorratsbeschluss für eine "unternehmerische Entscheidung" getroffen. Sie dürfte auf einen radikalen Stellenabbau hinauslaufen.

"Fakt ist: Damit würde das Theater künstlerisch amputiert und verlöre seine Ausstrahlungskraft und sein Renommee", konstatiert Masopust. Allerdings wehren sich die Gewerkschaftsvertreter gegen den aufgebauten Druck. Die Gesellschafter verweisen jedoch auf geltende Kündigungsfristen, wonach bis Ende Oktober Klarheit geschaffen sein muss.

Klar ist aus Sicht der Gewerkschaften: Ein Haustarif kann nur mit Job-Garantien einhergehen. Doch ist aus Kreisen des Aufsichtsrates zu hören, dass das Haus langfristig ohne Stellenabbau kaum auf stabile Füße zu stellen sei. Die Situation gleiche dem sprichwörtlichen gordischen Knoten, der bisher nicht habe zerschlagen werden können. Zudem erwarten die Gewerkschaften, dass Land und Gesellschafter über ihre bisherigen Zusagen hinaus weiteres Geld zur Verfügung stellen. Masopust erinnerte daran, dass das vom Kultusministerium zugesagte Geld noch immer deutlich unter dem Landeszuschuss Mitte der 90er-Jahre liege - trotz zwischenzeitlich gestiegener Kosten. Damals seien es jährlich umgerechnet 11,5 Millionen Euro gewesen, ab 2013 sind es 10,4 Millionen Euro.

Das Kultusministerium verweist dagegen darauf, dass das Theater nur mit Landeshilfe Ende 2010 vor dem Finanzkollaps bewahrt wurde und erst Ende April dieses Jahres die Finanzierungsvereinbarung für die kommenden Jahre noch einmal nachgebessert wurde. "Man kann dieses Spiel nicht endlos wiederholen", stellte Ministeriumssprecher Gerd Schwinger klar.

Andreas Hummel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzdebatte und sehr realer Existenzängste ist das Altenburg-Geraer Theater am Wochenende in die neue Spielzeit gestartet.

17.09.2012

Der Vorsitzende des SV Aufbau Altenburg, Lutz Härtel, übernimmt kommissarisch für maximal ein Jahr auch die Leitung der Abteilung Handball. Nach dem Rücktritt des bisherigen Abteilungsleiters Uwe Melzer war bis zur Mitgliederversammlung am Sonnabend trotz monatelanger Suche kein Nachfolgekandidat gefunden worden.

17.09.2012

Die CDU-Fraktion im Altenburger Stadtrat will auf der letzten Wegstrecke bis zu den Kommunalwahlen 2014 mit der SPD und ihrem Oberbürgermeister zusammenarbeiten.

16.09.2012
Anzeige