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Altenburg Denkmalpfleger im Altenburger Land unterwegs
Region Altenburg Denkmalpfleger im Altenburger Land unterwegs
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08:16 24.04.2018
Ines Spazier (M.) informierte die Schulungsteilnehmer an den Paditzer Schanzen über eine ehemalige slawische Burg. Quelle: Wolfgang Riedel
Altenburg

In ganz Thüringen sind über 300 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger aktiv. Am Wochenende veranstaltete das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie für mehr als 130 von ihnen eine Weiterbildungsveranstaltung – am Samstag in Form einer Tagung in Meerane, am Sonntag dann im Altenburger Land. Federführend war Ines Spazier vom Referat Praktische Denkmalpflege. Die Ehrenamtlichen – ausgestattet mit einem Ausweis und entsprechenden Befugnissen – wirken bei der Erfassung der Bodendenkmale mit, indem sie unter anderem bei Flur und Feldbegehungen Fundstücke sammeln und so Art und Alter bisher unbekannter archäologischer Fundstellen ermitteln. Damit unterstützen sie entscheidend die archäologische Forschungsarbeit zu Landes- und Regionalgeschichte.

Paditzer Schanzen als erste Station

Die Schulungsteilnehmer am Wochenende kamen aus allen Gegenden des Freistaates. Nach dem theoretischen Teil in Meerane waren am Sonntag die Paditzer Schanzen bei Stünzhain der erste Anlaufpunkt.“ Ines Spazier machte die Exkursionsteilnehmer mit den Wallresten einer ehemals slawischen Burg aus der Zeit des 8. bis 10. Jahrhunderts bekannt. „Hinter dem Graben mit Brücke befand sich das große Vorburggelände“, erläuterte sie. „Wahrscheinlich begann der Abbau von Steinbruch schon im Mittelalter, und bis in die 1930er-Jahre gewann man hier Porphyrtuff“, beantwortete Spazier die Frage von Schulungsteilnehmer Volker Götz, der aus dem Landkreis Gotha angereist war.

Zu Besuch an den Roten Spitzen

Danach steuerte die große Schar der Bodendenkmalpfleger die zweite Exkursionsetappe, die Roten Spitzen in Altenburg an. Dort informierte Museumsassistentin Beatrix Weinhold-Hauke zur Geschichte des einst mächtigen Augustiner-Chorherrenstiftes. Die Schulungsteilnehmer fanden den Bau dieser dreischiffigen Basilika mit Doppeltürmen, ab 1165 befördert durch Kaiser Barbarossa, allesamt sehr beeindruckend. Am Fuß der Türme lud ein Buffetteam um Hobbygrillmeister Thomas Queck die Schüler auf Zeit zum Imbiss ein.

Noch am Abend zuvor hatte Queck eine ganz andere Aufgabe: Er sprach im Rahmen der Tagung in Meerane über Altenburg als den Pfalzort deutscher Könige und Kaiser im 12. Jahrhundert. Auch Schulungsleiterin Ines Spazier hatte dort das Wort ergriffen, ging bei ihrem Vortrag auf die Altenburger Stadtkernarchäologie ein. Hierbei erwähnte sie vor allem die Grabungen in den Jahren 2011/12 an der Brüderkirche und 2014/15 in der Teichstraße und Langengasse.

Mit dem Besuch der Hügelgräber bei Klausa endete die Weiterbildungsveranstaltung.

Von Wolfgang Riedel

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