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Denkmalpreis Sanierung der Moritzstraße 6 in Altenburg für Münchner Unternehmer

Prämierung Denkmalpreis Sanierung der Moritzstraße 6 in Altenburg für Münchner Unternehmer

Im 19. Jahr der Vergabe des Altenburger Denkmalschutzpreises ist es nun soweit. Der Preis geht erstmals an den Eigentümer eines Gebäudes, das dem Namensgeber des Preises, dem Altenburger Ratsbaumeister Johann Georg Hellbrunn, zumindest zugeschrieben wird. Prämiert wird der Münchner Sebastian Beer für die Sanierung des Hauses Moritzstraße 6.

Der verantwortliche Architekt Andreas Beyer (r.) und Denkmalschützer Jürgen Fröhlich (3.v.l.) zeigen den Jury-Mitgliedern Anton Geerlings, Thomas Moewes, Peter Müller und Jutta Penndorf (v.l.) das Gebäude Moritzstraße 6.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Im 19. Jahr der Vergabe des Altenburger Denkmalschutzpreises ist es nun soweit. Der Preis geht erstmals an den Eigentümer eines Gebäudes, das dem Namensgeber des Preises, dem Altenburger Ratsbaumeister Johann Georg Hellbrunn, zumindest zugeschrieben wird. Prämiert wird Sebastian Beer für die Sanierung des Hauses Moritzstraße 6. Das verkündete der Chef der Unteren Denkmalschutzbehörde, Jürgen Fröhlich, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird offiziell zum Marstallkonzert verliehen, das traditionell alljährlich den Denkmaltag einläutet – in diesem Jahr am 9. September.

Insgesamt waren sieben Vorschläge eingereicht worden. Ein Objekt wurde doppelt vorgeschlagen und eines widersprach den Anforderungen der Vergaberichtlinie, so dass die vierköpfige Jury insgesamt fünf Objekte in Augenschein nahm. Nach eingehender Diskussion fiel die Wahl mit drei Ja-Stimmen und einer Enthaltung auf das Kulturdenkmal Moritzstraße 6, vielen Altenburgern sicher noch als „1000 kleine Dinge“ in Erinnerung, die hier zu DDR-Zeiten verkauft wurden.

Gewürdigt werden die vorbildlichen Leistungen bei der Erhaltung und Pflege des Objekts, der Instandsetzung der Fassade und vieler Details. Dazu zählt unter anderem eine künstlerisch wertvolle Vouten-Stuckdecke mit Ölmalerei aus dem 19. Jahrhundert, die bei der Sanierung im ersten Stock zum Vorschein kam. „Die neuen Mieter können sich jetzt über ein in Altenburg vermutlich einmaliges Wohnzimmer freuen“, so Peter Müller, Vorsitzender des Bauausschusses.

„Welchen Anteil Hellbrunn an diesem Gebäude wirklich hat, bleibt jedoch weiter im Dunkel der Geschichte“, bekennt Fröhlich. Ursprünglich wurde angenommen, dass das repräsentative barocke Stadtpalais im Jahr 1749 nach seinen Plänen erbaut wurde. Untersuchungen 2006 brachten jedoch zutage, dass das Hauptgebäude und die ehemals vorhandene dreiflügelige Hofanlage bereits zwischen 1712 und 1715 errichtet wurden. Möglicherweise zeichnete Hellbrunn ja für den Umbau verantwortlich.

Nach der Wende übernahmen es private Eigentümer, die ihre Pläne jedoch nie umsetzten. Das Haus verfiel zusehends. In einer fast aussichtslosen Situation sprang die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg (SWG) ein, setze es teilweise instand und deckte das Dach. Hernach wechselte das Objekt noch zweimal den Besitzer. Vor allem dem Münchner Unternehmer Sebastian Beer, dem es seit 2013 gehört, ist es zu verdanken, dass daraus ein Schmuckstück wurde. Allein mit der Vermarktung hapert es noch etwas. Erst eine von drei Wohnungen ist vermietet, die Nutzung des Erdgeschosses noch offen.

Die anderen Nominierten gehen natürlich nicht leer aus. Sie erhalten zum Marstallkonzert eine Anerkennungsurkunde. So die SWG, die das um 1890 errichtete bürgerliche Wohnhaus in der Schmöllschen Straße 6 instand setzte und nach jahrelangem Leerstand nutzbar machte. Heute beherbergt es eine Seniorenwohngemeinschaft der Awo.

Eine Urkunde geht ebenso an die Eigentümergemeinschaft Heber/Koulen aus Altenburg sowie die Koehler und Reinhold Grundstücks GbR für die vorbildlichen Leistungen bei der Fassadeninstandsetzung der historischen Wohnhäuser Hempelstraße 41 sowie 47/48.

Bei letzteren sind sehr zur Freude von Jürgen Fröhlich die nach der Wende eingebauten Kunststofffenster, ist das scheußliche schweinchenrosa der Fassade verschwunden, wurde das Haus mit Biberschwanzziegeln gedeckt. Die abgeschlagenen Architekturgliederungen konnten allerdings nur noch aufgemalt werden.

Den fünften Nominierten vorzustellen, hieße Eulen nach Athen tragen. Die Restaurierung des Eingangsportals am Teehaus war monatelang in aller Munde. Der engagierte Förderverein, der sie initiierte und die notwendigen Gelder sammelte, wird ebenfalls zum Denkmaltag geehrt.

Von Ellen Paul

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