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Altenburg Denkmalschützer verabschieden sich mit Kundgebung von den historischen Häusern im Markt-Areal
Region Altenburg Denkmalschützer verabschieden sich mit Kundgebung von den historischen Häusern im Markt-Areal
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13:24 12.09.2011

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Zum Denkmaltag vor einem Jahr hatte noch eine Menschenkette das Areal am Markt gesäumt und die historischen Baudenkmale symbolhaft in Schutz genommen. Gestern standen schon die Bauzäune, der Abriss-Beginn ist eine Frage der Zeit und zur Abschiedskundgebung kamen nicht viel mehr als hundert Leute. Die Massen strömten zu den 34 anderen Denkmalen, die ihre Türen öffneten.

"Wir haben damals geglaubt, es muss einen anderen Weg geben als den Abriss. Es hat ihn nicht gegeben. Das akzeptieren wir", stellte Anja Siegesmund fest. Die Fraktionschefin der Grünen im Landtag, die in Altenburg ein Wahlkreisbüro unterhält und sich schon immer für den Erhalt der Baudenkmale im Areal am Markt einsetzte, gehörte auch gestern zu den Mitorganisatoren der Kundgebung. Ein parteiübergreifendes Bündnis hatte dazu aufgerufen. Motto: Adieu, altes Haus.

Auch Birgit Klaubert, Landtags-Vizepräsidentin und Stadtrats-Fraktionschefin der Linken, hätte sich gewünscht, dass bei den Planungen für die "gute Stube" der über tausendjährigen Stadt von Rathaus und Städtischer Wohnungsgesellschaft sensibler vorgegangen worden wäre. "Der Fehler lag schon im Herangehen an das Projekt." Das Wort "alternativlos" hätte in diesem Zusammenhang nie gebraucht werden dürfen, kritisierte sie und forderte für die Zukunft eine "neue Qualität in den Entscheidungsfindungen".

Immerhin waren Stadträte fast aller Parteien gekommen, wie Johannes Schäfer vom Stadtforum zufrieden feststellte. Das lose Bürger-Bündnis hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder für den Erhalt vor allem des Barockgebäudes Bei der Brüderkirche 9 eingesetzt. "Aber wir haben eine Mehrheit der Stadträte und der Bürger nicht überzeugt", stellte Schäfer fest. Von Oberbürgermeister Michael Wolf sei dem Stadtforum "Ablehnung, Ausgrenzung und Diffamierung" entgegengeschlagen. Zumindest habe man erreichen können, dass der ursprüngliche Entwurf für die Bebauung des Areals hinsichtlich Ausdehnung, Bauhöhe und Kleinteiligkeit der Fassaden korrigiert wurde.

Mit Blumen am Bauzaun verabschiedeten sich die Denkmalfreunde anschließend von "ihren" Häusern. Gut ein Dutzend "Denk-Zettel" berichtete außerdem von Trauer, Enttäuschung und Wut. Und immer wieder stand darauf groß die Frage "Warum?". Schon wenige Stunden später waren übrigens nur noch die Blumen am Zaun zu finden. Günter Neumann

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