Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Deponie-Sanierung in Wintersdorf wird 1,9 Millionen Euro teurer
Region Altenburg Deponie-Sanierung in Wintersdorf wird 1,9 Millionen Euro teurer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 28.11.2016
Neben der Müllumlagerung geht auch die Abdeckung des Deponiekörpers weiter. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Meuselwitz

Auf der ehemaligen Sonderabfalldeponie des Bezirkes Leipzig in Wintersdorf sind nach einem guten Jahr Pause wieder Bagger und LKW in Aktion. Grünes Licht dafür hatte es Anfang November vom Landesverwaltungsamt gegeben. Nun wird gleichzeitig an der bereits begonnenen Abdeckung der umgelagerten Müllmassen sowie an der Umlagerung des zusätzlichen Sonderabfalls, der in acht Metern Tiefe unerwartet entdeckt wurde, gearbeitet. Das war auf OVZ-Nachfrage in der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) zu erfahren.

Für die Zwangspause auf der Deponie hatte es gleich zwei Gründe gegeben: Da war die vom Thüringer Umweltministerium zur Abdeckung des umgelagerten Sondermülls als ungeeignet abgelehnte Zinkwälzschlacke. Hinzu kamen die fünf Meter tiefer als angenommen entdeckten, nicht unerheblichen Müllmassen (die OVZ berichtete). „Dabei geht es um rund 130 000 Kubikmeter Sondermüll. Das ist die gleiche Menge, die bereits umgelagert wurde“, nannte Marcus Waclawczyk, Projektleiter der LEG, erstmals eine konkret Zahl. Die Umlagerung dieser zusätzlichen Stoffe, die so tief liegen, dass sie das Grundwasser gefährden könnten, lässt die bisher veranschlagten Kosten für die Sanierung des Geländes von 5,4 Millionen Euro auf voraussichtlich 7,3 Millionen Euro steigen.

Für die Thüringer Sonderabfalldeponiegesellschaft (TSD), die Eigentümer der Deponie ist, und die LEG kam der Fund des zusätzlichen Giftmülls wohl eher überraschend. „Zum Teil war gar nicht dokumentiert, dass an den Fundstellen Müll abgelagert war“, so der Projektleiter. Das lässt vermuten, dass der zu DDR-Zeiten illegal abgekippt worden war.

Auf den acht Meter tief liegenden Müll war man erst aufmerksam geworden, als ein Baggerfahrer bei Profilierungsarbeiten auf Sachen stieß, die laut Waclawczyk, „verdächtig“ waren. Um sicher zu gehen, folgten weitere Untersuchungen in Form von 30 Bohrungen. Und die bestätigen den Verdacht, dass größere Mengen Sondermüll im Kontaktbereich des ansteigenden Grundwassers abgelagert sind. Wenn es keine weiteren unliebsamen Überraschungen gibt, sieht die Planung vor, die Umlagerung bis Juni kommenden Jahres abzuschließen.

Die Laster, die im Augenblick durch Wintersdorf rollen, transportieren die Elektroofenschlacke, die der Baubetrieb als Ersatz für die ausgemusterte Zinkwälzschlacke als eine der Abdeckschichten verwendet. „Wenn die Umlagerung des zusätzlichen Mülls erfolgt ist, rollen im Juli und August 2017 die LKW mit den Abdeckmassen zur Deponie“, so der zuständige Projektleiter.

Insgesamt sind rund 300 000 Tonnen Erde, Kies und andere Stoffe für die Abdeckung des Deponiekörpers zu transportieren. Im September 2017 soll die erste Phase der Abdeckung fertig sein. Danach ist eine Winterpause bis März 2018 vorgesehen. Bis zum Juni, so der Plan, soll die Abdeckung dann komplett sein. Auch dann rollen noch mal die Laster. „Die beladenen Fahrzeuge nehmen die Strecke durch Wintersdorf und die leeren Laster fahren auf der ertüchtigten LPG-Straße zurück“, so der Projektleiter. Die leeren LKW würden nämlich mehr Lärm verursachen als die vollen.

Von Marlies Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Feuerwehreinsatz am Donnerstagabend am Kleinen Teich: Kurz nach 18 Uhr waren die Einsatzkräfte angerückt. Viele Augenzeugen befürchteten deshalb einen Brand in einem Gebäude, schließlich hatte es vor Ort erst im Juli lichterloh gebrannt. Doch diesmal kam es ganz anders.

25.11.2016

Von den Toten an der Mauer redet jeder. Von den Toten in der Ostsee spricht niemand. Es sollen um die 500 gewesen sein, die beim Versuch, in die Freiheit zu schwimmen, ertrunken sind. Wenigstens einer hat sich ihrer erinnert und ihnen ein literarisches Denkmal gesetzt: Lutz Seiler. Der Berliner Autor tat dies mit seinem Roman „Kruso“ so brillant und eindrucksvoll, dass er dafür 2014 den Deutschen Buchpreis erhielt.

25.11.2016

Die Biografie über den Freiherrn Hans Wilhelm von Thümmel war gerade erschienen, da erreichte das Museum Burg Posterstein eine E-Mail von einem Hans Thummel aus Amerika. Der Architekt aus Chicago hatte einen englischsprachigen Artikel über Thümmel entdeckt. Jetzt machte er sich im Altenburger Land auf die Suche nach seinen familiären Wurzeln.

24.11.2016
Anzeige