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Deponie Wintersdorf: Sanierung geht im Juli weiter und verlängert sich bis 2018

Müll umgelagert Deponie Wintersdorf: Sanierung geht im Juli weiter und verlängert sich bis 2018

Die im Herbst unterbrochene Sanierung der Schadstoffdeponie Wintersdorf geht im Juli weiter. Zunächst waren die Arbeiten zur Abdeckung der Deponie unterbrochen worden, weil das Umweltministerium sich gegen den Einsatz vom Zinkwälzschlacke entschieden hatte. Hinzu kam, dass sich herausstellte, dass der Müll teilweise tiefer lag, als bisher angenommen.

Seit Herbst 2015 herrscht auf der Sonderabfalldeponie Wintersdorf Baustopp.

Quelle: Mario Jahn

Wintersdorf. Mit der Sanierung und Abdeckung der Deponie in Wintersdorf geht es im Juli nach einer mehrmonatigen Pause weiter. Die Thüringer Sonderabfalldeponie Gesellschaft (TSD) wird zunächst den Abfall umlagern, der tiefer lag als erwartet. Danach folgt frühestens ab Herbst die Oberflächenabdichtung des Deponiekörpers. Dabei wird statt der Zinkwälzschlacke der Mineralbaustoff Elektroofenschlacke als Ausgleichsschicht eingebaut. Wie die OVZ exklusiv erfuhr, verzögern sich die Bauarbeiten an der Sonderabfalldeponie nun voraussichtlich bis 2018.

Während die Abdeckung der landeseigenen Mülldeponie durch die Entscheidung des Thüringer Umweltministeriums gegen die umstrittene Zinkwälzschlacke bereits im Herbst 2015 unterbrochen wurde, kam ein weiterer Grund für die Verzögerung hinzu: Teilweise lagert der Müll tiefer als bisher angenommen.

Laut TSD wird in der ersten Phase der Sanierung der eingelagerte Sonderabfall auf dem rund 15 Hektar großen Gelände aus dem Kontaktbereich des ansteigenden Grundwassers in den vom Grundwasser unbeeinflussten Bereich umgelagert. Erst wenn das komplett realisiert sei, könne in einer zweiten Phase die Deponie abgedeckt werden. „Das erfolgt nach einem vorgeschriebenen Sicherheitsstandard in mehreren Schichten. Ziel ist es, zu verhindern, dass Regenwasser in den Deponiekörper gelangt und die im Abfall enthaltenen Schadstoffe ausgewaschen werden können“, teilte die TSD mit.

Die Umlagerung habe das beauftragte Bauunternehmen im geplanten Umfang bis Mitte 2015 termingerecht umgesetzt. Wegen neuer, erst im Zuge der Bauarbeiten gewonnener Erkenntnisse, müssten nun jedoch weitere Teile des Abfalls umgelagert werden. Das werde derzeit von der TSD in Abstimmung mit dem Thüringer Landesverwaltungsamt vorbereitet und soll ab Juli 2016 erfolgen. „Die Planung und Realisierung der zusätzlichen Maßnahme nimmt mindestens ein halbes Jahr in Anspruch. Deshalb kann die Deponieabdeckung frühestens im Herbst beginnen“, so Jürgen C. Forster Projektmanager bei der TSD. Erst dann könne der neu aufgebaute Müllkörper mit einer Oberflächenabdichtung gegen das Niederschlagswasser abgeschirmt werden.

Weiterhin kündigte die TDS an, dass es mit der Anlieferung von Abdeckmaterial, die im Herbst anläuft, zu verstärktem Lkw-Verkehr auf den Zubringerstraßen der Deponie kommen werde. Umfangreiche Materiallieferungen seien auch für das nächste Jahr vorgesehen. Nach dem letzten Stand der Erkenntnisse sind rund 300 000 Tonne Erde, Kies und andere Stoffe zur Deponie zu transportieren. Um so wenige Transporte wie möglich durch den Ort zu führen, war die LPG-Straße bereits 2015 ertüchtigt worden.

Der Aufbau der Abdichtung erfolgt in mehreren Schichten. So wird unmittelbar auf dem umgelagerten Müll eine 50 Zentimeter starke Ausgleichsschicht aufgebracht. „Diese stellt eine Art Fundament für die eigentlichen Dichtungsschichten dar“, so Foster.

Nach der Entscheidung des Thüringer Umweltministeriums gegen die Zinkwälzschlacke hatte das Bauunternehmen nach einem alternativen Baustoff gesucht und diesen mit Elektroofenschlacke aus der Metallverhüttung gefunden. Dieser Baustoff war einem aufwendigen Prüfverfahren unterzogen worden, in dessen Verlauf alle nach Stand der Technik wesentlichen Materialeigenschaften untersucht und bewertet worden seien. Die Bewertung des Fremdprüfers hat laut TSD ergeben, dass die Elektroofenschlacke besonders gute bodenmechanische Eigenschaften aufweist und sich gleichzeitig durch eine hohe Umweltverträglichkeit auszeichnet. Die vorgegebenen Richt- und Grenzwerte für umweltrelevante Parameter würden eingehalten.

Das dunkelgrau gefärbte Material ist eine lavaähnliche Gesteinsschmelze. Einigen Bürgern sei die bereits im Nordbereich der Deponie aufgefallen. „Wenn die Abdeckung beginnt, können Anwohner und Interessierte den Baustoff bei einem Deponie-Rundgang aus nächster Nähe besichtigen“, bietet Forster an.

Von Marlies Neumann

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