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Deponie Wintersdorf: Schadstoffe liegen doch tiefer als bisher bekannt

Zusätzliche Bohrungen nötig Deponie Wintersdorf: Schadstoffe liegen doch tiefer als bisher bekannt

Bei Arbeiten im Nordbereich der ehemaligen Schadstoffdeponie des einstigen Bezirkes Leipzig wurden Ende 2015 festgestellt, dass Müll teilweise fünf Meter tiefer liegt als bisher angenommen. Nun werden 30 Bohrungen durchgeführt, um flächendeckend die Lage des Mülls zu überprüfen. Wann die neuerliche Umschichtung beginnt und was das kostet, ist noch nicht bekannt.

Wird derzeit saniert: die ehemalige Schadstoffdeponie Wintersdorf.

Quelle: Mario Jahn

Wintersdorf. Der Sondermüll auf der ehemaligen Schadstoffdeponie des Bezirkes Leipzig liegt an manchen Stellen um mehr als fünf Meter tiefer als bisher angenommen. Das habe sich bei Arbeiten auf der Deponie Ende es vergangenen Jahres herausgestellt, hieß es aus Nachfrage bei der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Dabei war die Thüringer Sonderabfalldeponiegesellschaft (TSD), die Eigentümer der Deponie ist, und die LEG bisher davon ausgegangen, dass der Müll, der in tieferen Bereichen mit dem Grundwasser in Berührung kommen könnte, komplett umgelagert sei.

Planmäßig hätte deshalb längst die Abdeckung des Deponiekörpers beginnen sollen. Die war allerdings im Herbst für mehrere Monate unterbrochen worden (die OVZ berichtete). Grund für diesen unvorhersehbaren Baustopp war damals die Entscheidung des Thüringer Umweltministeriums, keine Zinkwälzschlacke für den Einbau einer Ausgleichsschicht auf dem bereits umgelagerten Müll zu verwenden.

Während der Ende 2015 unabhängig davon durchgeführten Arbeiten im Nordbereich der Deponie stellte sich heraus, dass die Unterkante des Abfallkörpers in seiner Höhe schwankt. Teilweise liege der Müll tiefer als bisher angenommen. Im Einzelfall sogar um fünf Meter, so Holger Wiemers, Sprecher der LEG. Um vor der Abdeckung der Deponiebasis die Tiefe des Abfalls flächendeckend zu überprüfen, habe die TSD in Abstimmung mit dem Thüringer Umweltministerium aktuelle Bohrungen veranlasst. Die Rede ist etwa 30 Bohrungen.

Den aktuellen Planungen für die Sanierung und Abdeckung der Deponie waren die Ergebnisse der Deponieerkundung aus den 1990er Jahren zu Grunde gelegt worden. Zuvor seien die Ergebnisse einer Plausibilitätsprüfung unterzogen worden.

Durch das Bekanntwerden der neuen Tatsachen lasse der Eigentümer der Schadstoffdeponie zusätzliche Sicherungsmaßnahmen planen. Das mache sich erforderlich, um den Sanierungserfolg nicht zu gefährden.

Welche zusätzlichen Kosten die Umschichtung des tieferliegenden Mülls verursacht, sei derzeit noch nicht bekannt. Die würden erst im Zug der ergänzenden Planung, die vom Landesverwaltungsamt bestätigt werden müsse, ermittelt. Damit ist laut LEG frühestens Ende März zu rechnen.

Das bedeutet, dass die Abdeckung der Deponie, die mit Verspätung im Frühjahr beginnen soll, sich noch weiter nach hinten verschiebt. Denn wenn die neuerliche Planung von der Landesbehörde bestätigt wird, sind zunächst die Sanierungsmaßnahmen, sprich Umlagerungen des Müll aus tieferen Bereichen, fortzusetzen. Erst dann sei abzuschätzen, ob von einer Fertigstellung des Projektes noch im Jahr 2017 ausgegangen werden könne.

Durch den Baustopp bei der Abdeckung des Deponiekörpers hatte sich das Ende der Sanierung bereits vom Herbst 2016 auf Mitte 2017 verschoben. Dieser Termin lässt sich wohl nicht halten.

Weil sich derzeit nicht abschätzen lässt, welche Zeit die zusätzliche Umlagerung des Mülls in Anspruch nimmt, ist auch nicht bekannt, wann mit der Abdeckung des Deponiekörpers begonnen wird. Weil sich dafür umfangreiche Baustofftransporte erforderlich machen, müssen sich die Anwohner nach wie vor auf ein hohes Verkehrsaufkommen einstellen. Nach dem letzten Erkenntnisstand sind rund 300 000 Tonnen Erde, Kies und andere Stoffe auf die Deponie zu transportieren.

Von Marlies Neumann

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