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Der Bewahrer des Stadtbilds

Der Bewahrer des Stadtbilds

Anlässlich seines 80. Geburtstages widmet das Altenburger Schloss- und Spielkartenmuseum Friedheim Milczynski erneut eine Ausstellung.

Altenburg.

"Impressionen" heißt die Schau mit Altenburger Stadtansichten. Sie wurde vorgestern im Beisein von etwa 150 Gästen eröffnet.

 

 

 

Wer Milczynskis Eindrücke von Altenburg betrachtet, dessen Blick wird bei seiner dritten Schau im Schlossmuseum auf Ecken und Häuser gelenkt, denen man im alltäglichen Leben kaum Aufmerksamkeit schenkt. Sie erblicken damit Straßenzüge, Gebäude und Fassaden, die untrennbar mit dem Leben des Jubilars verbunden sind.

 

Wer das weiß, kann es gleich am Anfang, direkt nach dem Selbstporträt, bemerken: Teile der Wallstraße sind hier detailgetreu bildlich festgehalten. "Drei Jahre lang bin ich durch diese Tür gegangen", zeigt der 80-Jährige auf den Eingang der Nr. 5. Denn hinter ihm lag die Werkstatt seines Meisters. Von 1948 bis 1951 wurde Milczynski hier zum Maler ausgebildet, das Interesse an Kunst hatte er bereits in der Kindheit. In Zechau und Leesen war er oft mit Freunden "rausgesprungen, um Zeichnungen zu machen" und die Welt um sich herum festzuhalten. Diese Freude am Gestalten ist bis heute geblieben.

 

Nach seiner Lehre wurde Milczynski Bühnenmaler am Landestheater, knapp zehn Jahre später suchte er nach einer neuen Herausforderung. "Auf Umwegen gelangte ich dann zum Lehrerstudium", erzählt er. Als Kunstpädagoge arbeitete er anschließend viele Jahre im Schuldienst, danach gab er Kurse an der Volkshochschule. Doch er vermittelte nicht nur Wissen, sondern schulte auch das eigene. So besuchte er in seiner Freizeit Kurse im Studio Bildende Kunst im Lindenau-Museum. "Ich habe fast alles gezeichnet - Menschen, Landschaften, Gebäude." Besonders für letztgenannte ist er in Altenburg bekannt. Das kommt nicht von ungefähr: Die Skatstadt hat ihn von Beginn an fasziniert. "Ich hatte Glück hierherzukommen - in eine Stadt, die mich begeistert hat", sagt er rückblickend. "Es gibt hier unendlich viele Ecken und Gebäude, die es einfach wert sind, festgehalten zu werden."

 

Jenes Stadtbild zu bewahren, das sich bald ändern könnte, hat sich Milczynski zur Aufgabe gemacht. "Ich habe immer geschaut, wo es sich lohnt, die Gebäude zu zeichnen, weil sie vielleicht bald verschwinden. Manches Mal bin ich aber auch hereingefallen und die Häuser stehen immer noch", lacht er. Aber oft hat es mit der Chronistenpflicht geklappt: So wie bei den ehemaligen Nähmaschinen-Werken, deren Abriss er aufs Papier gebannt hat. Oder bei dem Hinterhof, der mit Wäscheleine ein typisches Bild der DDR-Zeit abgibt und an vergangenene Zeiten erinnert. Oder bei dem Gebäude in der Klostergasse, das dem Neubau des Markt-Areals weichen musste. Elf Jahre lang wohnte Milczynski hier gemeinsam mit seiner Frau und seinen vier Kindern. All das zeigt, wie stark Milczynski mit seiner Stadt verbunden ist.

 

iDie Ausstellung ist bis zum 30. März im Schlossmuseum zu sehen. Es hat Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet.

Jenifer Hochhaus

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