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Der Historiker Knut Görich liest im Bachsaal des Altenburger Schlosses aus seiner Biografie über Friedrich Barbarossa

Der Historiker Knut Görich liest im Bachsaal des Altenburger Schlosses aus seiner Biografie über Friedrich Barbarossa

Das Leben Friedrich Barbarossas steht im Mittelpunkt einer Lesung, die am Donnerstag um 19 Uhr im Bachsaal des Residenzschlosses stattfindet. Der Historiker Knut Görich hat sich dem Stauferkaiser gewidmet und eine neue Biografie über ihn verfasst.

Laut einer Mitteilung des Schlosses ist der Autor ein profunder Kenner der Materie und lehrt Mittelalterliche Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Knut Görich spannt in seinem 782 Seiten umfassenden Buch, so heißt es, ein detailreiches und hinterfragendes Panorama zur Vita des Herrschers auf. Es beginnt mit den Prägungen der Kindheit und den Eigenheiten des Lebens als Herzog von Schwaben. Friedrich wird 1152 deutscher König und 1155 römischer Kaiser. Auseinandersetzungen in Deutschland und Italien, seine Kriegszüge und sein Kreuzzug lassen ihn schwer zur Ruhe kommen. Nicht zuletzt ist sein Tod im Fluss Saleph in der heutigen Südtürkei während seines einzigen Kreuzzuges eine in den Details nicht eindeutige Überlieferung. Görich stellt sich auch diesem Thema.

Das Buch leuchtet die Facetten aus, ob das Friedrichs Rolle als Richter ist oder der Umgang mit Fürsten, Geistlichen und dem allmächtigen Papsttum und seinen Gefolgsleuten. Auch der Beiname "Barbarossa", Rotbart, spiegelt das lebenslange Engagement des Stauferherrschers auf dem italienischen "Stiefel" wider.

Besonderes Verdienst des Autors ist nach Angaben des Schlosses, dass er Friedrich Barbarossa der Mystifizierung des 19. Jahrhunderts enthebt, kenntnisreich die Fakten gegeneinander abwägt und dadurch die Realperson herausschält. So kommt ein eher schroff agierender Herrscher zu Tage.

Knut Görich schließt im Buch mit dem Gedanken, dass sich ironischerweise im 800. Todesjahr Barbarossas die beiden deutschen Staaten vereinigten, nämlich 1990. Glücklicherweise, so Görich, sei damals kein Politiker und kein Historiker darauf gekommen, den im Kyffhäuser schlafenden Kaiser und damit den mehrdeutigen Nationalmythos zu beschwören. Auch diese Bemerkung soll die Aufgeklärtheit des Autors im Bemühen um die geschichtliche Wahrheit zeigen. Aber auch die allseitige Aufgeschlossenheit um eine angemessene Memoria um Kaiser Friedrich Barbarossa ist Knut Görich nicht fremd.

Die Lesung ist kostenfrei.

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