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Altenburg Der Philokartisten-Stammtisch blickt auf das Jahr 2011 zurück
Region Altenburg Der Philokartisten-Stammtisch blickt auf das Jahr 2011 zurück
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16:51 10.02.2012

Den Hut dafür setzte sich Günther Hunger auf. Er ist seit über 40 Jahren Bildreporter für diese Zeitung.

Schönes. Ausstellungen, Publikationen, interessante Gespräche, Vorträge über die Philokartie, Besuche bei Druckereien, Museen, Archiven zum Beispiel stehen auf dem Programm. Auch die Leser der OAZ werden regelmäßig mit historischen Ansichtskarten auf der Heimatseite erfreut.

"Im Jahr 2011 hat der Oschatzer Philokartisten-Stammtisch wieder sehr viel erreicht. Die rund 25 Stammgäste und Heimatfreunde konnten mit ihren neun Stammtischen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine stellen", so Günther Hunger.

Zu Gast war unter anderem im Monat Februar die Grafikdesignerin Barbara Dimanski aus Halle. Als i-Punkt jeder Ansichtskarte sieht sie die Briefmarke. Sie berichtete über den Werdegang von der Idee zur Marke bis zum fertigen Produkt Postwertzeichen.

28 Gäste waren begeistert und bekamen einen Überblick zur Entstehung der Wertzeichen in der Gegenwart. Den Philokartisten-Stammtisch im April bestritt Uwe Gillmeister aus Altenburg mit seinen Kuriositäten aus der Welt der Post- und Ansichtskarten. Eine Sammlung, die ihren besonderen Reiz hatte und manches Schmunzeln bei den Gästen hervorrief.

Der November sei den Gästen vom DDR-Postkarten-Museum vorbehalten gewesen. "Jürgen Hartwig und Klaus Loewe aus Berlin erzählten begeistert vom Aufbau ihres Internet-Postkarten-Museums." Zurzeit findet man auf ihren Seiten über 3180 Orte von A bis Z mit über 26 000 Ansichtskarten aus 655 Verlagen aus der DDR-Zeit.

Aus der DDR-Ansichtskartensammlung des Stammtisch-Chefs "konnten mehrere Artikel über dieses einzigartige Projekt in den Zeitungen mit Beispielen belegt werden". Ein Besuch auf den Internetseiten ist stets ein lohnenswerter historischer Rückblick auf Erlebtes in der DDR per Ansichtskarte.

20 Postkartenfreunde aus der Region darunter auch Helmut Brück vom Postkartenverlag Brück & Sohn Meißen erlebten, einen kurzweiligen Vortrag mit vielen Fakten, Zahlen und Ansichtskarten-Beispielen aber auch eine lebhafte Diskussion und viele Gespräche rund um die DDR-Ansichtskarten-Produktion.

Zum 45. Philokartisten-Stammtisch war Monika Hönigschmid aus Leisnig von der Arbeitsgemeinschaft für Familienforschung beim Sächsischen Staatsarchiv Leipzig eingeladen. Sie sprach zum Thema Genealogie und Familienforschung. Diese ist nicht nur für Philokartisten sehr interessant, sondern auch für Heimat- und Persönlichkeitsforscher sowie für private Ahnentafeln. Die anderen Stammtisch-Abende waren für den Austausch von Sammelergebnissen oder den Tausch von Ansichtskarten bestimmt.

Der Höhepunkt im Jahr 2011 war die große Ansichtskartenausstellung zum Tag des Denkmals im Schloss Dahlen. Der Oschatzer Philokartisten-Stammtisch zeigte an diesem Tag die größte Ansichtskarten-Ausstellung 2011 in Sachsen mit über 800 Karten aus der Region unter dem Titel "Rund um den Collm - Postkarte genügt". Gleichzeitig habe die Möglichkeit bestanden, über 20 000 DDR-Ansichtskarten per Bildschirm zu suchen und zu betrachten.

Der Verlag Brück & Sohn Meißen war ebenfalls präsent und zeigte seine Schätze aus der Sammlung von 33 000 Postkarten aus der Gegend rund um Oschatz. Über 50 besonders wertvolle alte Karten um 1900 waren von diesem Verlag zu sehen.

Zur Ergänzung der Sammlung von Günther Hunger waren Poststempel und Karten von Dr. Dietmar Pohl aus Thalheim dabei sowie eine große Ansichtskarten-Sammlung von Klaus Thiele aus Merkwitz mit über 50 Karten. Nicht unbeachtet blieb der Beitrag von Gert Jubisch aus Oschatz mit Teilen aus seiner Sammlung vom Verlag Nenke und Ostermaier.

Die 4. Oschatzer Ansichtskarten-Tauschbörse im Elektrobau Oschatz im November hat bereits Tradition und ist im Terminkalender vieler Ansichtskarten- und Heimatfreunde nicht mehr wegzudenken. Sie ist nicht die größte, dafür klein und fein - fast familiär.

Ein Höhepunkt war auch die Herausgabe der Ansichtskarte von Dirk Hunger zum 11.11.11 mit einen Oschatzer Motiv. Diese Karte kann man nun erst wieder in 100 Jahren schreiben.

Gefreut haben sich die Philokartisten über den Besuch von Horst Kohl, der in Oschatz seine Wurzeln hat. Seit vielen Jahren lebt er schon in Rio de Janeiro.

Wer Interesse an der Philokartie bekommen hat, ist recht herzlich an jedem ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr ins Café Wentzlaff am Neumarkt in Oschatz zum Philokartisten-Stammtisch eingeladen. "Für die weitere Sammlung und Ausstellungen sowie die nächsten Oschatzer Ansichtskarten-Tauschbörse suchen wir auch weiterhin alte Post- und Ansichtskarten zu allen Themen und Regionen", sagte Hunger. Im Jahr 2012 gibt es wieder regelmäßige Philokartisten-Stammtische, eine Ausstellung im Schloss Dahlen, die 5. Oschatzer Ansichtskarten-Tauschbörse und noch viele andere Ideen und Veranstaltungen. "Unser Dank gilt allen Interessenten und Philokartisten, die fleißig mit Hand angelegt und ihre Schätze einem breiten Publikum gezeigt haben. Dank gilt auch den Sponsoren und Helfern".

Ärgerliches. Der Philokartisten-Stammtisch sucht junge Leute, Nachwuchs, der sich für die Geschichte interessiert, die aus Ansichtskarten von früher zu lesen ist. "Ich habe mich per E-Mail an Schulen gewandt. Leider bekam ich die E-Mail-Antwort: 'Nicht gelesen!' Also haben die Schüler von meinem Angebot gar nichts erfahren", so Günther Hunger.

Unglaubliches. "Ich würde mir wünschen, dass sich die Stadt auch einmal für unsere Arbeit interessiert. Aber das Gegenteil ist der Fall", so der Philokartist. Dafür seien sie beim Schlossverein in Dahlen auf offene Ohren gestoßen, als es um eine Ausstellung ging. Das Ambiente des Schlosses sei für viele Interessenten Anlass gewesen, die Exposition zu besuchen. In Oschatz und Mügeln habe es mit einer so großen Ausstellung noch nicht geklappt. Die Stammtisch-Mitglieder lassen sich jedoch nicht entmutigen.

Weitere Infos bei Günther Hunger unter: 03435/92 11 82, Dr. Dietmar Pohl: 03435/92 04 55 und Reiner Scheffler: 03435/92 66 33, Informationen im Internet unter: www.oschatz-damals.de, www.ak-express.de, www.ddr-postkarten-museum.de Als nächstes: Der Fliegerverein Oschatz

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