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Altenburg „Der Terror macht mir Angst“ – Französin aus Meuselwitz tief erschüttert
Region Altenburg „Der Terror macht mir Angst“ – Französin aus Meuselwitz tief erschüttert
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17:00 17.11.2015
Die Französin Jade Filingeri ist derzeit am Gymnasium Meuselwitz.  Quelle: Foto: Marlies Neumann
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Meuselwitz

 Die 18-Jährige kommt aus Les Sables d’Olonne, unweit der Bretagne. Von den unfassbaren Geschehnissen hatte Jade in einer Leipziger Bar erfahren. Dort schaute sie sich mit einem französischen Freund, der in Altenburg lebt, das Fußballspiel Frankreich gegen Deutschland an. „Weil es in der Bar so laut war, haben wir die Explosionsgeräusche im Fernseher nicht gehört“, erinnert sie sich an den Freitagabend. Kurz danach seien über Handy die ersten Nachrichten von Freunden aus der Heimat gekommen. Diese habe sie gar nicht glauben wollten. Mit anderen Franzosen in der Bar habe man nach französischer Nachrichten gesucht. „Erst dann wurde uns bewusst, was in Paris geschehen ist“, ringt die junge Frau immer noch nach Worten. „Es war so schockierend, was in so kurzer Zeit Schlimmes geschehen ist“, meint Jade. Ihr ganzer Körper hätte auf die schrecklichen Nachrichten reagiert. Ihr war unwohl,d die Hände zitterten. In der Bar habe man noch lange zusammengesessen und über die Terrornacht geredet.

Das erste Mal nach den schockierenden Bildern habe sie dann am Sonnabend geweint, erzählt Jade. Denn als sie nach Hause kam, steckte an ihrer Tür ein Zettel. „Wir sind mit dem ganzen Herzen bei Euch“, stand darauf. Ein Hausbewohner habe sich sogar die Mühe gemacht, die Worte ins Französische zu übersetzen. Das habe sie ebenso berührt wie die Anteilnahme durch Schüler und Lehrer des Gymnasiums.

 „Mir macht der Terror Angst“, sagt Jade Filingeri . Und mit dieser Angst fährt sie am Freitag nach Paris. Die Reise ist seit einem Monat geplant und hat mit ihrem freiwilligen Jahr zu tun. Paris ist für sie auf der Fahrt zu einer Seminarwoche in Südfrankreich Zwischenstation. Bei ihrem Quartiergeber habe sie noch am Wochenende angerufen und sich erkundigt, ob bei ihm alles in Ordnung sei. „Ich wollte den Aufenthalt in Paris nutzen, um mir einige Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Das werde ich jetzt nicht tun, denn ich habe das Gefühl, in Paris nirgendwo sicher zu sein, egal ob in einem Café oder am Eifelturm“, wirkt sie sehr nachdenklich.

Für sie sei es unfassbar, dass in einem Land wie Frankreich, das für Menschenrechte und Freiheit steht, so etwas Schlimmes passiert ist. Nach dem Terrorakt habe sie sich auch darauf eingestellt, auf der Zugfahrt nach Paris öfter und gründlicher kontrolliert zu werden. Aber damit könne sie leben.

Von Marlies Neumann

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