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Altenburg "Der Weg ist das Ziel"
Region Altenburg "Der Weg ist das Ziel"
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20:41 09.06.2013

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Für eine weitere neue Bestzeit sorgte Juliane Heinze im Halbmarathon der Frauen. Hunderte Schaulustige feuerten bei Sonnenschein und Temperaturen um die 23 Grad Celsius die Läufer, vor allem auf dem Markt, aber auch an vielen Punkten der Strecke, an.

"Wenn Träume sterben." Es sind noch zehn Minuten bis zum Start, und die Oschatzer Band "Die Unkomplizierten" spielt ausgerechnet diesen Puhdys-Titel. Ist dies ein Omen für Favoriten-Stürze, für Zusammenbrüche, für gescheiterte Helden? Viel Zeit zum Grübeln ist nicht, denn schon fällt der Startschuss. Die Marathonis biegen vom Markt in die Kesselgasse. Schon sind sie aus dem Blickfeld der Zuschauer verschwunden.

Langweilig wird es aber nicht. Denn nun beginnt ein Gewusel und Gewimmel. Über 1400 Jungen und Mädchen starten in kurzen Abständen zum 400-Meter-Kinderlauf oder gehen auf den 3,6-Kilometer-Schülerlauf. Dutzende Ordner haben Mühe, die Strecken durch die City von Passanten freizuhalten, sperren mit rot-weißen Trassierbändern ab, rufen unentwegt dazu auf, die Straßen zu räumen.

Bei den Marathonis hat Vincent Hoyer einen super Tag erwischt. Schon bald setzt sich der Vorjahressieger beim Halbmarathon an die Spitze und baut seinen Vorsprung Stück für Stück aus. Schon nach 1:15 Stunden geht der 23-Jährige auf dem Markt in die zweite Runde. Hält er dieses Tempo durch, gibt es einen neuen Streckenrekord. Nach sechs Minuten folgt ihm Lokalmatador Steven Michel. Cheforganisator Helmut Nitschke läuft ein kurzes Stück mit und klärt Michel über dessen Rückstand auf. Noch ist nichts verloren. Aber es scheint, als wiederholen sich die Ereignisse vom Vorjahr, als der Altenburger in der zweiten Schleife Schwierigkeiten bekam und bei Kilometer 32 aufgab. Auch diesmal steigt der Top-Favorit aus. Vincent Hoyer gewinnt unangefochten. Zusammen mit der Halb-Distanz hält der Jura-Student nun beide Bestmarken. Im Ziel gibt es gleich mehrere Küsschen von Freundin Karoline Robe. Sie war nur drei Minuten zuvor als Zweitplatzierte beim Halbmarathon über die Ziellinie gelaufen.

Mit dem festen Siegeswillen geht Lars Rößler den Halbmarathon an und wird ihn am Ende mit acht Minuten Vorsprung gewinnen. Im vergangenen Jahr musste er noch Vincent Hoyer den Vortritt lassen. Doch der läuft diesmal die volle Distanz. Schon nach 150 Metern hat sich Rößler vom Feld abgesetzt. Selbst am mörderischen Anstieg hoch zur Teehaus-Wiese lächelt der 29-Jährige noch, während sein Begleiter auf dem Rad Mühe hat, ihm am Berg zu folgen. 2009, beim Debüt, musste Rößler bei diesem Anstieg noch gehen. Doch auch diesmal täuscht sein Lächeln. "Die sehr böse Hitze" und das harte Profil haben ihm schwer zu schaffen gemacht , stöhnt er nach dem Zieleinlauf.

Während auf der Strecke die Athleten an ihre Grenzen gehen, steht Chris Simon vor dem Amtsgericht. Der 16-Jährige ist einer von vielen Helfern und stoppt die Fahrzeuge, wenn Läufer die Burgstraße überqueren, mit einer Kelle in der Hand. "Nö, aufgeregt bin ich nicht, eher ist das leicht stressig", bleibt der junge Feuerwehrmann aus Treben cool. Aber den Verkehr zu blockieren, das macht schon Spaß.

Den hat auch Manuela Henkel. Mit jeweils zwei Begleiterinnen bildet die ehemalige Skilanglauf-Olympiasiegerin zwei Gruppen, eine für den Fitnesslauf über 5,4 und über 13,3 Kilometer. Jeder erkennt sie, weil die Schwester von Biathlon-Ass Andrea einen Luftballon über beide Distanzen trägt. Vom Ehrgeiz ihrer Mitläuferinnen ist die 38-Jährige beeindruckt. Sie wollten die Strecken unbedingt packen. Aufgeben kam nie infrage. Auch die Zeit spielte keine Rolle, dafür stand der Spaß im Vordergund. Und es ging darum, den inneren Schweinehund zu überwinden, sagt die Top-Athletin: "Der Weg ist das Ziel".

Unentwegt strömen nun Läufer über den Markt und meistern die letzten Meter, getragen vom Beifall der Zuschauer. In diesem Trubel überquert eine Siegerin beinahe unbemerkt die Ziellinie - biegt aber sofort nach links ab und ist verschwunden. Bianca Josten möchte sich sofort bedanken - bei Dieter Eichhorn. Der Radsportler vom SV Aufbau Altenburg hat die 29-Jährige 42 Kilometer lang begleitet, darf aber nicht mit in den Zielbereich. Für die Jenenserin ist es der erste Marathon, den sie gewinnt. Seit 2009 ist Dieter Eichhorn bei allen fünf Skatstadt-Marathons auf dem Rad dabei gewesen. "Es hat wieder Spaß gemacht", sagt der 58-Jährige. Seine Läuferin war gut drauf, und die Leute an der Strecke auch.

© Kommentar Seite 13

Jens Rosenkranz

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