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Der lange Weg zum Gymnasium

Der lange Weg zum Gymnasium

Es ist der verständliche Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder das Gymnasium besuchen. Das gilt für die Mütter und Väter in Altenburg ebenso wie für Familien im Wieratal.

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Lukas Heinisch aus Langenleuba-Niederhain ist einer der betroffenen Schüler. Müde und matt muss der Elfjährige nach Schulschluss noch einiges an Zeit einplanen, bis er zu Hause ist.

Quelle: Mario Jahn

Doch während die Mädchen und Jungen aus der Kreisstadt nur wenige Minuten Schulweg zu bewältigen haben, müssen die Pennäler vom Dorf einiges an Zeit investieren. "Die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs für Gymnasiasten aus dem Wieratal nach Altenburg und zurück ist so gut wie die Anbindung anderer Ortschaften im Landkreis", erklärt das Landratsamt auf OVZ-Anfrage.

 

Konkret heißt das, wenn 8 Uhr der Unterricht beginnt, müssen die Kinder aus dem Wieratal 6.30 Uhr in Frohnsdorf beziehungsweise 7 Uhr in Langenleuba-Niederhain in den Bus einsteigen, um pünktlich zu sein. Dann heißt es erst einmal für alle, aufmerksam sein und lernen, an manchen Tagen bis 15.20 Uhr. Für die auswärtigen Schüler des Friedrichgymnasiums geht es dann mit dem Stadtbus zum Busbahnhof. Dort startet nach über einer halben Stunde Wartezeit 16.15 Uhr der Bus nach Niederhain, wo auch die Verbindung dann 16.45 Uhr endet. Denn von Niederhain fährt um diese Zeit nichts mehr ab.

 

Kinder, die nun noch weiter in die Ortsteile von Niederhain oder nach Frohnsdorf, Göpfersdorf oder Wolperndorf müssen, sind jetzt aufs Taxi angewiesen. Dies ist auf Druck der Eltern vor Kurzem vom Landratsamt als Schulträger eingeführt worden. Damit stranden die Kinder zwar nicht mehr am frühen Abend in Niederhain, sondern kommen in ihre Heimatdörfer. Doch an dem zehn- bis elfstündigen Schultag für die zum Teil erst elf Jahre alten Pennäler ändert das nichts.

 

Die Situation ist für die Schüler aller drei Altenburger Gymnasien ähnlich. Insgesamt sind derzeit fast 60 Mädchen und Jungen betroffen. 56 Eltern haben in einer Unterschriftensammlung die aus ihrer Sicht unzureichende Schülerbeförderung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln beklagt. Darüber hinaus haben sie sich bereits an alle Kreistagsfraktionen, die Landrätin, die Bürgermeister der Gemeinden des Wieratals, das Thüringer Bildungsministerium und ans Schulamt mit der Bitte um Hilfe gewandt. Eine echte Lösung ist aber nicht in Sicht.

 

Selbst der Leiter des Friedrichgymnasiums, Thomas Lahr, hat sich schon beim Landratsamt und der Thüsac für seine Schüler eingesetzt, wie er auf Nachfrage der OVZ bestätigt. Er kennt die Sorgen der Eltern und hat Verständnis dafür. Ebenso bescheinigt er dem Landratsamt, sich intensiv zu kümmern. Erreichen konnte aber auch Lahr nur wenig. Nun hofft er für seine Schüler, dass mit dem Sommerfahrplan eine Verbesserung geschaffen wird.

 

Es ist aber ein Problem, den tatsächlichen Bedarf nachzuweisen. Oft bleiben bei genauer Prüfung nur wenige Kinder übrig, die betroffen sind. Der Grund dafür ist, dass viele Eltern, der Not folgend, individuelle Lösungen gefunden haben und privat organisiert die Kinder abholen und bringen. Wieder andere weichen komplett auf das benachbarte und hervorragend angebundene, aber teuere private Gymnasium nach Penig aus.

 

© Kommentar Seite 13

Jörg Reuter

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