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Der letzte Zivi geht

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Wenn Christian Pihan über seinen Zivildienst im Klinikum Altenburger Land spricht, dann strahlt er Zufriedenheit und sieht dabei richtig glücklich aus.

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Christian Pihan hat gut lächeln. Als letzter Zivi bekam er Präsente von der Klinik.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Offensichtlich haben dem 23-Jährigen die elf Monate auf Station gut gefallen. Eine Erfahrung, die nach ihm so keiner mehr sammeln wird.

Eigentlich - denn in den Gängen und den Patientenzimmern sind nach wie vor junge Männer unterwegs, die das medizinische Personal unterstützen. Nur sind sie keine Zivildienstleistenden mehr, sondern Bundesfreiwilligendienstler. Christian Pihan war der letzte von rund 380 Zivis, die im Altenburger Klinikum seit 1990. Jetzt übergab er symbolisch den Staffelstab im Rahmen einer von der Klinik organisierten Feierstunde an seine Nachfolger.

"Wir sind sehr zufrieden mit dem Übergang", sagte Christine Seeger, stellvertretende Pflegedienstdirektorin, am Rande der Veranstaltung. Und ihre Kollegin Birgit Reinstein aus der Personalabteilung ergänzte: "Wir hätten nie erwartet, dass das alles so reibungslos geht und wir vor allem so viele Freiwillige finden."

Erst am 1. Juli trat der Bundesfreiwilligendienst (BFD) in Kraft. Und bereits jetzt gibt es fürs Erste keine freien Kapazitäten im Krankenhaus mehr. Alle 13 geschaffenen BFD-Stellen sind vergeben. Ganz ähnlich sieht es bei den Stellen für das freiwillige soziale Jahr (FSJ) aus. Auch diese 22 Plätze sind alle besetzt.

Als Träger des FSJ arbeitet der Zwickauer Verein Weitwinkel seit Jahren mit der Klinik zusammen. Dieser übernahm nun auch die Trägerschaft des BFD. Damit ist der Übergang vom Zivildienst, der mit der Aussetzung der Wehrpflicht verschwand, zum BFD in der Klinik kaum zu spüren.

Dennoch ist der BFD etwas anderes als der Zivildienst, betonte Regionalbetreuer Andreas Ilse, der persönlich in Altenburg vorbeikam. Der Zivildienst war ein Zwangsdienst. Einfach aufhören war ausgeschlossen. "Darüber hinaus kamen nur junge Männer in Frage, die nicht ausgemustert wurden", sagte der Angestellte des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gegenüber der OVZ.

Der neue BFD richte sich nun an eine weit größere Zielgruppe. Es gibt keine Altersbeschränkung und ebenso spielen gesundheitliche Aspekte keine direkt Rolle mehr. Was über kurz oder lang den Dienst verändern werde. Dass in der Altenburger Klinik momentan ausschließlich junge Leute Bufdis sind, wie die Mitarbeiter im Freiwilligendienst auch genannt werden, sei eine Ausnahme, betonte er. Aus der Erfahrung der ersten Monate weiß Ilse, viele Menschen mit einem Handicap erkennen im BFD eine Chance für sich. "Momentan habe ich viel mehr Nachfragen als geeignete Stellen", erklärte er.

Einrichtungen wie das Altenburger Klinikum haben sich hier noch nicht umorientiert. Das Gros der täglichen Aufgaben, die über mehr als 20 Jahre die Zivis erledigten und jetzt von den Bufdis übernommen werden, könnten nur schlecht von älteren oder schwachen Menschen bewältigt werden, bestätigte Christine Seeger. "Gerade unser Patientenbegleitdienst ist körperlich sehr anstrengend. Da geht es den ganzen Tag treppauf und treppab und immer die langen Gänge entlang", meinte Birgit Reinstein.

Patienten begleiten ist eine der Aufgaben von Philipp Müller in den kommenden Monaten. Seit dem 1. September ist der 19-Jährige einer der neuen Bufdis. Es sei ziemlich interessant und mache Spaß, bilanzierte der junge Mann nach den ersten Wochen. "So kann ich einen Einblick bekommen, ob ein Pflegeberuf etwas für mich ist", begründete der Altenburger, warum er in der Klinik einen Freiwilligendienst leistet.

Christian Pihan indes hat die Antwort auf genau diese Frage bereits gefunden. Direkt im Anschluss an seinen Zivildienst hat er sich um einen Ausbildungsplatz als Krankenpfleger beworben und auch bekommen.

Jörg Reuter

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