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Der neue Nordplatz: Grüne Oase mitten in der Plattenbau-Siedlung

Stadtteil Nord in Altenburg Der neue Nordplatz: Grüne Oase mitten in der Plattenbau-Siedlung

Im Altenburger Wohngebiet Nord soll bis spätestens 2019 rund um den Nordplatz eine grüne Oase entstehen. Darüber informierte OB Michael Wolf auf einer Einwohnerversammlung. Rund 2,5 Millionen Euro sollen in das Projekt investiert werden. Wolf hofft dabei auf einen möglichst großen Fördermittelanteil.

Riesengroßes Interesse – rund 200 Bewohner von Altenburg-Nord wollten sich aus erster Hand informieren lassen.

Quelle: Frank Prenzel

Altenburg. Das Wohngebiet Altenburg-Nord muss schrumpfen, soll sich aber zugleich weiterentwickeln und dabei ein Heimstatt nicht nur für Ältere, sondern auch Familien werden. Auf diesen Nenner lässt sich das strategische Ziel der Stadtväter für die Plattenbausiedlung am Rand der Skatstadt bringen. Dabei spielt das Areal rund um den Nordplatz aktuell eine zentrale Rolle. Erneut hatte die Stadtverwaltung zu diesem Thema zu einer Einwohnerversammlung eingeladen – und rund 200 Nordler füllten am Montagabend die Wenzelturnhalle (ohne Traversen) bis auf den letzten Platz.

Viel ist seit der ersten Informationsveranstaltung im April 2015 freilich noch nicht passiert. „Wir haben die Bürger zu einem ganz frühen Stadium in die Planung einbeziehen wollen“, begründete dies Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Außerdem stehe noch immer die Entscheidung über die Höhe der Fördermittel aus. Die sei bei einer Gesamtinvestition von immerhin rund 2,5 Millionen Euro nicht gerade unwichtig.

Nichtsdestotrotz geht es jetzt aber wirklich los. Schon im September rollen die Abrissbagger, um einem Schandfleck, dem Gebäude Nordplatz 13, zu Leibe zu rücken. Der heruntergekommene und seit langem leerstehender Plattenbau wird bis Dezember verschwunden sein. Die Stadt hatte das Gebäude extra gekauft. Ob dies auch beim Nordplatz 12 gelingt, sei ungewiss.

Ein Ort, wo die Menschen sich ausruhen, wandern, spazieren gehen und Rad fahren können, im Winter Kinder rodeln oder man im Sommer auf der Wiese ein Picknick machen kann, dazu ein paar kleine Geschäfte in der Nähe, einige Ärzte in Gehweite und Sitz- und Spielgelegenheiten – so soll das Areal zwischen Eli-Wiesel-Straße im Süden und Albert-Levy-Straße im Norden sowie zwischen der Wohnbebauung im Osten und dem DRK-Pflegeheim im Westen in einigen Jahren aussehen. „Eine kleine Parklandschaft mitten im Wohngebiet“, beschreibt es der OB. Geplant ist außerdem die Schaffung von 20 Parkplätzen vor dem Ärztehaus und 35 vor der Schule, außerdem werde der Nordplatz selbst neu gepflastert und in einigen Abschnitten die Straßenbeleuchtung erneuert.

Dort, wo heute ein völlig überdimensioniertes Wegesystem und pflegeintensive Hochbeete sowie viel Beton das Bild beherrschen, werde je nach Fördermittelbewilligung 2018 oder 2019/2020 eine grüne Oase entstanden und der viel kritisierte verwahrloste Anblick verschwunden sein.

Es werden jedoch nicht alle Blütenträume reifen, räumte der Oberbürgermeister ein. Wieder einen neuen Lebensmittler im ehemaligen Rewe-Markt anzusiedeln, dürfte ein frommer Wunsch bleiben. Es interessiere die Handelsunternehmen wenig, ob auch eine ältere Dame mit Rollator wohnortnah einkaufen gehen kann. Sie wollen an einer Verkehrsader angesiedelt sein. Jetzt gelte es daher erst einmal zu verhindern, dass die Metro-Group als Eigentümer das seit 2014 leerstehende Gebäudes als Lagerhalle veräußert, so Wolf. „Leider ist das Objekt schon in einem so desolaten Zustand, dass es für die Stadt als selbst genutztes Objekt nicht infrage kommt. Die notwendigen Investitionen sind nicht zu finanzieren.“ Die Stadt hofft auf die Ansiedlung kleinerer Geschäfte.

In der anschließenden Debatte trieb die Bürger unter anderem die Sorge um, wie das neue Areal vor Vandalismus geschützt werden könne und wie das alles gepflegt werden soll. Wolf erklärte, dass er sich die Planung nicht von Leuten diktieren lasse, die keine Achtung vor dem Eigentum anderer haben. Auch könne man öffentliche Räume nicht ohne weiteres videoüberwachen. Und zweitens: Der neue Nordplatz werde ein Naturraum, bei dem man nicht alle zwei Wochen den Rasen mähen müsse. Es muss alles bezahlbar bleiben. Daher erteilte Wolf auch dem Wunsch nach einem Teich oder fließenden Gewässer aus Kostengründen eine Absage

Von Ellen Paul

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