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Altenburg Der unbekannte Krebs
Region Altenburg Der unbekannte Krebs
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20:45 15.05.2013

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Dies wird allerorten gewichtig gefeiert, weniger aber in den dafür prädestinierten Einrichtungen Ostthüringens. Dafür besinnt man sich in der Stadt Altenburg einer seiner namhaften Persönlichkeiten, des wohl bekanntesten Bach-Schülers und des Orgelkomponisten Johann Ludwigs Krebs, der vor 300 Jahren geboren wurde.

Mit dem Slogan "Krebs 300" macht man auf ihn aufmerksam, und darauf, dass dieser hier am herzoglichen Hofe von 1756 bis zu seinem Tode 1780 insgesamt 24 Jahre lang als Hoforganist gelebt und gewirkt hat. Johann Ludwig Krebs gehört zu Altenburg wie Bernhard von Lindenau. Und so besann sich die Verlagsgruppe Kamprad schon vor Jahren, das Gesamtorgelwerk von Krebs in ihrem Label Querstand zu editieren. Das liegt nun in elf CDs vor.

Während seine Orgelkompositionen eng an seinen Lehrer Bach orientiert sind, geht er in seinen Kantaten und Instrumentalwerken eigene Wege und schafft die Verbindung zum etwas leichteren Stil der Frühklassik. Dieser Teil seiner Kompositionen sind weniger bekannt und beachtet und erreichen bei Weitem nicht den Umfang seiner Orgelwerke. Trotzdem stehen sie im Jubiläumsjahr im Zentrum der Aufmerksamkeit. War für die Orgelwerke der heutige Schlossorganist Felix Friedrich der wissenschaftliche Betreuer, hat Verlagschef Klaus-Jürgen Kamprad für das Instrumental- und Kantatenwerk den Gewandhausorganisten Michael Schönheit für diese Funktion gewonnen. Er erarbeitet mit der Merseburger Hofmusik und dem Collegium Vocale Leipzig die Kantaten, Motetten und die Instrumentalkonzerte von Krebs und nimmt sie gegenwärtig in der Friedenskirche in Ponitz für CD-Veröffentlichungen des Kamprad-Verlages auf .An allen Wirkungsstätten von Krebs finden in diesem Jubiläumsjahr Konzerte statt - das Altenburger im Rahmen des Musikfestivals am 16. August.

Der Start in diese Konzertreihe war am vergangenen Sonntagabend in Ponitz. Michael Schönheit hatte als Hauptverantwortlicher für dieses Projekt ein interessantes Programm zusammengestellt. Er selbst spielte auf der Silbermann-Orgel zwei Choralbearbeitungen von Krebs, bevor dessen Lautenkonzert erklang, was als solches nur selten zu hören ist. Stefan Maas war der Solist an diesem großen Instrument, der von zwei Violinen, einer Viola und einem Violoncello begleitet wurde. Das war ungewöhnlich zu hören und führte stimmungsmäßig ins Mittelalter.

Dann wurde es weihnachtlich. Das Vokalensemble Kollegium Vokale sang den Eingangschor aus der Weihnachtskantate von Krebs und wurde dabei durch die Merseburger Hofmusik mit Bläsern unterstützt. Der musikalische Charakter war weit weg von Bachs Weihnachtsoratorium und zeigte eher Verwandtschaft mit Haydns Oratorien. Ein Charakteristikum der Konzerte ist auch die Aufführung von Werken, die von Komponisten aus dem Umfeld von Johann Ludwig Krebs geschaffen wurden und den seinen ähnlich sind. Einer davon ist Georg Friedrich Kaufmann, der zur gleichen Zeit wie Krebs in Altenburg in Merseburg als Organist wirkte.

Im zweiten Teil des Konzertes erklang dessen Himmelfahrtsoratorium für Chor und Orchester und sechs Sängerinnen und Sänger. Dabei kam auch die Silbermann-Orgel als beständiger Continuo zum Einsatz. Dieses Werk wurde bisher so gut wie nicht öffentlich aufgeführt, obwohl es sehr angenehm anzuhören war, schöne harmonische Chöre und neben vielen Rezitativen im bachschen Stile liedhafte Arien besitzt. Das Besondere an diesem Werk: Es war für alle Ausführenden wie für die Zuhörer unbekannte neue Musik. Darin lag ihr Reiz.

Hainich, Manfred

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