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Altenburg Deutlich geringerer Stellenabbau bei Meuselwitz Guss möglich
Region Altenburg Deutlich geringerer Stellenabbau bei Meuselwitz Guss möglich
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16:08 11.07.2018
Im Konflikt bei der Meuselwitz Guss zeichnet sich offenbar eine Lösung ab. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Wie geht es weiter bei der Meuselwitz Guss? Seit Wochen stellt sich diese Frage immer wieder in der Schnauderstadt, schwelt der Konflikt um Stellenkürzungen. Für Donnerstag ist die nächste Verhandlungsrunde angesetzt – und es scheint sich inzwischen eine Einigung abzuzeichnen.

35-Stunden-Woche, kein Lohnausgleich

Auf Arbeitnehmerseite sei man weiterhin bereit, sich zu bewegen, teilt Michael Beer von der IG Metall Jena-Saalfeld und Gera auf Nachfrage mit. Im Gegenzug für eine Beschäftigungs- und Standortgarantie könnten die Angestellten einer 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich zustimmen, „um die fehlende Liquidität des Unternehmens auszugleichen“, wie Beer erläutert. Auch ein vollständiger oder teilweiser Verzicht auf Sonderzahlungen und Weihnachtsgeld sei vorstellbar. Im Extremfall würden die Angestellten damit auf bis zu 6000 Euro im Jahr verzichten, bilanziert er.

Arbeitgeber sollen Beitrag leisten

„Voraussetzung dafür ist allerdings, dass auch die Arbeitgeberseite ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leistet“, so Beer weiter. Das bedeute, dass auch auf Leitungsebene Einschnitte beim Gehalt hingenommen werden müssen. „Es ist nicht zumutbar, dass die Arbeitnehmer die Suppe, die ihnen andere eingebrockt haben, alleine auslöffeln.“ Allerdings, auch das gibt Beer zu, sei er noch skeptisch, ob sich die Gegenseite in diesem Punkt bewege.

Fortschritte seien indes dennoch zu erkennen. So habe die Arbeitgeberseite signalisiert, von den ursprünglich geplanten, pauschalen betriebsbedingten Kündigungen abzurücken, so Beer. Hundert Mitarbeiter – und damit ein Drittel der Meuselwitzer Belegschaft – wären davon betroffen. Stattdessen sollten nun offenbar über Freiwilligenprogramme Lösungen gesucht werden, die auch Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter enthalten.

Weniger Streichungen als geplant

Ähnlich, allerdings auch noch deutlich zurückhaltender äußert man sich auf Seiten der Arbeitgeber, „Die Verhandlungen mit Betriebsrat und IG Metall sind auf einem guten Weg“, teilt ein Unternehmenssprecher auf OVZ-Anfrage mit. Beide Seiten hätten sich bewegt. Man habe inzwischen eine grundsätzliche Einigung über Umfang und Modalitäten des erforderlichen Personalabbaus erzielen können. Wie genau diese ausgestaltet sein werde, will der Sprecher auf Nachfrage zwar noch nicht präzisieren. Allerdings sehe die avisierte Lösung eine deutlich geringere Zahl von Stellenstreichungen vor als die ursprünglich angedachten 100 Stellen.

Die nächste Verhandlungsrunde dürfte nun noch einmal intensiv werden. „Es sind noch weitere Detailfragen mit den Arbeitnehmervertretern zu verhandeln“, heißt es hierzu von Unternehmensseite.

Von Bastian Fischer

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