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Altenburg Band Driftwood Holly spielt in Dobraschütz
Region Altenburg Band Driftwood Holly spielt in Dobraschütz
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14:03 10.11.2018
Die Band Driftwood Holly – Sebastian Reznicek, Pavel Osvald, Jäcki Reznicek und Holger „Holly“ Haustein (v-l.) – gibt ein Konzert in der Kirche in Dobraschütz. Quelle: Foto: Jörg Reuter
Dobraschütz

Es gibt Bands, die gelten gemeinhin als Geheimtipp. Und in diese Kategorie fällt auch Driftwood Holly. Wobei, nach fünf Jahren gemeinsamen Musizierens, drei Studioalben und zig Konzerten in der gesamten Republik wächst die Gruppe um Holger „Holly“ Haustein langsam aus diesem Status heraus. Das zeigte sich beispielsweise am Donnerstagabend in Dobraschütz. Die Kirche, in der Driftwood Holly bereits vor rund anderthalb Jahren zu Gast war, war diesmal mit 200 abgesetzten Karten schon seit Tagen restlos ausverkauft.

Driftwood Holly ist in Dobraschütz nicht unbekannt

Und das Publikum in der zum Bersten gefüllten Kirche im Starkenberger Ortsteil wusste offensichtlich, was sie von den vier Musikern zu erwarten haben, die gerade auf Tour ihre aktuelle Langspielplatte „Casanova“ promoten. Nicht wenige waren nicht zum ersten Mal bei Driftwood Holly. „Ich glaube, ich habe die Band schon viermal gesehen“, sagte etwa Tannas Kuhstall-Wirt Matthias Schleich und war damit längst nicht der Einzige. Deutliches Zeichen dafür die zu beobachtende Textsicherheit vieler Gäste.

Mal auf englisch, mal auf deutsch erzählt Holger „Holly“ Haustein Geschichten aus dem Leben, vom Leben übers Leben – Geschichten, die das Leben schreibt. Musikalisch lässt sich Driftwood Holly nicht einfach fassen. Einige Songs kommen wie vom klassischen Singersongwriter daher, andere sind eher Blues-lastig oder haben eine Country-Note, Folk-Rock wie von Bob Dylan oder Neil Young blitzt auf, und wenn Pavel Osvald die Geige spielt, dann erinnert der Sound an gesellige Abende in urigen Pubs auf der irischen Insel.

Holly ist ein Weltenbummler, der als Holger Haustein von Oberwiesenthal aus vor Jahren nach Kanada übergesiedelt ist. Die Liebe zu dem nordamerikanischen Staat hat wohl letztlich auch ein wenig dazu beigetragen, das Driftwood Holly inzwischen auf eine sichere Fanbasis bauen kann, die zum Beispiel in Dobraschütz begeistert die Lieder gefeiert hat. Doch was nützen die besten Lieder, wenn sie keiner kennt, wenn keiner zu den Konzerten kommt, weil die Band niemand kennt. Der Zufall, vielleicht auch das Schicksal, hat Holly mit Jäcki Reznicek zusammengeführt. Bekanntermaßen ist Reznicek hauptamtlich Bassist bei der Berliner Band Silly und hierzulande auch regelmäßig mit East Blues Experience unterwegs.

Alles begann in der Goldgräberstadt Dawson City

Der Bass-„Professor“ – Reznicek doziert seit den 90er-Jahren an der Hochschule für Musik Dresden – in der Band ist ganz klar nicht nur ein Geschenk für die Musik, sondern hilft natürlich auch dabei, Neugierde auf Konzerte einer relativ unbekannten Gruppe zu wecken. Es war im übrigen Reznicek, der inzwischen auch seinen Sohn Sebastian vom Silly-Schlagzeug mit zu Driftwood Holly gebracht hat, der vor Jahren auf Haustein zugegangen ist. „Wie wir uns kennengelernt haben, das ist eine verrückte Geschichte“, meint Reznicek. Er sei schon immer großer Kanada-Fan. Bei einem Besuch in der Goldgräberstadt Dawson City hoch im Norden sei ihm bei einem Besuch ein heruntergekommenes Auto ins Auge gefallen. Er schaute hinein und sah zu seiner Überraschung ein deutschsprachiges Buch, dessen Autor er persönlich kannte. „Ich hätte ja gar kein Foto davon gemacht, wenn der Wagen nicht abgewrackt gewesen wäre“, plaudert er mit der OVZ. Das Foto habe er mit dem Kommentar „Du hast auch in Kanada Fans“ dem Autor geschickt. Dieser wiederum konnte es kaum glauben und interessierte sich für den Leser und stachelte auch das Interesse von Reznicek weiter an. Nach endloser Recherche habe er dann ein Video im Internet gefunden, in dem ein Deutscher in einem praktisch leeren Pub in der winzigen Stadt Kanada eine Nummer von Bob Dylan zum Besten gibt. „Das war Holly und ich habe mich gleich in seine Stimme verliebt. Als ich dann von einem Auftritt in Sachsen erfahren habe, habe ich ihn angerufen und gefragt, ob ich mitspielen kann.“

Selbstverständlich hat Holger „Holly“ Haustein ja gesagt. Kurz vor dem Konzert damals hätten sie sich dann das erste Mal gesehen und fünf Titel eingeübt, aus denen dann am Abend schon deutlich mehr wurden. Inzwischen kam gemeinsame Studioarbeit dazu. Zuletzt in Venedig, wo die aktuelle Veröffentlichung aufgenommen wurde, auf der unter anderem auch die Cellistin des legendären Nirvana-MTV-Unplugged-Konzerts zu hören ist. Sie war natürlich nicht mit in Dobraschütz, wo Driftwood Holly ebenfalls unplugged spielte. Was weder die Musik des Quartetts in Frage stellte noch deren Qualität und gleich gar nicht die gute Stimmung.

Von Jörg Reuter

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