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Die CDU will mit der SPD "regieren"

Die CDU will mit der SPD "regieren"

Die CDU-Fraktion im Altenburger Stadtrat will auf der letzten Wegstrecke bis zu den Kommunalwahlen 2014 mit der SPD und ihrem Oberbürgermeister zusammenarbeiten.

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Altenburg. Das hat Fraktions- und Parteichef André Neumann auf der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes mit bis dato nicht gekannter Eindeutigkeit erklärt. Er kann sich bei diesem neuen Politikstil der Unterstützung seiner Parteifreunde ganz offensichtlich sicher sein. Neumann wurde am Freitagabend mit 36 Ja- bei nur einer Gegenstimme als Vorsitzender des Stadtverbandes wiedergewählt.

"Unser Verhalten zu Michael Wolf ist in letzter Zeit von vielen nicht verstanden worden", räumte André Neumann ein und redete deshalb erstmals Klartext: "Wir sind fünf von 36 Stadträten. Wir sind voller Energie und wollen gestalten. Wenn man sich aber in die Oppositionsrolle zurückzieht, hat man am Ende null erreicht und null gestaltet. Das ist nicht unser Weg." Deshalb werde die christdemokratische Fraktion, wenn es dem Wohl der Stadt diene, mit der SPD und mit ihrem OB stimmen, um Mehrheiten herbeizuführen. Wie Neumann gegenüber unserer Zeitung erklärte, laufen bereits Gespräche mit den Sozialdemokraten, um diese Zusammenarbeit zumindest für ein Jahr in ein Positionspapier zu gießen.

Erwartungsgemäß resümierte der Parteichef auf der Mitgliederversammlung auch den OB-Wahlkampf, den er selbst für seine Partei geführt und verloren hatte - er war schon in der ersten Runde ausgeschieden und nicht in die Stichwahl gekommen. Vorstand und Fraktion seien sich jedoch einig, dass die von ihm erreichten 19,4 Prozent einen Neuanfang und einen Aufbruch signalisieren. Schließlich habe sich die CDU durch den Austritt von Peter Müller und der damit einhergehenden Spaltung der Fraktion einer schwierigen Situation gegenüber gesehen.

Zwischen den Zeilen gab Neumann zu verstehen, dass wohl niemand wirklich so recht an seinen Wahlsieg glaubte. Auch er selbst habe seine Chancen sehr realistisch eingeschätzt. Der Vorsitzende der Jungen Union, Christian Zehmisch, fand sogar, dass André Neumann mit seinen 19,4 Prozent mehr erreicht habe, als erwartet. Dies freilich rief dann doch ein Raunen unter den 37 anwesenden Stadtverbandsmitgliedern hervor. Konkret wurde indes nur Christian Gumprecht. Er forderte, dass die ältere Wählerschaft zurückgewonnen werden müsse, die habe Neumann mit seinem die Jugend ansprechenden Stil verloren. "Peter Müller hat einen Teil der Wähler mitgenommen. Es muss uns gelingen, sie wieder an die CDU zu binden", so Gumprecht.

Nicht von ungefähr gab der wiedergewählte Vorsitzende für die Kommunalwahl 2014 daher das Ziel aus, als starke Fraktion in den neuen Stadtrat einzuziehen. "Auf jeden Fall stärker als Pro Altenburg." An seiner Seite weiß André Neumann dabei seine ebenfalls wiedergewählten Stellvertreter Detlef Hoh-Schmidt und Christoph Zippel sowie die Beisitzer Sandra Kretzschmann, Christoph Mai, Johannes Ungvári, Knut Wesser, Andreas Woda und Christian Zehmisch. Ellen Paul

 

-Kommentar

 

 

 

 

Trotz verlorener OB-Wahl bleibt André Neumann der Hoffnungsträger der Altenburger Christdemokraten und steht weitere zwei Jahre an der Spitze des 78 Mitglieder zählenden Stadtverbandes. In diese Funktion war Neumann - seit 2001 Parteimitglied - erstmals 2010 gewählt worden. Zuvor war er mehrere Jahre Chef der Jungen Union.

Neumann hatte nach einer kaufmännischen Lehre Betriebswirtschaft studiert. Der Personalleiter einer Dienstleistungsgesellschaft ist 34 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter.

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