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Die Dramaturgie eines Konzerts - Der amtierende Chefdirigent Jens Troester wartet in der Spielzeit mit einigen Überraschungen auf

Die Dramaturgie eines Konzerts - Der amtierende Chefdirigent Jens Troester wartet in der Spielzeit mit einigen Überraschungen auf

Viele Komponenten müssen stimmen, wenn das Orchester eines Theaters wie des Altenburg-Geraers und ein neuer Chefdirigent zusammenfinden wollen. Das künstlerische Resultat allein kann nicht Garant dafür sein.

Bleibt auch in dieser Spielzeit kommissarisch Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters - Jens Troester (M.).

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Tatjana Böhme-Mehner

Auf den Konzertplan, den er gemeinsam mit dem Chefdramaturgen Felix Eckerle entwickelt hat, ist er sehr stolz. Dabei hat Jens Troester Gelegenheit, sich selbst den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen, wie im ersten Philharmonischen Konzert im Oktober beziehungsweise im ersten Schlosskonzert an diesem Sonnabend.

Einen Konzertplan zu entwickeln, ist für den 42-Jährigen wie die Arbeit eines Architekten - man kann ganz verschiedene Häuser bauen, einmal einen Bungalow, dann eine Villa und so weiter. Das ist sehr kreativ. Und dann müssen die Besucher hineingehen und sehen, ob sie sich darin fühlen, wie sie die verschiedenen Bauten für sich nutzen können und wollen. Obendrein treffen mit ihm und Eckerle zwei in spannender Weise unterschiedliche Temperamente mit unterschiedlichen Vorlieben und Erfahrungen aufeinander. Das ist immer wieder spannend und führt zu aufregenden Ergebnissen.

Und wie sind beide vorgegangen? Zunächst sind da die äußeren Parameter, von der Dauer des Konzerts bis zur Besetzung, aber auch die Bekanntheit von Werken spielt eine Rolle. Beide haben Jubiläen und Höhepunkte im Auge. Am Anfang steht eine konkrete Idee, ein bestimmtes Werk, das man unbedingt präsentieren will. Danach muss geklärtewerden, was dazu passen könne. Troester ist überzeugt, dass das, was außerdem in einem Konzert erklingt, die Wahrnehmung eines Werkes entscheidend prägen, maßgeblich verändern kann. "Die Dramaturgie, der Spannungsbogen, das ist entscheidend", sagt er. Und er selbst ist in jedem Konzert immer wieder gespannt, ob und wie sich die eigenen Erwartungen erfüllen.

Gefragt nach seinem eigenen Favoriten in diesem Jahr, muss er einen Moment überlegen. Doch dann entscheidet er sich für das dritte Philharmonische Konzert, in dem das Violinkonzert von Alban Berg in Beziehung zu Franz Schuberts Großer C-Dur-Sinfonie gesetzt wird und auf Alexander von Zemlinskys Suite aus dem Ballett "Der Triumph der Zeit" trifft. Fast schelmisch freut sich der amtierende GMD über den Coup, nach dem "Siegfried-Idyll", das schon im zweiten Philharmonischen Konzert erklingt, im Wagner-Jahr Wagner in den Plan zu nehmen - ohne dass dabei eine Note von ihm erklingt. Filmmusikspezialist Frank Strobel wird mit einem historischen Wagner-Film nach Ostthüringen kommen. Eine Überraschung, denn die Uraufführung des rekonstruierten Werkes wird erst kurz vor dem Konzert in Gera erfolgen.

Was die Dirigenten betrifft, so wird auch diese Saison wieder über weite Strecken geprägt sein von der Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor. Bei den Solisten ist es Troester und Eckerle gelungen, eine abwechslungsreiche Mischung aus Ensemblemitgliedern und hochkarätigen Gästen, wie zum Beispiel Bernd Glemser, dem Solisten des ersten Philharmonischen Konzertes, zu schaffen. Und auch über die Konzerte hinaus haben die Programmplaner das eine oder andere dramaturgische Gesamtkunstwerk komponiert.

Am Sonnabend werden die Altenburger Schlosskonzerte in ihre zweite Saison starten. Hier bestimmt die Logistik, der Rahmen des Festsaales im Schloss ist ein Stück weit die Programmgestaltung. "Vergiss mein nicht" heißt diese Ausgabe, in der musikalisch Unterhaltsames sowie Geistvolles aufeinander treffen. Neben Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Johann Strauß (Sohn) wird Musik aus der Feder von Jens Troester selbst erklingen. Seine Variationen über "Non ti scodar di me" werden in diesem Konzert uraufgeführt. Nachdem sich der Dirigent in der vergangenen Saison als Autor und Regisseur des "Konzertes für Sie" präsentiert hat, wird er nun als Komponist zu erleben sein.

⁄ Karten für die Konzerte an der Theaterkasse (☎ 03447 585160) und in der OVZ-Geschäftsstelle (☎ 03447 574942) - Abonnenten erhalten an beiden Kassen zehn Prozent Rabatt - sowie unter www.tpthueringen.de.

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