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Die Handball-Euphorie-Welle schwappt ins Altenburger Land

Nach dem EM-Sieg Die Handball-Euphorie-Welle schwappt ins Altenburger Land

Auch für die Handball-Experten im Altenburger Land kam der EM-Sieg der Nationalmannschaft in Polen überraschend. Nichtsdestotrotz wird den jungen Wilden Respekt gezollt. Ob die Euphoriewelle sich auch in steigenden Mitgliederzahlen in den Vereinen auswirkt?

Handball-Referee Carsten Klich (links) freute sich im Spiel der Deutschen gegen Slowenien über eine Begegnung mit Nationalspieler Hendrik Pekeler. Klich bildet mit dem Altenburger Lutz Pfefferkorn ein Schieri-Gespann.
 

Quelle: Privat

Altenburg.  Am Sonntag die 24:17-Überraschung im EM-Finale in Krakau gegen Spanien, am Montagdie Sieger-Party in Berlin – die deutschen Handballer haben mit dem Gewinn der Europameisterschaft einen Traum wahr gemacht, den nur die wenigsten geträumt haben. Auch die Sport- und Handball-Eminenz aus dem Altenburger Land hat damit nicht gerechnet, weshalb die Freude umso größer ist. Ob die große Euphoriewelle nun auch in die Skatstadt schwappt?

„Wenn es um mehr Aufmerksamkeit für den Sport geht, dann ja“, ist sich Ulf Schnerrer, Geschäftsführer und Vereinsberater des Kreissportbundes sicher. „Beim Fußball hat sich der Erfolg immer euphorisch auf die Jugend übertragen“, erklärt der 42-Jährige, der mit dem EM-Coup der Nationalmannschaft in Polen nicht gerechnet hat. Besonders angetan war Schnerrer vom Teamgeist der Truppe um Trainer Dagur Sigurdsson. „Sie hat die Verletzungen ohne Klagen weggesteckt und ist als Mannschaft in die Bresche gesprungen.“ Und das mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren.

So alt war damals auch die Handball-Legende Lothar Doering, der die Geschicke des Landesliga-Teams von Aufbau Altenburg lenkt. 1974 durfte sich der Rückraumspieler Vize-Weltmeister nennen. „Aber da haben andere Spieler das Heu eingefahren“, sagt der mittlerweile 65-Jährige. 1980 war das anders. Doering gehörte da zu den Leistungsträgern der DDR-Auswahl, die sich in Moskau den Olympia-Titel sicherten. „Zwölf solide Handwerker und ein Magier“, haben damals die Zeitungen geschrieben. Der Zauberer im Kasten war Wieland Schmidt. „Deshalb musste ich schmunzeln, weil es da eine Parallele gibt“, erklärt der Altenburger Coach. Gemeint ist der „gefräßige Wolf“ alias Andreas Wolff, der im Finale gegen Spanien sensationell hielt. Knapp die Hälfte der abgefeuerten Würfe fischte der deutsche Hüter ab. „Handballspiele werden in der Abwehr gewonnen“, zitiert Doering eine Weisheit, die sich bewahrheitet hat. „Das war das A und O.“

Das Finale hat der Coach mit seinem Team in der Halle geschaut. „Ich glaube nicht, dass morgen der Euphorie wegen gleich eine Schlange bei uns vor der Tür steht, meint er mit Blick auf die Nachwuchsreihen im Verein. Dafür ist so was viel zu schnelllebig“, erklärt Doering. Dem schließt sich Steffen Moritz von Derbykontrahent LSV Ziegelheim an. „Bis in das Dorf wirkt so ein Schub selten. 2007 beim WM-Gewinn gab es den auch nicht“, sagt der Spielertrainer, „aber natürlich erhoffe ich mir was“. Daheim vor dem Fernseher hat er den Triumph der deutschen Adler ausgekostet.

Den genoss auch Aufbau-Mitglied Lutz Pfefferkorn (55), der als Handball-Schiedsrichter über das Feld hirscht. „Niemals hätte ich das geglaubt. Sensationell!“, schwärmt der ehemalige Bundesliga-Referee. Dessen Spannemann Carsten Klich war zumindest bis zur Hauptrunde vor Ort und herzte die Spieler. „Ich hab mich schon ein bisschen geärgert“, gibt der 52-Jährige zu. Seit 1990 ist der Eisenberger bei jeder WM und EM dabei. Die Spieler hautnah erlebt hat er nach dem Spiel gegen Slowenien.“ Jungs, ihr habt uns geil angefeuert“, dankte es Europameister Hendrik Pekeler.

Von Alexander Bley

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